Die fast märchenhafte Entwicklung des FC Blau-Weiß Linz hat am Samstag einen Dämpfer erfahren.
Nur ein Jahr nach der Teilnahme am oberen Playoff der ADMIRAL Bundesliga müssen die Stahlstädter den Abstieg in die ADMIRAL 2. Liga hinnehmen.
Nach einer über weite Strecken völlig verkorksten Saison erarbeitete sich Blau-Weiß dank einer tollen Heimserie im unteren Playoff doch noch ein Finalspiel zuhause gegen den GAK, welches schlussendlich klar und verdient mit 0:3 verloren ging (Spielbericht>>>).
Die Bürde aus dem Herbst war zu groß
"Es ist über die ganze Saison gesehen zu wenig gewesen, wobei wir uns die große Bürde sicher im Herbst aufgeladen haben", weiß Sportdirektor Christoph Schösswendter.
Dabei wäre alles für den Klassenerhalt angerichtet gewesen. Die Linzer konnten die vier zurückliegenden Heimspiele allesamt - teils deutlich - gewinnen, das brechend volle Hofmann Personal Stadion war am Samstag so laut wie selten zuvor.
Doch statt diese Euphorie mitzunehmen, schienen die blau-weißen Kicker von Anpfiff an zu "nerveln" und so von den eigenen Stärken abzurücken.
"Sinnbild dafür, wie die Saison allgemein verlaufen ist"
"Wir wollten den Tempofußball wieder auf den Platz bringen, den wir in den letzten Spielen gezeigt haben. Dieser Tempofußball ist dann zu einem hektischen Fußball geworden", so Simon Seidl, der vor dem frühen 0:1 der Gäste den Ball zu schnell nach vorne spielen wollte und dabei einen folgenschweren Fehlpass produzierte. Christian Lichtenberger bedankte sich schließlich mit einem Traumtor.
"Oft sind solche Spiele ein Stück weit Sinnbild dafür, wie die Saison allgemein verlaufen ist. Ein wunderschönes Tor genau in den Winkel - das haben wir in dieser Saison schon oft erlebt. Dann kommen bei dem einen oder anderen Spieler die Erinnerungen von der gesamten Saison zurück", seufzt Trainer Michael Köllner.
Spätestens ab dem Zeitpunkt des Grazer Führungstreffers war die Verunsicherung des Heimteams bis auf die Tribünen zu spüren. Der GAK konnte sich folglich darauf beschränken, auf Fehler der Linzer zu lauern. Die wenigen blau-weißen Offensivaktionen versandeten meist im Ansatz.
Wie unbeugsam ist Blau-Weiß wirklich?
"Wir haben alles probiert und versucht, uns zurück zu arbeiten, aber heute haben wir nach vorne nicht das Spiel gezeigt, das wir können", konstatiert Köllner. "Wir haben einen Riesen-Kraftakt hingelegt, damit wir überhaupt in diese Situation kommen. Heute haben wir es leider verpasst, ein Happy End daraus zu machen."
Der Abstieg sei freilich extrem traurig, "aber wenn ein Verein wieder zurückkommen kann, dann ist es Blau-Weiß Linz", so der Bayer. Das Vereinsmotto der "Unbeugsamkeit" treffe den Verein perfekt.
Tatsächlich scheint es ob der blau-weißen Infrastruktur und Fan-Basis nur eine Frage der Zeit, bis die Linzer wieder in die Bundesliga zurückkehren werden.
Peschek gibt sofortigen Wiederaufstieg als Ziel aus