Hinter dem unscheinbaren Kürzel verbirgt sich einer der schillerndsten Fußball-Klubs Osteuropas. Als Steaua Bukarest - der Name musste nach einem verlorenen Rechtsstreit mit dem Verteidigungsministerium abgelegt werden - avancierte der Verein zum nationalen Rekordmeister und in den 1980er-Jahren sogar zu einer internationalen Top-Adresse. Höhepunkt war 1986 der 2:0-Finalsieg über Barcelona im Meistercup, dem Vorgänger der Champions League.
An diese Glanzzeiten kann FCSB trotz der Finanzkraft des Patrons George "Gigi" Becali schon länger nicht mehr anschließen. Der mehrfach vorbestrafte Becali hat keine offizielle Funktion mehr im Verein, zieht aber durch ihm loyale Personen weiterhin die Strippen. Er ist omnipräsent in den Medien, auch Darazs ist er ein Begriff, wie er nach Telefonaten mit rumänisch-stämmigen Wienern schmunzelnd erklärte.
Im Vorjahr konnte Becali den ersten Meistertitel seit 2015 bejubeln. Kein durchschlagender Erfolg, sondern überfällig angesichts der kolportierten Gagen, die der Verein seinen Kickern zahlen soll, sagen Kritiker. Der Mannschaft wird ein technisch guter Fußball mit mangelhafter taktischer Disziplin nachgesagt.
Bukarest bereits im Quali-Modus
Darius Olaru gilt als das offensive Herzstück. Der Kapitän kurbelt im Zentrum und gilt als enorm torgefährlich. 24 Minuten spielte er bei der EM für sein Heimatland. Linksaußen Florinel Coman verabschiedete sich nach 19 Toren und elf Vorlagen für fünf Millionen Euro nach Katar. Ihn ersetzt Florin Tanase, der nach einem Wüsten-Abenteuer in die Heimat zurückkehrte.
Mit fünf Punkten aus fünf Spielen ist der Saisonstart unter Meistertrainer Ilias Charalampous verpatzt. Vieles wurde beim 27-fachen Meister der Champions-League-Quali untergeordnet. Die Hürde Maccabi Tel Aviv wurde übersprungen (2:1), gegen Sparta Prag blieb FCSB aber hängen. Nach einem 1:1 in Prag behielten die Tschechen die Nerven, ließen ein 3:2 vor fast 30.000 Zuschauern in Bukarest folgen.
Berührungspunkte zum österreichischen Fußball gibt es. Ebenfalls im EL-Play-off schaffte Rapid 2018 nach einem 3:1-Heimsieg trotz 1:2-Niederlage in Bukarest den Einzug in die Gruppenphase. 1999 schied der LASK gegen Steaua im UEFA-Cup aus - nach einem 0:2 in Bukarest und 2:3 in Linz.