Endstand
3:1
3:0 , 0:1
NEWS

Letsch überglücklich: "So wollten wir ins Jahr starten"

Die "Bullen" werden im ersten Pflichtspiel des Jahres ihren spielerischen Ansprüchen endlich wieder so richtig gerecht. Einen freut das besonders:

Letsch überglücklich: "So wollten wir ins Jahr starten" Foto: © GEPA
Kommentare

Es war die vielleicht beste Halbzeit des FC Salzburg seit vielen Monaten.

An Spieltag sieben der UEFA Europa League empfingen die "Bullen" niemand Geringeren als den FC Basel - und spielten den Schweizer Meister 45 Minuten lang so richtig her.

"Wir sind heute vorgeführt wurden", stöhnt FCB-Coach Ludovic Magning danach bei "Sky".

Der 3:1-Sieg (Spielbericht>>>) in der nur von 6.741 besuchten Zuschauern - davon rund 1.500 aus der Schweiz - sowie eiseskalten Red Bull Arena tat der Salzburger Seele doppelt gut.

"Haben ihnen kaum Luft zum Atmen gegeben"

Einerseits wurde eine fast zwölf Jahre alte Rechnung mit den Baslern aus dem dramatischen Europa-League-Achtelfinale 2014 beglichen, andererseits wurde über weite Strecken endlich mal wieder der vielzitierte Red-Bull-Powerfußball geboten.

"In der ersten Halbzeit haben wir Basel kaum Luft zum Atmen gegeben. Wenn sie den Ball hatten, haben wir ihn sofort mit super Gegenpressing zurückerobert, haben uns Torchancen erarbeitet und auch Tore geschossen. Das war top", strahlt Coach Thomas Letsch danach.

Der Deutsche wurde im schwierigen Herbst nicht müde darin zu betonen, dass seiner Mannschaft aufgrund der Teilnahme an der FIFA-Klub-WM eine richtige Sommervorbereitung fehlte und man deren Leistungsvermögen bitte doch erst nach dem Wintertrainingslager bewerten soll.

Die Früchte des Wintertrainingslagers

Bereits im ersten Testspiel des Jahres, gegen den FC Bayern (0:5), zeigten die "Bullen" in einer guten ersten Halbzeit verbesserte Ansätze. Auch die beiden Partien im Trainingslager in Belek gegen Rakow Czestochowa (1:1) und Roter Stern Belgrad (2:0) ließen erahnen, dass Letschs Versprechungen nicht nur leere Worthülsen sind.

"Wir haben mit den Coaches viel im Trainingslager daran gearbeitet, einfach sehr giftig in den Pressingsituationen zu sein. Das ist uns heute sehr gut geglückt", verrät Matchwinner Kerim Alajbegovic. Gleichzeitig sei man "als Team noch mehr zusammengewachsen, so dass wir die Spielidee noch klarer durchziehen. Es freut uns einfach, das auf dem Platz zeigen zu können."

Tatsächlich kreierten die "Bullen" gegen Basel auffällig viele gelungene Pressingsituationen, die in ihrer Galligkeit an frühere Glanzzeiten erinnerten. Noch viel wichtiger war allerdings, wie effizient sie großteils mit diesen hohen Balleroberungen umgingen.

Basel spielte brav mit

test
Kerim Alajbegovic hätte gerne einen noch deutlicheren Sieg eingefahren
Foto: ©GEPA

Ein wenig seien die Gäste aus der Schweiz aber auch ins offene Messer gelaufen, gibt Letsch zwischen den Zeilen zu: "Basel hat versucht, Fußball zu spielen, dementsprechend haben wir Möglichkeiten für hohe Ballgewinne gehabt. Es gehören schon immer zwei Mannschaften dazu, aber natürlich wollen wir möglichst oft hochstehen."

Zur Halbzeit habe sich "Basel auch Gedanken gemacht, wie sie ihre Struktur verändern müssen, um es besser zu machen", so Letsch, deshalb tat sich seine Mannschaft in Durchgang zwei etwas schwerer.

"Ich finde, wir haben nach dem 3:0 etwas Fahrt rausgenommen. Das können wir nicht machen, da müssen wir auf das 4:0 oder 5:0 gehen", bemängelt Alajbegovic. Gleichzeitig hält der Youngster fest: "Am Ende des Tages haben wir es souverän runtergespielt."

Jüngste Salzburger Europa-League-Elf aller Zeiten

Auch Letsch spricht von einem "unterm Strich sehr guten Auftritt dieser jungen Truppe (mit einem Altersdurchschnitt von 22,1 Jahren die elftjüngste Startelf der Europa-League-Geschichte, Anm.). So wollten wir ins Jahr 2026 starten."

Dass durch diesen Sieg weiterhin die theoretische Chance auf ein Weiterkommen in der Europa League lebt, sei für ihn weniger wichtig als die Art und Weise, wie der Dreipunkter eingefahren wurde.

"Im Vorfeld haben wir gesagt, wir wissen nicht zu 100 Prozent, wo wir stehen. Man kann noch so viel im Training machen, wenn man ein solches Erfolgserlebnis hat, muss einen das pushen und bestätigen. Das ist das für mich Entscheidende und nicht irgendeine Mathematik - auch, wenn ich mich darin gut auskenne", schmunzelt der ehemalige Mathematik-Lehrer.

Kommt jetzt die Erntezeit?

Umso wichtiger sei es gewesen, gleich gut ins neue Jahr reinzustarten, "weil jetzt die Phase der Saison kommt, in der du ernten musst", so Letsch.

Um diese Erntezeit so ergiebig wie möglich zu gestalten, muss der Salzburg-Coach deutlich mehr Konstanz in seine Mannschaft zu bringen, als es noch im vergangenen Herbst der Fall war; da folgten auf gute Leistungen oftmals wochenlange Miseren.

Wie das gelingen soll? "Wir versuchen zu arbeiten, versuchen, die Konkurrenzsituation hochzuhalten und entsprechende Leistungen abzurufen. Ob uns das immer gelingt, weiß ich nicht. Aber ihr könnt euch sicher sein, wir arbeiten hart daran."

Kommentare

Kommentare