Flick-Aus eine "emotionale Geschichte"

Flick-Aus eine Foto: © getty
 

Die Ankündigung von Bayern-Trainer Hansi Flick, den deutschen Rekordmeister nach der Saison verlassen zu wollen, hat den 3:2-Sieg bei Oliver Glasners VfL Wolfsburg (Spielbericht >>>) komplett überschattet.

Der Noch-Bayern-Cheftrainer hat seine Mannschaft nach dem Spiel über seinem Wunsch informiert. Torhüter Manuel Neuer sind die Gründe, warum Flick sein Engagement an der Säbener Straße beenden will "nicht so wichtig".

"Es ist eine emotionale Geschichte für uns alle, die wir als Mannschaft jetzt auch erstmal so aufnehmen und verarbeiten müssen, weil wir ja doch eine sehr schöne und erfolgreiche Zeit gemeinsam hatten. Für ihn war es auch wichtig, dass er es uns persönlich sagt. Das ist ein Zeichen dafür, dass wir ein sehr gutes Verhältnis haben", so Neuer nach dem Spiel bei "Sky".

"Letzte Schritte gemeinsam"

Auch ÖFB-Legionär David Alaba meldet sich zu Wort. Auf Twitter postet der Abwehrspieler, der die Bayern im Sommer verlassen wird ein gemeinsames Foto mit Flick. "Große Schritte gemeinsam. Letzte Schritte gemeinsam. Wir kämpfen bis zum Ende, Trainer!", schreibt Alaba auf Englisch dazu.

"Er hat es uns nicht begründet. Er hat nur gesagt, dass er auch sehr viel Energie gelassen hat in den letzten extrem intensiven eineinhalb Jahren. Um Trainer beim FC Bayern zu sein, braucht man natürlich grundsätzlich ein dickes Fell. Genau begründet hat er es uns nicht, aber das muss er auch nicht", so Thomas Müller.

"Lasse im Moment alles offen"

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

"Ich lasse mir im Moment alles offen, weil es da auch noch keine Gespräche gab", sagt Flick im ZDF-Sportstudio über die Nachfolge von Joachim Löw. Für Ex-Bundestrainer Rudi Völler ist die Sache aber klar: "Wer nach so einer Aktion von Hansi Flick denkt, dass er es nicht wird, das wäre natürlich eine sehr mutige Entscheidung."

Über die Nachfolge auf der Bayern-Trainerbank gibt es freilich auch schon reichlich Spekulationen. Leipzig-Coach Julian Nagelsmann ist da ein Kandidat, auch Erik ten Hag von Ajax Amsterdam. Der war schon vor der Bestellung von Flick im Gespräch gewesen. Es geht jedenfalls um den bereits fünften Trainer beim deutschen Fußball-Serienmeister seit Pep Guardiola den Klub 2016 verlassen hat. Dabei dachte man nach dem Triple-Gewinn 2020, mit Flick eine Lösung für die nächsten Jahre zu haben.

Verhältnis zu Salihamidzic zerstört

Die Bayern müssen Flicks Bitte nach Vertragsauflösung noch entsprechen. Doch es scheint alternativlos. Das zerstörte Vertrauensverhältnis zu Sportvorstand Hasan Salihamidzic macht eine weitere Kooperation unmöglich. "Für mich war die Chance, diese Mannschaft zu trainieren, etwas ganz Besonderes und ist immer noch etwas ganz Besonderes", sagt Flick. Deswegen sei er dem Verein und den Verantwortlichen ewig dankbar, zählte da auch einige Namen auf. Salihamidzic war nicht darunter.

Der Konflikt zwischen den beiden drehte sich vor allem um Spieler, die Flick wollte, aber nicht bekam. Und um Spieler, die Salihamidzic verpflichtete und der Trainer kaum einsetzte. Eine große Mehrheit der Bayern-Fans würde es lieber sehen, wenn Salihamidzic statt Flick den Klub verließe. Und auch, dass andere Führungskräfte wie Karl-Heinz Rummenigge, Oliver Kahn oder Präsident Herbert Hainer das Problem sahen, aber nicht eingriffen, wertet der "Kicker" als Kontrollverlust der Bayern-Spitze.

"Das ist kein Krieg. Jeder hat seinen Standpunkt. Es wird weitergehen", sagt Kapitän Manuel Neuer dem ZDF über den Konflikt zwischen Flick und Salihamidzic. "Wir Spieler können nur zurückblicken auf eine schöne Zeit." Vieles spricht dafür, dass Nationalspieler wie er, Leon Goretzka oder Leroy Sane auch in Zukunft mit Flick weiterarbeiten werden, denn der frühere DFB-Sportdirektor und Assistent von Joachim Löw ist jetzt der große Favorit und wohl auch einzige Kandidat für die Löw-Nachfolge.

Textquelle: © LAOLA1/APA Zum Seitenanfang »

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