"Zweite Halbzeit nach dem Ausschluss war es dann nur mehr ein Wehren mit Händen und Füßen. Das hat die Mannschaft natürlich hervorragend gemacht. Tirol hat in dieser Phase nicht eine Torchance gehabt, wir haben überhaupt nichts zugelassen. Kompliment der Mannschaft", sagt Pacult.
Klagenfurt "greift auf andere Tugenden zurück"
Mittlerweile habe sich seine Mannschaft bereits auf solche Spiele eingestellt: "Wir sind Aufsteiger, wir müssen uns jeden Punkt hart erarbeiten. Wir können nicht wie in der 2. Liga versuchen, das Spiel selbst zu machen. Wir müssen auf andere Tugenden zurückgreifen, die uns den einen oder anderen Punkt bringen. Das hat sich in den letzten Spiel bewahrheitet, dass wir da gut gearbeitet haben."
Bis in die tiefe Nachspielzeit lieferte Klagenfurt eine stabile Leistung ab. Ein Umstand, den sich Peter Pacult aber gerne erspart hätte. "Wenn ich so schaue, was wir schon für Nachspielzeiten gehabt haben, haben wir insgesamt schon eine Halbzeit mehr gespielt wie alle anderen Mannschaften. Ich weiß nicht, woher die sieben Minuten kommen. Das ist schon ein schönes Stück", kann der 61-Jährige die lange Nachspielzeit nicht nachvollziehen.
Auch die lange Pause konnte Klagenfurt gut abschütteln, auch wenn es nicht ganz so einfach war, wie Patrick Greil bestätigt: "Ich habe die Situation zum ersten Mal gehabt in meiner Karriere. Natürlich bleibt man auf Spannung, aber es ist schwierig, diese aufrecht zu erhalten. Ich bin schon ein bisschen eingegangen. Aber man kommt raus, wärmt sich auf und dann ist es wieder gegangen."
Silberberger: "Das Spiel darfst du nie im Leben verlieren"
Mit der langen Unterbrechung gut umgegangen, ist eigentlich auch die WSG Tirol. Der Führungstreffer von Giacomo Vrioni war allerdings wieder mal nicht genug, um den Wattenern am Ende des Tages auch einen Sieg zu bescheren.
Die Tiroler schmissen drei Punkte wieder mal leichtfertig weg, wie WSG-Coach Thomas Silberberger analysiert: "Du kannst in der ersten Halbzeit in Wahrheit nicht besser spielen, da muss es 3:0 für uns stehen. Was muss ich in der 45. Minute probieren, einen Einwurf hinten rauszuspielen? Das werfe ich meiner Mannschaft vor."
Auch in Überzahl konnten die Tiroler nicht mehr zurückschlagen. "Die Rote Karte war im Endeffekt ein Nachteil für uns. Wir haben 90 Prozent Ballbesitz gehabt in dieser Phase, sind aber nicht zwingend geworden. Fakt ist, das Spiel darfst du nie im Leben verlieren, das musst du gewinnen", moniert Silberberger.
WSG? "Blöder geht es nicht mehr"
"Wir werden das aufarbeiten müssen. Fakt ist, wir sind nicht ganz klar auf der Siegerstraße. Erste Halbzeit kannst du besser nicht spielen, trotzdem gehst du mit 1:2 in die Pause - blöder geht es nicht mehr", nimmt sich der Tiroler kein Blatt vor den Mund.
"Wir sind in allen Statistiken vorne, aber eine wird nicht gewertet, die ist im Kopf drin. Eigentlich ist es unglaublich. Wichtig wäre, wenn wir mal das 2:0 machen, dann kannst du ein Spiel gewinnen, aber das wird schwer", zeigt sich Silberberger frustriert, immer noch dem ersten Sieg nachzulaufen.