Endstand
0:3
0:1 , 0:2
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GAK bleibt oben! "Es fällt so vieles ab"

Die "Rotjacken" entkommen zum zweiten Mal in Folge am letzten Spieltag dem Abstieg. Eine psychisch enorm fordernde Situation für alle Beteiligten.

GAK bleibt oben! "Es fällt so vieles ab" Foto: © GEPA

Der GAK ist und bleibt österreichischer Bundesligist!

Wie im Vorjahr müssen die "Rotjacken" bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern. Schlussendlich fixieren sie diesen mit einem eindrucksvollen 3:0-Auswärtssieg beim nunmehrigen Absteiger Blau-Weiß Linz (Spielbericht>>>).

"Das war ein unglaublich reifer Auftritt von der Mannschaft. Ich war beeindruckt, wie sie mit dem Druck umgegangen ist", zieht Sportdirektor Tino Wawra den Hut vor seinem Team.

Lichtenberger: "Boah, den habe ich geil getroffen"

Von Minute eins ließen die Grazer Kicker keinen Zweifel daran aufkommen, wer die Liga halten soll. Extreme fehleranfällige Linzer bestrafte Christian Lichtenberger schon kurz nach Anpfiff mit einem schönen Weitschuss-Tor.

"Als Fußballer weiß man oft gleich in dem Moment, wenn der Ball vom Fuß geht: 'Boah, den habe ich geil getroffen.' Heute war es genau so", strahlt der Torschütze danach.

Treffer von Alexander Hofleitner und Daniel Maderner nach Seitenwechsel machten schlussendlich alles klar und sorgten sogar dafür, dass der GAK die Quali-Gruppe mit der besten Bilanz aller sechs Teams abschloss.

GAK entkommt "Admira-Schicksal"

So blieb den Grazern auch ein "Admira-Schicksal", nämlich wie die Südstädter vor vier Jahren aufgrund der Punkteteilung abzusteigen, erspart.

"Es wäre bitter gewesen, wenn wir nicht die wenigsten Punkte über die Saison gemacht hätten und trotzdem abgestiegen wären. Es war die fairste Entscheidung am Ende", findet Wawra.

Die Erleichterung ist freilich bei allen GAK-Akteuren riesengroß. Präsident Rene Ziesler sagt: "Das ist nimmer gesund. Die ganze Woche war die Anspannung massiv zu spüren."

"Es fällt so vieles ab, das kann man sich als Laie gar nicht vorstellen", ergänzt Ersatzkapitän Tobias Koch. "Ich bin so froh, dass der GAK in der Bundesliga bleibt. Weil dort gehört er einfach hin."

Feldhofer fertig mit den Nerven

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Zeitweise konnte Feldhofer gar nicht hinsehen
Foto: ©GEPA

Speziell Trainer Ferdinand Feldhofer war die Anspannung selbst nach dem Spiel noch anzumerken: "Ich konnte noch nichtmal in der 96. Minute lächeln. Es war einfach zu viel in den letzten Wochen. Jetzt spüre ich extreme Erleichterung."

Der Klassenerhalt fühle sich an, "als hätten wir einen Titel gewonnen. So eine Erleichterung, so eine Freude".

Als Spieler sei er, der ja drei Mal österreichischer Meister wurde, es nicht gewohnt gewesen, gegen den Abstieg zu spielen. Auch als Trainer machte er solche Erfahrungen bis zu seinem GAK-Engagement noch nicht.

Nun sei er fertig mit den Nerven.

"Das wünscht man nichtmal seinem ärgsten Feind"

"Es ist ein Wahnsinn, wie viele Existenzen dran hängen. Keiner im Verein, weiß, wie es weitergeht. Einige Mitarbeiter wissen nicht, ob sie nächste Woche noch einen Job haben oder nicht. Das ist nicht so lustig", so Feldhofer.

Der eigene Schlaf würde unter der Situation leiden, selbst die Familien aller Beteiligten werden in so einen Abstiegskampf mit reingezogen, erläutert der 46-Jährige.

Ehrlicher Nachsatz: "Das wünscht man keinem, wirklich nichtmal seinem ärgsten Feind."

Keine Genugtuung bei Feldhofer: "Dafür bin ich zu lange dabei"

Feldhofer stand zu Saisonbeginn, als der GAK in den ersten elf Runden sieglos blieb, enorm in der Kritik. Die Vereinsführung entschied sich dennoch, mit ihm weiterzuarbeiten.

"Wir sind ruhig geblieben. Wir haben gesehen, was in der Mannschaft steckt, was wir zu leisten imstande sind", erklärt Wawra rückblickend.

Der GAK-Trainer selbst verspüre gegenüber seinen Kritikern nun keine Genugtuung: "Dafür bin ich zu lange dabei."

Brutal ehrliche Selbstkritik

"Das geht auf meine Kappe, das habe ich nicht gut gemacht."

Ferdinand Feldhofer

Viel mehr nimmt er sich selbst in die Pflicht und gönnt sich nach Saisonende nichtmal einen Urlaub, "sondern wir werden uns zusammensetzen und jetzt die richtigen Maßnahmen setzen, damit wir nächstes Jahr von Anfang an dabei sind", so Feldhofer.

Der Umbruch im Sommer 2025 habe "zu lange gedauert. Das geht auf meine Kappe, das habe ich nicht gut gemacht", übt der Steirer viel Selbstkritik.

Er nimmt sich für die neue Saison diesbezüglich vor: "Unsere Aktien brauchen einfach Zeit. Das muss ich nächstes Jahr schaffen, besser zu machen."

Vielleicht erlebt der GAK in einem Jahr dann endlich mal wieder ein etwas weniger psychisch belastendes Saisonfinale.

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