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Sturms Schlüssel zum Erfolg: "Wir haben sie aufgefressen"

Ein Tripleschlag nach der Pause ebnet gegen Heart of Midlothian den Weg zum Aufstieg. Trotzdem steigen Trainer und Spieler auf die Euphoriebremse.

Sturms Schlüssel zum Erfolg: "Wir haben sie aufgefressen" Foto: © GEPA

Mit einem 4:0 gegen Heart of Midlothian legt der SK Sturm Graz im Hinspiel der zweiten Qualifikationsrunde zur UEFA Champions League den Grundstein für den Aufstieg (zum Spielbericht>>>).

Trotz der klaren Ausgangslage treten die Grazer nach dem Schlusspfiff aber auf die Euphoriebremse.

"Es ist Halbzeit", stellt Trainer Fabio Ingolitsch klar. In Edinburgh werde ein völlig anderes Spiel auf seine Mannschaft warten. "Wir müssen das mit maximaler Seriosität über die Linie bringen."

Weinhandl erlebt Traumabend

Einer der Gewinner des Abends ist Luca Weinhandl. Der 17-Jährige erzielt mit dem 3:0 sein zweites Pflichtspieltor für Sturm – das erste zuhause, und das ausgerechnet im Europacup.

"Vor der Nordkurve zu treffen, ist etwas ganz Besonderes", sagt Weinhandl. Lange werde er sich an diesen Abend erinnern.

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit sei seine Mannschaft mit viel Überzeugung aus der Kabine gekommen. "Wir haben den Flow mitgenommen." Innerhalb weniger Minuten zieht Sturm davon.

Trotz des deutlichen Resultats will das Eigengewächs nichts von einem bereits entschiedenen Duell wissen. "Natürlich kann noch alles passieren. Wir müssen am Boden bleiben."

Heil erfüllt sich Kindheitstraum

Auch Neuzugang Jürgen Heil erlebt einen besonderen Abend. Der Steirer trifft bei seinem Europacup-Debüt vor der Nordkurve. Ausgerechnet für jenen Verein, dessen Spiele er als Kind auf derselben Tribüne verfolgt.

"In den 15 Minuten nach der Pause haben wir sie aufgefressen, das war der Unterschied."

Jürgen Heil

"Vor zehn Jahren bin ich noch auf der anderen Seite gestanden", erzählt Heil. "Wenn dir dann die Fans zujubeln, ist das einfach ein Gänsehautmoment."

Den Schlüssel zum klaren Sieg sieht der 28-Jährige vor allem in den Anpassungen nach der Pause. Sturm habe deutlich mehr Zugriff bekommen und dadurch immer häufiger Ballgewinne in gefährlichen Zonen erzwungen.

"In den 15 Minuten nach der Pause haben wir sie aufgefressen, das war der Unterschied", sagt der Rechtsverteidiger, der vom TSV Hartberg kam.

Ingolitsch lobt das Kollektiv

Auch Ingolitsch hebt vor allem die zweite Halbzeit hervor. Seine Mannschaft sei mutiger geworden, habe höher attackiert und genau jenen Umschaltfußball auf den Platz gebracht, "den jeder gerne sieht".

"Wie wir in der zweiten Halbzeit noch einmal den Turbo eingeschaltet haben und spektakuläre Minuten abgeliefert haben - da hat das Stadion gebrannt und es hat Spaß gemacht, von außen zuzuschauen", strahlt der Chefcoach.

Besonders stolz macht den Trainer aber etwas anderes: das Innenleben der Mannschaft.

In den vergangenen Monaten habe man bewusst auf Charaktere geachtet, die ins Gefüge passen. "Wir wollten einen gesunden Mannschaftskern finden." Das zeige sich mittlerweile auch auf dem Platz. "Bei uns steht immer die Mannschaft im Mittelpunkt."

Noch nichts gewonnen

Das 4:0 ist eine hervorragende Ausgangslage, mehr aber auch nicht.

"Wenn wir vier Tore schießen können, dann können sie das auch", warnt Ingolitsch. Das Rückspiel in einem ausverkauften Stadion werde vor allem mental eine Herausforderung.

Die Richtung stimmt dennoch. Nach dem gelungenen Pflichtspielauftakt reist Sturm mit viel Selbstvertrauen nach Schottland.

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