Gregoritsch: "Davon kann ich ewig zehren"

Gregoritsch: Foto: © GEPA
 

Die Europameisterschaft dürfte Michael Gregoritsch mehr als nur gut getan haben.

Der ÖFB-Stürmer kehrte dieser Tage mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen zu seinem Klub FC Augsburg zurück. Den ihm zustehenden Urlaub verkürzte er auf eigenen Wunsch, zu groß war die Sehnsucht, wieder auf dem Fußballplatz zu stehen.

"Dieses Turnier war das Beste, was ich im Profifußball erlebt habe", erklärt Gregoritsch sein bei der EM neugewonnenes Selbstvertrauen gegenüber dem "kicker".

"Für Österreich zu spielen und am ersten EM-Sieg entscheidend beteiligt zu sein – das war absolute Weltklasse. Davon kann ich ewig zehren, ich werde noch in 50 Jahren davon erzählen", so der 27-Jährige, der nun auch die schwierigen letzten Jahre in Augsburg vergessen lassen will. Vor allem das letzte Jahr verlief überhaupt nicht nach Wunsch.

Vergangene Saison "eine Katastrophe"

"Ab dem Winter war es eine Katastrophe", sagt Gregoritsch. Sein Verhältnis zu Ex-Coach Heiko Herrlich bezeichnet er als schwierig: "Der Trainer hat nicht mehr gesehen, dass ich der Mannschaft helfen kann. Wir sind auf keinen grünen Zweig mehr gekommen." Gregoritsch erzielte seinen einzigen Saisontreffer gleich im ersten Bundesliga-Spiel gegen Union Berlin, danach herrschte Funkstille.

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Nun soll aber wieder alles anders werden. Der Hauptgrund: der neue Trainer, Markus Weinzierl. "Er gibt mir ein unglaubliches Gefühl. Der Umgang war schon in der letzten Saison super, obwohl ich nicht viel gespielt habe. Er glaubt an mich, fordert etwas. Damit ist das für mich die beste Möglichkeit, wieder durchzustarten."

Hauptsache weg? "Großen Scheiß gebaut"

Gregoritsch fühlt sich dem FC Augsburg nach wie vor sehr verbunden, der automatischen Vertragsverlängerung bis 2023 kann er nur Gutes abgewinnen. "Das ist mein Verein seit vier Jahren", betont er.

"Ich habe mal einen großen Scheiß gebaut, der mir noch immer nachhängt. Aber für mich war das eine Sache von drei Tagen, als ich mich ein bisschen aufgeführt habe. Danach habe ich mich wieder komplett eingeordnet", spricht der Steirer seine Aussagen auf dem Herbst 2019 an, in welchen er betonte "Hauptsache weg" aus Augsburg zu wollen, so auch u.a. eine Leihe zu Schalke provozierte.

Gregoritsch habe sich gemeinsam mit dem FC Augsburg hohe Ziele gesteckt für die neue Spielzeit. "Wir wollen wieder nach oben, als Mannschaft und ich persönlich", sagt er. "Wir haben ein gutes, ehrliches Gespräch geführt und sind klar der Meinung, dass wir jetzt gemeinsam Gas geben. Es gibt nichts, was im Weg steht."

Gregoritsch nimmt sich selbst in die Pflicht

Persönlich visiert er seine Bestmarke von 13 Saisontoren aus der Saison 2017/18 an. "Wenn man das einmal geschafft hat, kann man es auf jeden Fall noch mal schaffen", findet er.

"Es liegt an mir in Verbund mit Mannschaft und Trainerteam, dass wir das wieder hinkriegen. Ich messe mich auch selbst an Toren und verzweifle an mir, wenn ich mal drei, vier Spiele nicht treffe. Wenn diese Erwartungshaltung da ist, kommt man in einen Strudel. Es ist schwer, da mental rauszukommen", so der Angreifer.

Ein wichtiger Aspekt, den Gregoritsch vor allem in Hinblick auf die nächste Saison verbessern will, ist seine Körpersprache. "Ich muss das ändern", ist sich der Steirer sicher. "Wenn’s läuft, heißt es immer, der Gregoritsch kann die Welt zerschießen. Wenn nicht, fängt er zum Hadern und zum Schimpfen an."

"Die Körpersprache zieht ja auch andere mit oder runter. Damit kann ich vieles gutmachen. Der Wille ist immer da, aber bei mir sieht es manchmal beschissen aus." Gregoritsch nimmt sich selbst in die Pflicht: "Die Hauptperson, die arbeiten muss, bin ich. Und zwar an mir selbst."


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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