Totales Admira-Chaos: "Ein Scheiß-Start!"

 

Nein, hierbei handelt es sich nicht um eine Rückblende der letzten Jahre.

Denn es ist schon wieder was passiert. Jedes Mal, wenn sich das Gefühl breit macht, die Admira könnte wieder ruhigeren Zeiten entgegenblicken, bricht erneut das Chaos aus.

Das Momentum nach dem fixierten Klassenerhalt hielt gerade mal die Vorbereitung an, schon davor musste Klub-Manager Amir Shapourzadeh gehen. Kurz vor dem Saisonstart folgte dann nach nur wenigen Monaten die Trennung von Sportdirektor Ernst Baumeister.

Nach der ersten Bundesliga-Runde war dann auch Trainer Zvonimir Soldo weg - offiziell aus persönlichen Gründen. Doch dazu gibt es unterschiedliche Ansichten, wie LAOLA1 berichtete. Denn im Hintergrund lässt Felix Magath die Puppen tanzen, ohne Rücksicht auf Verluste.

Patrick Helmes, als Unterstützung für Soldo gekommen, soll es nun als Cheftrainer richten, doch die 0:5-Heimpleite gegen spusu SKN St. Pölten hat widergespiegelt, welche Panik derzeit bei den Südstädtern herrscht. Und dass Helmes schon bald wieder ersetzt werden könnte. Die Admiraner, allen voran Neo-Coach Helmes, sind sich zumindest einig: "Das war ein Scheiß-Start!"

"Haben jetzt zwei Mal richtig auf die Fresse bekommen"

Das kann man nach einem 1:4 bei Rapid und dem 0:5-Debakel daheim gegen St. Pölten durchaus behaupten. Neun Gegentreffer, nur ein Tor selbst erzielt und viele altbekannte Probleme. Zusätzlich war dem jungen Team viel Nervosität und Verunsicherung anzumerken.

"Wir haben jetzt zwei Mal richtig auf die Fresse bekommen – das werden wir schon vernünftig analysieren und einordnen. Wir wollen Vieles besser machen, wir werden Vieles besser machen. Aber wir brauchen jetzt jede Menge Arbeit und Trainingseinheiten, dass es auch besser wird", glaubt der Ex-Leverkusen-, Köln- und Wolfsburg-Profi bei "Sky" an die Trendwende.

Im NÖ-Derby wurde jedoch offensichtlich, dass in der Vorbereitung noch nicht alles glatt lief, der frühe Trainerwechsel sein Übriges dazu beigetragen hat und die Angst vor einer neuerlichen Saison gegen den Abstieg durchaus ihre Schatten voraus wirft.

Der Head of Flyeralarm, Felix Magath, hat die Herrschaft über alle Entscheidungen, die bei der Admira derzeit getroffen werden. Nach dem Spiel war auch er "not amused", redete sich jedoch auf die vielen jungen Spieler aus.

"Wir konnten die Mannschaft im Sommer nicht mit viel verstärken und mussten und wollten auf junge Eigenbauspieler setzen. Da muss man damit rechnen, dass man mit so vielen Jungen Lehrgeld bezahlt", gesteht der ehemalige Top-Trainer.

Wie lange bleibt Helmes? Magath hinterfragt Entscheidung

Für Helmes ging das Debüt auf der Trainerbank in die Hose. Doch wie lange darf sich der 36-Jährige bei der Admira überhaupt beweisen? Dass dieser den im Sommer verpflichteten, routinierten Bosnier Tomislav Tomic nicht im Kader berücksichtigte, überraschte auch Magath.

"Ich war heute Nachmittag nicht mehr überrascht, heute Morgen war ich doch noch sehr überrascht", gibt sich Magath kryptisch. So ganz dürfte ihm die Tatsache, dass der Neuzugang nicht im Aufgebot stand, nicht erfreut haben.

"Ich bin nicht mehr für die Spieler verantwortlich. Aber natürlich ist das ein Thema, wo man hinterfragen muss, ob das tatsächlich zielführend ist", reagiert er unerfreut über die Helmes-Entscheidung gegen Tomic.

