Lienharts Freiburg-Zeit in zwei Teilen

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Seit acht Monaten ist Philipp Lienhart mittlerweile beim SC Freiburg. Sein Engagement im Breisgau lässt sich in zwei Teile teilen – die Zeit vor dem 22. Oktober 2017 und die Zeit danach.

Zunächst lief es für den 21-Jährigen in der deutschen Bundesliga richtig gut. Als Leihgabe von der zweiten Mannschaft von Real Madrid gekommen, benötigte der Innenverteidiger praktisch keine Eingewöhnungszeit.

Trainer Christian Streich setzte sofort auf den ÖFB-Legionär, machte ihn auf Anhieb zum Stammspieler. „Es hat richtig gut begonnen! Es hat mich gefreut, dass ich so schnell zum Spielen gekommen bin. Damit hatte ich nicht gerechnet“, gesteht der Niederösterreicher.

"Das war sehr, sehr schwierig für mich!"

Lienhart über die Verletzung beim Comeback

Neun Runden lang durfte Lienhart von Beginn an ran. Doch im Spiel gegen Hertha BSC humpelte der Youngster fünf Minuten vor Spielende vom Platz. Muskel- und Sehnenverletzung im Knie, so die Diagnose.

„Das war sehr bitter für mich, aber das ist ein Teil des Fußballgeschäfts, man muss dranbleiben, weiter arbeiten und da stärker rauskommen“, sagt der Abwehrspieler. Eineinhalb Monate dauerte es, ehe sich der frühere Rapid-Nachwuchsspieler zurückgekämpft hatte.

Im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln stand er wieder in der Startelf. Doch nach einer Viertelstunde der Schock: Das andere Knie verletzt! Das Comeback war nach 17 Minuten schon wieder beendet. Ein Teilriss des Außenbandes wurde diagnostiziert.

Lienhart stöhnt, wenn er auf das Spiel in Köln angesprochen wird: „Ein riesengroßes Pech! Es war sehr, sehr schwierig für mich. Aber es lässt sich ja nicht ändern, so etwas kann passieren.“

"Ich will auf jeden Fall spielen, aber ich kann nur arbeiten und mich im Training gut präsentieren"

Lienhart über seine Reservisten-Rolle

Wieder Reha, wieder die Arbeit an der Rückkehr. Längst ist der ÖFB-U21-Kapitän wieder fit. Spielen durfte er seither aber nur ein einziges Mal – 45 Minuten lang beim 0:4 gegen den FC Bayern.

Coach Streich setzt aktuell auf andere Spieler, Manuel Gulde und Caglar Söyüncü haben sich in der defensiven Zentrale festgespielt. Lienhart versteht seinen Chef: „Die Mannschaft hat das sehr gut gemacht, hat viele Punkte geholt. Deshalb hatte der Trainer keinen Grund, zu tauschen. Das ist schon okay.“

Doch nach dem guten Start in Freiburg hat der Innenverteidiger freilich Blut geleckt, die Ersatzbank ist nichts, womit sich ein Spieler mit seinen Ambitionen zufriedengeben kann. „Ich will auf jeden Fall spielen, aber ich kann nur arbeiten und mich im Training gut präsentieren – das versuche ich auch jeden Tag. Der Trainer sagt mir, dass ich weitermachen und in jedem Training Vollgas geben soll.“

Böses Blut gibt es zwischen dem ÖFB-Kicker und Streich keineswegs, vielmehr kommt der 21-Jährige ins Schwärmen, wenn er über den 52-Jährigen spricht: „Er ist ein sehr, sehr guter Trainer, der viel mit den Spielern spricht. Er kennt sich im taktischen Bereich sehr gut aus und findet immer die richtige Ansprache. Ein Top-Trainer!“

"Für mich war es wichtig, mich in einer höheren Klasse zu beweisen"

Lienhart über seinen leihweisen Wechsel

Obwohl es derzeit nicht nach Wunsch läuft, ist Lienhart froh, den Schritt nach Deutschland gemacht zu haben: „Es war das Richtige! Für mich war es wichtig, mich in einer höheren Klasse zu beweisen. Ich habe in allen Bereichen etwas Neues gelernt – im körperlichen, im taktischen mit der Dreierkette und auch was das schnelle Spiel mit der vielen Laufarbeit angeht.“

Im Sommer läuft der Leihvertrag aus, die Freiburger haben eine Kaufoption. „Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht“, meint der Kicker. Kontakt zu den Verantwortlichen bei Real Madrid habe er „eher weniger“.

Zwischen den Zeilen lässt Lienhart aber durchklingen, dass er sich einen Verbleib im Breisgau sehr gut vorstellen kann: „Ich fühle mich hier sehr wohl. Es passt gut für mich in Freiburg.“

Textquelle: © LAOLA1.at

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