Frankfurt: Profitiert Hinteregger von Jovic-Deal?

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Für kolportierte 60 Millionen Euro wechselt Luka Jovic von Eintracht Frankfurt zu Real Madrid.

Dieser nach langem Tauziehen nunmehr offizielle Transfer könnte positive Auswirkungen auf Martin Hinteregger haben und wiederum das Tauziehen um seinen Verbleib bei der Eintracht verkürzen.

"Das kann natürlich möglich sein", antwortet der Kärntner auf die Frage, ob seine fixe Verflichtung nach einem halben Jahr als Leihgabe vom FC Augsburg auch mit Jovic zusammenhängen würde, der jede Menge Geld in die Frankfurter Kassen spült.

"Natürlich haben wir in dieser Saison einen Fußball gespielt, wo extrem viele unserer Spieler begehrt sind. Deswegen werden sich die Verantwortlichen natürlich einen Gesamtüberblick über alles, was passiert, machen. Aber ich denke, es liegt jetzt nicht an Franfurt, dass es so langsam läuft, sondern eher an Augsburg", glaubt Hinteregger.

Hinteregger optimistisch

In Augsburg steht der Innenverteidiger noch bis 2021 unter Vertrag, ist im Winter jedoch eher im Unfrieden vom Verein geschieden. Für die Eintracht entpuppte sich Hinteregger jedoch als Volltreffer.

Der Kärntner hat sich unmissverständlich deklariert, dass es für ihn nur Frankfurt geben würde. "Mein Standpunkt ist klar", wiederholt er am Dienstag im Rahmen seines Medientermins beim ÖFB-Camp in Klagenfurt.

"Ich weiß zum Glück, wie der aktuelle Stand ist, deswegen bin ich optimistisch", meint Hinteregger, was darauf hindeutet, dass eine Einigung in Sicht ist.

Treiben andere Interessenten Ablöse in die Höhe?

Dass Augsburg noch zögert, könnte auch am Interesse anderer Vereine liegen. Hinteregger geht davon aus, dass "mein Berater im Hintergrund mit vielen Vereinen spricht - das ist ganz normal, das ist auch sein Job. Am liebsten wäre mir aber, wenn schon diese Woche alles fixiert wird."

"Mir ist bewusst, dass die Ablösesumme nicht billiger wird, wenn sich noch andere Vereine einschalten."

Ob sich am Ende ein dritter Verein freuen könnte, wenn sich mit Augsburg und Frankfurt zwei andere streiten? "Mir ist bewusst, dass die Ablösesumme nicht billiger wird, wenn sich noch andere Vereine einschalten."

Dass Augsburg mit dem 26-Jährigen ein möglichst gutes Geschäft machen möchte, liegt auf der Hand. Ebenso nicht unwahrscheinlich ist, dass der eine oder andere finanzkräftigere Klub als Frankfurt Interesse an Hinteregger bekundet.

Ein Risiko, sich öffentlich festzulegen?

Vielleicht legt sich der Kärntner auch deshalb öffentlich so auf die Eintracht fest. Ob dies angesichts des laufenden Pokers nicht auch ein Risiko sei?

"Jeder, der mitverfolgt hat, wie das letzte halbe Jahr abgelaufen ist, weiß, dass es logisch ist, dass ich dorthin wechseln möchte, wenn es die Möglichkeit gibt - alleine schon aus Dankbarkeit. Im Rückblick freut es mich immer noch extrem, wie alles verlaufen ist."

Die Eintracht war für Hinteregger so etwas wie Liebe auf den ersten Blick, er spricht vom "coolsten halben Jahr meiner Karriere".

Hinteregger hadert immer noch mit verschossenem Elfmeter

Wie stabil solch eine Beziehung ist, zeigt sich auch am Umgang mit Krisen. Eine solche ist für Hinteregger sein verschossener Elfmeter im Penaltyschießen gegen den FC Chelsea im Halbfinale der UEFA Europa League.

"Ich denke noch immer darüber nach, es ist immer noch nicht ganz vorbei. Denn die Chance war einfach riesig, im Europa-League-Finale zu stehen - und es geht nur darum, einen Schuss aus elf Metern ins Tor zu bringen."

"Chelsea war natürlich extrem, denn mir war natürlich bewusst: Wenn ich den Elfer reingemacht hätte, wären wir in Baku gewesen. Mir ist auch bewusst, dass viele Fans schon Flüge gebucht und Karten gekauft haben - und im Endeffekt ist es halt an mir gelegen. Deswegen tut mir das weh."

Normalerweise ist der Blondschopf recht geschickt darin, Rückschläge wegzustecken und nicht zu lange darüber nachzudenken. Diesmal sei dies anders, wie er zugibt:

"Ich denke noch immer darüber nach, es ist immer noch nicht ganz vorbei. Denn die Chance war einfach riesig, im Europa-League-Finale zu stehen - und es geht nur darum, einen Schuss aus elf Metern ins Tor zu bringen."

Nur gegen Pervan weiter in die Mitte

Ob er nicht zu hart mit sich ins Gericht gehen würde - es soll vorkommen, dass Spieler im Elfmeterschießen scheitern? "Vielleicht, aber so sehe ich es eben."

Generell sei das Spiel bei Chelsea überragend gewesen, genau wie die Reaktionen auf sein Missgeschick: "Es hat auch einmal gut getan, wenn dich die Fans so in den Arm nehmen. Die nächsten Tage waren dann noch irgendwie schlimm, aber doch auch extrem cool."

Ein Wechselbad der Gefühle. Sollte er wieder einmal in die Situation kommen und einen Elfmeter schießen, werde er natürlich seine bisherige Taktik ändern und nicht mehr in die Mitte schießen - eine Ausnahme hätte es jedoch gegeben.

Nach dem Saisonende traf die Eintracht in China in einem Testspiel auf den VfL Wolfsburg mit Landsmann Pavao Pervan im Tor. "Im Elfmeterschießen wäre ich als nächster dran gewesen. Gegen Pavao hätte ich es natürlich wieder in die Mitte probiert", grinst Hinteregger.

Nah dran am Status als Führungsspieler

Davon ausgehend, dass es mit einem Verbleib bei der Eintracht klappt, hofft der Abwehrspieler in der kommenden Saison unter Trainer Adi Hütter den nächsten Schritt machen zu können. Auch zum Führungsspieler?

"Ich denke, man kann nicht sagen, ich werde jetzt Führungsspieler. Man wächst durch Leistungen rein. In Frankfurt, denke ich, bin ich durch die Leistungen in diesem halben Jahr schon nah dran, Führungsspieler in der nächsten Saison zu werden."

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Textquelle: © LAOLA1.at

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