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Neues Sturm, alte Probleme: "Liegt viel Arbeit vor uns"

Eine Niederlage in Rotterdam besiegelt Sturms EL-Aus. Bei Ingolitschs Debüt hatten die "Blackies" mit ihren alten Schwächen zu kämpfen.

Neues Sturm, alte Probleme: "Liegt viel Arbeit vor uns" Foto: © GEPA

Neues Spiel, aber kein neues Glück. Zumindest nicht im ersten Sturm-Pflichtspiel des Jahres 2026. Die Grazer müssen sich nach einer 0:3-Niederlage gegen Feyenoord aus der Europa League verabschieden (zum Spielbericht>>>).

Europa-League-Negativrekord

Dabei gab es beim Pflichtspiel-Debüt von Fabio Ingolitsch gleich am Anfang eine kalte Dusche. Nach einem Corner köpfen die Niederländer früh das 1:0 (5.). Es ist bereits das fünfte Gegentor im siebenten Spiel, das die Grazer nach einem ruhenden Ball bekommen - der negative Höchstwert aller Teams in dieser EL-Saison bisher!

"Wir waren in der ersten Hälfte gut im Spiel, aber kassieren immer wieder in der Europa League Tore aus Standardsituationen. Auf diesem Niveau ist das der Unterschied, das müssen wir verbessern. Wir investieren so viel, und dann kassieren wir so einfache Tore." ärgert sich Kapitän Jon Gorenc Stankovic im Interview bei "Canal+" nach dem Spiel.

Ingolitsch über Standard-Schwäche: "Zieht sich wie ein Kaugummi"

Das Problem hat auch Neo-Coach Fabio Ingolitsch längst erkannt: "Wir haben 90 Minuten aus dem Spiel heraus ordentlich verteidigt, das Problem waren die Standards."

Für den 34-Jährigen ist es "sehr ärgerlich". Das Problem "zieht sich wie ein Kaugummi durch die Europa-League-Saison", so Ingolitsch, der weiß, dass noch viel Arbeit vor ihm und seinem Team liegt.

Parensen enttäuscht: "Haben uns mehr ausgerechnet"

Doch auch mit dem Ball konnten die Grazer gegen Feyenoord nicht viel anfangen. "Wir hatten auch Probleme, die direkten Duelle zu gewinnen. Wenn du die Bälle nicht halten kannst, kommen sie zurück wie ein Bumerang, und dann schaut es so aus wie heute", ist für den Trainer der Steirer klar.

Auch für Sport-Geschäftsführer Parensen war die Leistung gegen Feyenoord "zu wenig." Man hätte sich vor dem Spiel etwas ausgerechnet: "Wir sind gut ins Jahr gestartet, haben gute Ansätze im Trainingslager gezeigt und sind dementsprechend enttäuscht, dass wir die kleine Chance, in der Europa League zu überwintern, nicht nutzen konnten."

Lob für Weinhandl: "Müssen froh sein, so ein Talent zu haben"

Für positive Schlagzeilen sorgte der 17-jährige Luca Weinhandl der ausgerechnet in der Europa League vor rund 33.000 Fans sein Profi-Debüt für Sturm feiert. Lob für den Youngster gab es von Routinier Stankovic: "Man hat schon von Anfang an gesehen, was für ein Spieler er ist - auch beim Training."

Dass er durch sein Talent Spielzeit bei den Grazern bekommt, sei für Stankovic "klar und auch verdient". Der 29-Jährige freut sich über den frischen Wind an seiner Seite: "Wir müssen richtig froh sein, dass so ein Talent bei uns ist."

Auf der anderen Seite freut sich Feyenoord-Coach Robin van Persie über den ersten vollen Erfolg nach sechs sieglosen Spielen in Folge: "Ich bin sehr glücklich über den Sieg. Wir haben gut verteidigt und keine einzige hundertprozentige Chance zugelassen. Es fühlt sich wie ein Neustart für uns an."

Während sich die Grazer für dieses Jahr aus dem internationalen Geschäft verabschieden müssen, hat Feyenoord am letzten Spieltag die Chance mit einem Sieg bei Betis Sevilla ins Playoff der Europa League einzuziehen.

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