NEWS

Matchwinnerin Schiechtl nach Cupsieg: "Habe immer noch Gänsehaut"

Erstmals in ihrer eigenständigen Vereinsgeschichte dürfen die Austrianerinnen über einen Titelgewinn jubeln. Rekordkulisse, Unterstützung aus dem gesamten Verein und der lang ersehnte Triumph - die Stimmen nach der Partie:

Matchwinnerin Schiechtl nach Cupsieg: "Habe immer noch Gänsehaut" Foto: © GEPA

Die FK Austria Wien Frauen haben den ersten Titel der Vereinsgeschichte in der Tasche!

Im Finale des ÖFB-Frauen-Cups bezwingen die Veilchen den FC Red Bull Salzburg vor Rekordkulisse am Sport-Club-Platz mit 1:0 (zum Spielbericht >>>).

"Unbeschreiblich. Ich bin mega stolz auf die Mannschaft, wir haben unser Herz auf dem Platz gelassen. Ich habe immer noch Gänsehaut pur von diesen Fans, ein großes Dankeschön. Wahnsinn", so Goldtorschützin Kathi Schiechtl unmittelbar nach der Siegerehrung. Auch Cheftrainer Stefan Kenesei ist sichtlich überwältigt: "Wir wollten Geschichte schreiben, das haben wir gemacht."

Rekordkulisse und Unterstützung aus dem gesamten Verein

4.600 Fans fanden am Donnerstagnachmittag ihren Weg in den 17. Wiener Gemeindebezirk, das ist ein neuer Rekord - mit Abstand. Ein Großteil davon waren Fans der Violetten, die über 90 Minuten hinweg auf einer aus allen Nähten platzenden Friedhofstribüne für Gänsehaut-Stimmung sorgten.

"Wenn wir es nicht besser wüssten, würden wir glauben, es war ein Heimspiel in der Generali Arena. Überragende Stimmung, nicht nur 90 Minuten, sondern schon beim Aufwärmen. Auch jetzt sind die Fans noch da und feiern mit den Spielerinnen. Sie verdienen sich so eine Kulisse", freut sich der Erfolgscoach.

Neben den zahlreichen Fans unterstützte auch der gesamte Profikader - um Kapitän Manfred Fischer, Präsident Kurt Gollowitzer und Finanzvorstand Harald Zagiczek - die violetten Kickerinnen.

Diese Unterstützung bedeutet den Veilchen "sehr viel", so Kapitänin Carina Wenninger. "Man hat das ganze Jahr über gesehen, dass wir sehr eng zusammenarbeiten. Schon im Europacup waren sehr viele Leute aus der Männerabteilung bei uns dabei. Im besten Fall sind alle Abteilungen der Austria sehr erfolgreich. Wir freuen uns total, dass heute so viele da waren. Wir sind ein Verein", fügt sie hinzu.

"Bin Austrianer von Kindheitstagen an"

Von Beginn an gaben die Wienerinnen den Ton an, mehrere Salzburger Rettungstaten kurz vor oder auf der Torlinie sowie die Latte verhinderten frühere Treffer seitens der Austria.

"Wir haben von der ersten Minute an dominiert und konnten es mit dieser Kulisse sehr genießen. Hätten wir das eine oder andere Tor früher geschossen, wäre es noch entspannter gewesen", meint Kenesei, bei dem "große Erleichterung" herrscht.

Wie schon vor einigen Wochen beim 0:0 in der ADMIRAL Frauen Bundesliga verzeichneten die Violetten ein deutliches Chancenplus, konnten sich aber erst spät belohnen. "In einem Finale ist es dann so, dass ein Standard und Kathi Schiechtl per Kopf her muss", lacht er.

Auch für ihn ist es der größte Erfolg seiner Karriere: "Ich habe jetzt keinen voll geräumten Trophäenschrank, ich habe auch noch keinen gebaut. Das kann ja noch werden. (...) Ich bin Austrianer von Kindheitstagen an, mein Ziel war immer, als Trainer mit dem Klub irgendwo erfolgreich zu sein." Das hat er nun geschafft.

Ausgelassene Feier muss warten

Ganz so ausgelassen werden die Feierlichkeiten der Veilchen aber nicht ausfallen, geht es doch schon am Sonntag auswärts beim SK Sturm Graz um wichtige Punkte für den Meisterteller.

"Die Momente und Emotionen kommen nicht wieder, man muss es also natürlich heute genießen. Aber wir wissen ganz klar in Hinblick auf Sonntag, dass wir ein Spiel in den Beinen haben. Es geht in der Meisterschaft auch noch um alles, deswegen stoßt man an und freut sich, aber natürlich wird es nicht die ausgelassene Feier wie am Saisonende", schildert Wenninger.

In der Liga liegen die Austrianerinnen drei Spieltage vor Schluss vier Punkte vor Serienmeister St. Pölten.

Double-Chance? "Es ist ein Privileg"

Ob der erreichte erste Titel den Druck reduziert? "Es ist ein Privileg, dass man so lange um zwei Titel mitspielen kann. Für die eine oder andere Spielerin, für die es der allererste Titel ist, fällt definitiv ein bisschen Nervosität weg. Jetzt kann man sich zu 100 Prozent auf die Meisterschaft konzentrieren", meint die erfahrene Defensivspielerin.

Im Falle einer Niederlage der Wölfinnen und eines eigenen Sieges könnten die Veilchen schon am Sonntag den ersten Meistertitel und somit das Double fixieren.

Kommentare