Europacup-Saison gibt Austria-Frauen trotz Aus "viel Kraft"
Trainer Kenesei glaubt an gewonnene Erfahrung als wichtiges Plus im nationalen Titelkampf.
Die Wiener Austria hat sich erhobenen Hauptes aus ihrer Premierensaison im Frauen-Fußball-Europacup verabschiedet.
Mit dem historischen Halbfinal-Einzug klappte es im Women's Europa Cup gegen Sparta Prag zwar nicht, von den Erfahrungen will der Bundesliga-Leader aber profitieren. "Die Reife und Entwicklung, die wir in kurzer Zeit genommen haben, ist etwas, das uns für Meisterschaft und Cup sehr zugute kommen kann", sagte Austria-Trainer Stefan Kenesei im Gespräch mit der APA.
Chance auf nationales Double
Die Austrianerinnen haben gute Chancen, dem SKN St. Pölten beide nationalen Titel abzuluchsen. Im ÖFB-Cup haben die Violetten die Niederösterreicherinnen bereits eliminiert und stehen im Halbfinale, in der Liga beträgt der Vorsprung auf den Serienmeister nach zwei gewonnenen direkten Duellen sechs Punkte. Die Austria scheint die neue stärkste Kraft im Land.
"Spätestens wenn wir im Cup K.o.-Spiele haben oder im oberen Play-off wieder Spitzenspiele gegen St. Pölten, werden wir uns daran erinnern können", sagte Kenesei über die gelungenen Europacup-Auftritte. "Das ist ein mentaler Aspekt. Erfahrung holt man sich genau in solchen Situationen."
Die Enttäuschung, nach einem 0:0 im Hinspiel in Prag am Mittwoch mit einem 1:3 nach Verlängerung nicht ins Halbfinale eingezogen zu sein, sei natürlich da. "Wir sind aber nicht mit dem Anspruch in unsere erste Europacup-Saison hineingegangen, dass wir ihn gleich gewinnen."
Defensive als großes Plus
Von der Defensive zeigte sich Kenesei besonders angetan. Im Hauptbewerb des neu eingeführten Women's Europa Cup setzte es für Kapitänin Carina Wenninger und Co. gegen RSC Anderlecht und Sparta in vier Partien nur zwei Gegentore in der regulären Spielzeit.
"Dass wir verteidigen können, wissen wir", betonte der Austria-Coach. "Das wird natürlich wichtig sein. Wenn wir gegen St. Pölten auch zweimal zu Null spielen, schaut das schon einmal positiv aus."
Ans Eingemachte geht es in der Liga-Meistergruppe erst ab April. Eine Punkteteilung wie bei den Männern gibt es nicht.
Vor der Länderspielpause steht für die Austria am Sonntag (14.30 Uhr) im Grunddurchgang noch ein Heimspiel gegen Schlusslicht FC Südburgenland auf dem Programm. Da wolle man noch einmal eine gute Leistung zeigen, erklärte Kenesei.
"Wir wollen mit dem Punktepolster, den wir haben, in die Länderspielpause gehen." Erst danach stehe die Aufarbeitung der Europacup-Saison auf dem Programm. "Daraus werden wir viel Kraft ziehen."