Das Ende des USV Neulengbach ist fix
Bis zum Ende der Frist wurde kein Einspruch gegen die verweigerte Lizenz eingereicht. Nun herrscht für die Aktiven Unsicherheit über den weiteren Verlauf.
In der Nacht von Donnerstag auf Freitag verstrich die Frist, nach der nun klar ist: Die Geschichte des professionellen Frauen-Fußballs beim USV Neulengbach ist zu Ende.
Bis dahin hätte das Protestschreiben beim Senat 5 der Bundesliga eintrudeln müssen.
"In den vergangenen Tagen war intensiv daran gearbeitet worden, eine Perspektive für den Verbleib in der Frauen-Bundesliga zu schaffen. Es lagen tragfähige Lösungen auf dem Tisch. Umso größer ist nun das Entsetzen darüber, dass dieser Weg nicht zu Ende gegangen wurde", heißt es seitens der Spieler:innen-Gewerkschaft "younion".
"Für mich ist das enttäuschend. Die Spielerinnen sind nicht davongelaufen, sie waren bereit, gemeinsam weiterzugehen. Gerade deshalb ist es für mich unverständlich, dass man den Verein jetzt fallen lässt, obwohl Bereitschaft da war, diesen Weg gemeinsam weiterzuführen", sagt die sportliche Leiterin Maria Wolf.
Investor wäre bereitgestanden
Die sportliche Leiterin hätte es laut dem "Kurier“ geschafft, einen Geldgeber an Land zu ziehen. Demnach sei Alexander Widhofner, Unternehmer in der Immobilienbranche, bereit gewesen, die Kosten für die Rettung zu tragen und auch die ausstehenden Gehaltszahlungen zu übernehmen.
Ein Problem dürfte dem Bericht zufolge allerdings Obmann Thomas Wirnsberger gewesen sein. Das Vereinsoberhaupt sei kaum erreichbar, nicht einmal für die Vereinsverantwortlichen.
Am Ende soll Wirnsberger die nötige Unterschrift verweigert haben - obwohl es zwischenzeitlich danach ausgesehen habe, dass er dem Projekt zustimmen würde. "Nach Rücksprache mit unserem Anwalt sind alle Unterlagen in der nötigen Form für einen positiven Protest vorgelegen", sagt Wolf, die am Freitag ihren Austritt bei der Post aufgab.
"Nach drei Wochen intensiven Einsatzes und auch persönlicher Belastung sehe ich mich nun gezwungen, einen Schlussstrich zu ziehen. Ich gebe an dieser Stelle auf."
Keine Klarheit über den weiteren Verlauf
Auch Trainer Andreas Ogris reagiert mit Unverständnis auf das Aus: "Sportlich hätten wir überhaupt kein Problem gehabt, die Liga zu halten. Wir hatten heuer 14 Bundesliga-Debütantinnen, die einen herausragenden Job gemacht haben. Ich hoffe, dass sich diese jungen Spielerinnen von dieser Erfahrung nicht entmutigen lassen. Die Mannschaft war bereit, das Trainerteam war bereit, und wir hätten diesen Weg gemeinsam geschafft. Umso bitterer ist es nun."
Wie es nun unmittelbar mit dem Team und den Spielerinnen weitergeht, ist vorerst offen. Die Gewerkschaft kritisiert diese unsichere Lage: "Es gibt offiziell keinen Insolvenzantrag, keine Information an die Liga und keine Vertragsauflösungen."