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Variabel, stark, angepasst - für Alex Prass läuft's

Der Oberösterreicher blühte bei der TSG Hoffenheim zuletzt auf. Warum das so ist, kann er erklären.

Variabel, stark, angepasst - für Alex Prass läuft's Foto: © GEPA

"Es ist meine beste Phase seit meinem Wechsel zu Hoffenheim", sagt Alexander Prass.

Der 24-Jährige ist mit breiter Brust zum ÖFB-Team gekommen, bei seinem Arbeitgeber läuft es aktuell bestens.

"Ich habe gute Wochen hinter mir. Seit dem Jahreswechsel bekomme ich deutlich mehr Spielzeit, oft über große Distanz, gegen Ende hin habe ich auch ein paar Scorer sammeln können. Und wir haben viele Siege eingefahren", so der Oberösterreicher.

Viele Positionen, viel Kopfarbeit

Trainer Christian Ilzer setzt Prass in der laufenden Saison auf diversen Positionen ein – Linksverteidiger, Linksaußen, Rechtsaußen, offensives Mittelfeld.

"Ich bin es gewöhnt, mich relativ schnell anzupassen, spiele verschiedene Positionen und verschiedene Varianten", sagt er.

Prass weiter: "Alles hat seine Vor- und Nachteile. Wenn du Woche für Woche dieselben Abläufe hast, ist viel Automatismus drinnen. Wenn du auf verschiedenen Positionen spielst, musst du im Kopf immer soweit sein, gewisse Szenen durchgehen, aus den Trainings viel mitnehmen."

Und außerdem seien "die meisten Trainer froh, wenn sie einen Spieler haben, der mehrere Positionen spielen kann".

Der Traum von der Champions League

Trainer sind auch froh, wenn ihre Mannschaft performt. In Hoffenheim ist das aktuell der Fall. Die Kraichgauer sind Fünfter punktegleich mit dem Vierten Leipzig.

"Wenn du zu diesem Zeitpunkt vorne mitspielst, willst du auch was absahnen. Wir wissen, dass es nicht einfach wird, aber man darf ein Stück weit von der Champions League träumen", sagt der Flügelspieler.

"In Österreich wurde oft über meine Körperlichkeit geredet. In Deutschland gab es dann 15 andere, die auch so viel rennen können."

Das habe nicht zuletzt mit der Arbeit von Sportchef Andreas Schicker und Trainer Ilzer zu tun: "Es war wichtig, im Sommer eine ganze Vorbereitung gehabt zu haben. Sie haben die Mannschaft umgebaut, konnten viele Impulse setzen, haben clevere Entscheidungen getroffen. Das Team hat sich sehr gut gefunden."

Es ging doch nicht so schnell

Auch Prass selbst tritt ganz anders auf als noch in der Vorsaison.

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In Hoffenheim sind Startelf-Einsätze inzwischen Standard
Foto: ©GEPA

Er gibt offen zu: "Ich dachte eigentlich, ich hätte mich schnell adaptiert. Im Nachhinein merke ich aber, dass ich jetzt sehr viel weiter bin. Ich konnte aus der letzten Saison, die oft nicht sehr cool war, viel mitnehmen. In so einer Phase bist du dir selbst gegenüber auch kritischer."

Die Basics sind wichtig

Dass das Niveau in der deutschen Bundesliga ganz anders ist als jenes in heimischen Gefilden, hat er längst festgestellt.

"In Österreich wurde oft über meine Körperlichkeit geredet. In Deutschland gab es dann 15 andere, die auch so viel rennen können. Da wird dir bewusst, dass du auch in diesem Bereich versuchen musst, besser zu werden. Überhaupt sind die Spieler alle in den Basics richtig gut, da konnte ich auch einige Schritte machen", so der 17-fache ÖFB-Teamspieler.

Endlich wieder Dialekt

Wer ihm zuhört, dem fällt der ein oder andere bundesdeutsche Begriff auf, der sich in seine Sprache eingeschlichen hat.

"Ja, da habe ich mich schnell angepasst. Du wirst ja ständig gehäkelt, wenn du dauernd irgendwas daherredest", lacht er.

Da tut ein Abstecher zum ÖFB-Team gut: "Es ist angenehm, hier frei reden zu können, den Dialekt nicht verstecken zu müssen."

Verstecken muss sich Alexander Prass derzeit aus mehrerlei Gründen nicht. Läuft.

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