Endstand
0:3
0:1 , 0:2
NEWS

Trotz Abstieg: Bleibt Blau-Weiß-Coach Köllner in Linz?

Der Deutsche schaffte mit den Stahlstädtern beinahe noch den Turnaround, sein Vertrag läuft nun aus. Wackelt auch Sportdirektor Schösswendter?

Trotz Abstieg: Bleibt Blau-Weiß-Coach Köllner in Linz? Foto: © GEPA

Gäbe es eine Michael-Köllner-Tabelle, der FC Blau-Weiß Linz wäre nicht aus der ADMIRAL Bundesliga abgestiegen.

Die Endtabelle der Bundesliga-Qualifikationsgruppe >>>

Seit der Übernahme des Bayern an der blau-weißen Seitenlinie zu Jahresbeginn traten die Stahlstädter körperlich merklich verbessert auf, legten zumindest auf heimischem Boden viele starke Auftritte hin und wiesen so im Frühjahr eine bessere Bilanz als der eine oder andere Kontrahent auf.

"Trägt ganz klar die Handschrift vom Michi"

Bei einem Klassenerhalt hätte sich Köllners Vertrag automatisch verlängert, so läuft er nun aus. Eine weitere Zusammenarbeit sei dennoch denkbar, heißt es von Seiten der blau-weißen Funktionäre.

"Alle, die den Michi kennengelernt haben, würden ihm zu 100 Prozent zutrauen, dass er nächstes Jahr die Mannschaft sportlich so hinstellt, dass sie performen kann", stellt Sportdirektor Christoph Schösswendter klar. Der deutlich verbesserte blau-weiße Auftritt im Frühjahr "trägt ganz klar die Handschrift vom Michi".

Über eine Verlängerung des nun auslaufenden Arbeitspapiers "muss man sehr konkret reden - falls es für ihn überhaupt ein Thema ist", so der Sportdirektor weiters.

Das sagt Köllner

Ist es für Sie denn ein Thema, Herr Köllner?

"Im ersten Moment habe ich keinen Schädel dafür, mich mit solchen Themen zu beschäftigen", so der 56-Jährige unmittelbar nach dem Abstieg deutlich.

Nun gehe es darum, zu analysieren, "was das Beste für einen persönlich, aber vor allem das Beste für den Verein ist".

Köllner macht am Samstag äußerst glaubhaft deutlich, wie schwer ihn der blau-weiße Abstieg trifft. Dass seine Spieler nicht für die harte Arbeit im Frühjahr belohnt wurden, sei ein "Stich ins Herz".

Köllner sichtlich getroffen

"Fußball ist nicht immer nur ein Job, sondern auch eine Herzensangelegenheit. Sonst würde ich das nicht machen, sonst wäre ich daheim geblieben."

Michael Köllner

"Das geht mir persönlich schon nahe. Fußball ist nicht immer nur ein Job, sondern auch eine Herzensangelegenheit. Sonst würde ich das nicht machen, sonst wäre ich daheim geblieben", findet Köllner ehrliche Worte.

Der Abstieg würde einerseits einen "Rieseneinschnitt für jeden einzelnen Spieler" aus finanzieller Ebene bedeuten, andererseits habe man den blau-weißen Anhang im Stich gelassen: "Das ist für viele Religion. Die tun die ganze Woche nichts anderes, als über Blau-Weiß nachzudenken."

Deshalb könne er sich im Moment des Abstiegs "0,0 mit mir persönlich beschäftigen", erklärt der sichtlich getroffene Coach.

Letztes Seidl-Spiel für Blau-Weiß?

Auch auf dem Spielersektor wird sich einiges tun. Aktuell haben nur 14 Spieler aus dem aktuellen Kader einen Vertrag für die kommende Saison, wobei sich unter ihnen auch Personalien wie Simon Seidl befinden, die den Weg in die Zweitklassigkeit tendenziell nicht mitmachen werden.

"Ich habe noch ein Jahr Vertrag. Man wird sehen, was kommt", erklärt Seidl, der stark vom SK Sturm umworben werden soll.

Direkt nach dem Abstieg sei "ein sehr schwerer Zeitpunkt, um sich über sowas Gedanken zu machen", meint Sportdirektor Schösswendter auf die Kaderplanung angesprochen.

Gleichzeitig stellt er klar: "Es gibt genug Spieler mit Qualität, die Vertrag haben."

Schösswendter angezählt?

test
Christoph Schösswendter steht im Zentrum der blau-weißen Fan-Kritik
Foto: ©GEPA

Ob Schösswendter trotz Vertrags bis 2028 für die künftige Kaderplanung noch zuständig sein wird, scheint nicht gesichert. Nach Schlusspfiff ertönte der eine oder andere "Schösswendter raus"-Ruf im Hofmann Personal Stadion.

Geschäftsführer Christoph Peschek dazu: "Über Personalien jetzt zu diskutieren, noch dazu in einer Emotion, macht überhaupt keinen Sinn."

Grundsätzlich gelte, auch ihn Bezug auf seine eigene Zukunft: "Wir werden die Dinge schonungslos analysieren, Schlussfolgerung ziehen und alles dran setzen, wieder aufzusteigen."

Alle Bundesliga-Absteiger der letzten 30 Jahre

Kommentare