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Glasners Krönung? "Jeder erwartet, dass wir gewinnen müssen"
Der österreichische Trainer erreicht mit Crystal Palace sein zweites Endspiel. Nach dem Finaleinzug spricht der Headcoach auch über den Druck der letzten Zeit.
Es ist (fast) vollbracht.
Oliver Glasner zieht mit Crystal Palace in Endspiel der UEFA Europa Conference League ein - dieser Erfolg gelingt erstmals in der Klubhistorie. Im Halbfinal-Rückspiel bezwingen die Londoner Shakhtar Donetsk mit 2:1 im Selhurst Park. Damit sind die "Eagles" mit einem 5:2-Gesamtscore weiter.
Das letzte Spiel des Österreichers als Palace-Trainer wird also das Finale der Conference League sein. Im zweiten Jahr in Folge hat der 51-Jährige also die Chance, mit dem jahrelang titellosen Klub eine große Trophäe zu gewinnen.
Nach dem Spiel zeigte sich Glasner dennoch emotional gefasst. "Es fühlt sich unglaublich an. Ich bin sehr stolz auf das Team, meine Spieler haben Tolles erreicht und wir haben uns gegen ein sehr starkes Team durchgesetzt."
"Eine herausragende Nacht"
Seine Mannschaft, die durch ein Eigentor in der 25. Minute in Führung ging, habe "gute Chancen herausgespielt und unglaublich hart für diesen Erfolg gearbeitet", meint Glasner nach einer "herausragenden Nacht": "Wir sind überglücklich und hochzufrieden."
Der frühere Profi sah ein "insgesamt fantastisches Spiel", in dem Shakhtar in der 34. Minute sogar ausgleichen konnte. Ismaila Sarr brachte die "Eagles" in der 52. Minute aber wieder in Front. Den Vorsprung brachten die Engländer ins Ziel.
Das Team aus der Ukraine sei für den Premier-League-Klub aber keineswegs ein einfacher Gegner gewesen, betont Glasner: "Shakhtar hat so viele gute, schnelle Spieler. Jeder kann dribbeln, sie überlagern die Seiten. Trotzdem waren wir fokussiert, haben das antizipiert."
Für "80 Prozent" das erste Mal
Für Glasner selbst ist es nicht das erste europäische Finale. Schließlich gewann er 2022 mit Eintracht Frankfurt die Europa League im Finale gegen die Glasgow Rangers. Selbst mit Palace gelang dem Österreicher bereits ein Pokalsieg, der FA Cup in der Vorsaison.
Doch der nationale Cup, so prestigeträchtig er auch sein mag, ist eben immer noch nicht der Europapokal. "Ich schätze mal, 80 Prozent der Spieler haben zum ersten Mal in einem europäischen Wettbewerb gespielt", merkt Glasner an.
Die Sache mit dem Druck
Deshalb musste das Team aus "jedem Spiel etwas mitnehmen". Dazu kommt die hohe Erwartungshaltung, die ein Klub aus der 'besten Liga der Welt' nun einmal hat. "Klar hatten wir dann auch viel Druck", offenbart der Headcoach.
"Jeder erwartet, dass wir gewinnen müssen - wie schon gegen Larnaka", ergänzt er. Der Druck sei erst nach dem Viertelfinale etwas abgefallen. "Seitdem haben wir uns freier gefühlt".
"Wir nehmen es als Belohnung"
Nicht vergessen werden darf allerdings, dass sich Palace durch den FA-Cup-Triumph ja eigentlich für die Europa League qualifiziert hätte. Weil John Textor am Stichtag sowohl an Olympique Lyon als auch an Palace Anteile hielt. Nottingham rückte in die Europa League auf, die "Eagles" durften nur in der Conference League ran.
"Die Conference League ist die Belohnung dafür, dass wir letztes Jahr den FA Cup gewonnen haben. Wir konnten leider nicht in der EL antreten, aber wir nehmen es als Belohnung. Ich kann das Finale kaum erwarten", so Glasner, der schon das Finale vor Augen hat:
"Je näher man am Finale dran ist, desto mehr kann man es sehen und desto mehr will man auch wirklich dabei sein. Wenn man im Finale steht, will man es natürlich gewinnen. Das ist unser nächster Job."
In einer Riege mit Happel und Guttmann?
Im Endspiel trifft Crystal Palace am 27. Mai auf LaLiga-Klub Rayo Vallecano, auch hier gelten die "Eagles" wieder als Favorit.
Bei einem Sieg im UECL-Finale würde Glasner zu einem kleinen Kreis von österreichischen Trainern vorstoßen, die jeweils zwei Europacup-Titel gewinnen konnten: Ernst Happel und Bela Guttmann.
Der Grantler gewann den damaligen Meistercup 1970 mit Feyenoord Rotterdam und 1983 mit dem Hamburger SV. Guttmann gelang ein Back-to-Back-Erfolg im Meistercup mit Benfica Lissabon (1961, 1962).