Endstand
1:5
1:0 , 0:5
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Furiose zweite Bayern-Halbzeit: "Das ist schon Wahnsinn"

Die Münchner fegen Leipzig mit fünf Toren in Hälfte zwei vom Platz - Vincent Kompany hat dennoch kein perfektes Spiel gesehen. Xaver Schlager ist bedient.

Furiose zweite Bayern-Halbzeit: "Das ist schon Wahnsinn" Foto: © GETTY

Am Ende war es wieder einmal eine Machtdemonstration.

Der FC Bayern liegt zur Halbzeit des Top-Spiels bei RB Leipzig erstmals in dieser Saison nach 45 Minuten zurück - und dreht das Spiel mit fünf Toren in Hälfte zwei furios (zum Spielbericht >>>).

Romulo hatte die Gastgeber in der 20. Minute in Führung gebracht, die Bayern waren nicht wirklich im Spiel. "Die haben uns richtig Probleme gemacht", sagte Trainer Vincent Kompany. "Wir sind in die Zweikämpfe nicht richtig reingekommen, sie haben es über die Flügel geschickt gemacht, im Mittelfeld viele Bälle gewonnen. Ich weiß nicht, ob sie frischer waren, aber das darf keine Rolle spielen."

Gerade über die rechte Seite hatte Bayern Probleme. Dort spielten mit Tom Bischof und Lennart Karl die Youngster. Da habe ein bisschen die Erfahrung gefehlt, die Geduld im Herausrücken, meinte Kompany - und nahm seine Spieler in Schutz. Auf Wechsel verzichtete er zunächst, stellte nach 30 Minuten um, "dann waren wir besser im Spiel."

"Dass es gegen so eine Mannschaft nicht leicht ist, wenn man auf der rechten Seite noch nicht zusammengespielt hat, ist ganz klar. Und dann sind es auch zwei junge Spieler", sagte auch Manuel Neuer. "Sie mussten ein bisschen reinkommen ins Spiel, aber wir haben uns verbessert, dann auch gerade in der zweiten Halbzeit."

"Wussten, wir können es noch drehen"

Und was für eine Halbzeit das war. Fünf Tore erzielten die Bayern da.

"In der Halbzeit wussten wir, wir können das Spiel noch drehen", erklärte Serge Gnabry. Mit seinem 100. Pflichtspieltreffer für die Münchner läutete er eine zweite Hälfte ein, in der Leipzig kompromisslos abgefertigt wurde. "Wir haben das Spiel kontrolliert, waren sauberer", so Gnabry.

Man sei ja schon öfter in dieser Saison in Rückstand geraten, hielt Manuel Neuer fest. "Aber wir sind immer zurückgekommen. Und das haben wir uns jetzt auch geschworen, auch in der Halbzeit", so Neuer.

Nach dem Ausgleich erzielte Harry Kane sein 21. Saisontor, Jonathan Tah versenkte einen Kopfball nach einer Ecke, Aleksandar Pavlovic und Michael Olise schraubten das Ergebnis hoch. Letztgenannter hatte bei den drei letzten Treffern nach seiner Einwechslung die Füße im Spiel, seinen eigenen Treffer legte mit Jamal Musiala ausgerechnet der Comebacker vor.

"Es war nicht perfekt", meinte Kompany trotz der eindrucksvollen zweiten Hälfte. Er sprach von der "Alte-Schule-Mentalität": laufen, kämpfen, grätschen, nach vorne gehen. Sechs Kilometer mehr als Leipzig hätten die Bayern in Hälfte zwei heruntergespult.

"Und das spricht dafür, dass dieser Wille, die Motivation da war, das Spiel zu drehen und dann auch noch das dritte, vierte, fünfte Tor zu erzielen. Das ist schon Wahnsinn", befand Neuer, der mit starken Paraden seinen Beitrag leistete. "In vielen Fällen ist das auch eine gute Torwartleistung gewesen", musste Leipzig-Coach Ole Werner anerkennen. Der aber zu hadern hatte.

"Heute bin ich ein bissl der Depp"

Denn so groß die Freude bei den Bayern war - so groß war die Enttäuschung bei Leipzig.

"In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel gemacht, hätten höher führen können, wahrscheinlich müssen. In der zweiten Halbzeit haben sie mehr gedrückt, wir waren mehr im tieferen Verteidigen gefordert. Wir hatten trotzdem Chancen." Dass das Spiel dann so ausgehe, sei ungewöhnlich.

"Frustration und Wut", empfand Kapitän David Raum. "Wir belohnen uns nicht für gute 70 Minuten. Am Ende hat Bayern eine gewisse Qualität, wo man am Ende auch Chapeau sagen muss. Aber wie wir die letzten 15 Minuten spielen und verteidigen, das darf so nicht sein. Da müssen wir richtig kritisch mit uns sein."

Gefrustet war auch ÖFB-Legionär Xaver Schlager. "Wir haben Chancen vergeben, die Bayern haben die Tore gemacht. Ich bin schon bedient, ich bin heute schon ein bissl der Depp", sagte er. "Ich glaube, dass das Ergebnis heute das Spiel widerspiegelt. Aber am Ende ist das egal."

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