Aufgelegt ist deshalb die Frage, wie lange Helmes überhaupt interimistisch als Cheftrainer auf der Bank sitzen darf beziehungsweise wann der nächste Trainerwechsel ansteht? "Wir hatten einen ungeplanten Trainerwechsel", meint Magath zum Soldo-Aus, "und mussten reagieren, dass dann mal der Assistent übernimmt. Daher hat Helmes die Verantwortung für dieses Spiel übernommen. Wir müssen in Ruhe gucken und nicht nach dem 0:5 in Hektik verfallen. Wir sind sowieso dabei, den Markt zu sondieren und werden dann irgendwann eine Entscheidung treffen.

Der nächste Trainerwechsel scheint somit nicht mehr weit entfernt zu sein. Ein Problem - vor allem für die Spieler, die momentan nicht wissen, woran sie sind.

Admira über weite Strecken "ohne Gesicht"

Aus Spieler-Sicht ist Torhüter Andreas Leitner ein Mann der klaren Worte. Der Kapitän nimmt sich kein Blatt vor den Mund und versucht so wie Helmes erst gar nicht, die Situation zu beschönigen. Der Langzeit-Admiraner war schon nach dem 0:3-Rückstand gegen St. Pölten ordentlich bedient.

"Scheiße, habe ich mir gedacht. So wünscht man sich keinen Start in die Partie. Wenn es nach drei Minuten erstmals klingelt, schlimmer kann die Partie nicht beginnen. Aber es hilft nichts. Wir haben es im Kreis besprochen. Wir müssen aufstehen, wir werden wieder aufstehen. Wir haben eine auf den Hut bekommen, aber es ist schon wieder vorbei. Morgen geht es in eine andere Richtung weiter", bemüht auch er Durchhalteparolen.

Eigentlich hätte es eine Reaktion nach der 1:4-Schlappe bei Rapid werden sollen. Doch wieder einmal ließ man alles vermissen, um dieses Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Das veranlasst Leitner zu folgender Analyse:

"Fakt ist: Aufgrund der ersten Halbzeit ist es ein ähnliches Bild wie gegen Rapid. Wir haben wieder ohne Gesicht gespielt, zweite Halbzeit haben wir zumindest ein Gesicht gezeigt. Aber das muss noch viel besser werden."

Tumulte bei Admira: "Optimal ist es natürlich nicht"

Dass die Turbulenzen im Verein nicht gerade förderlich sind, unterstreicht die Nummer eins im Tor dabei - ohne nachzuhaken. Allerdings weiß er schon, dass dieses Thema nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigehen konnte.

"Dass wir uns davon anstecken haben lassen, glaube ich nicht. Aber optimal ist es natürlich nicht", gibt Leitner zu. "Aber das ändert nichts daran, wie wir am Platz performen. Da stehen wir und keine Verantwortlichen, die den Verein führen. Wir haben die letzten Wochen nicht gut performt, das müssen wir uns ankreiden. Alles andere bin ich nicht in der Lage zu beurteilen."

Auch Helmes hätte sich ein anderes Gesicht gewünscht, seiner Meinung nach habe die Mannschaft unter der Woche gut trainiert. Dass der Rucksack, den die Admira mit sich mitschleppt nun immer schwerer wird, glaubt der Deutsche nicht.

"Es ist immer noch derselbe Rucksack. Wir wissen, dass die Aufgabe schwer wird. Die Jungs haben in den letzten Wochen und Monaten einiges mitgemacht. Das ist jetzt ein Scheißstart für uns, das wissen wir alle. Und trotzdem geht es weiter. Wir stehen unseren Mann und werden alles daran setzen, dass wir wieder auf die richtige Spur kommen."

Momentan ist das Chaos perfekt, nicht zum ersten Mal bei der Admira.

Textquelle: © LAOLA1.at

Admira geht im Niederösterreich-Derby gegen St. Pölten unter

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