Er könne sich "wirklich nicht an die Stimmung erinnern oder wer die Tore für uns gemacht hat", lächelt der 21-Jährige. Das Spiel in Graz endete mit 2:2, für die Hütteldorfer waren Emanuel Aiwu und Kevin Wimmer erfolgreich.
Zehn weitere Pflichtspiele bestritt er für den Rekordmeister, ehe er sich im Sommer im Konkurrenzkampf gegen Paul Gartler durchsetzen musste. Während dies in so manchem Verein bereits für Reibereien sorgte, war bei Rapid davon keine Spur. Dafür schätzen sich Gartler und Hedl zu sehr.
"Vor meinem Profidebüt hat mir Paul sogar WhatsApp-Nachrichten geschickt, mir darin Tipps gegeben. So etwas finde ich nicht selbstverständlich", betont Hedl. "Auf der einen Seite sind wir alle professionell, fokussiert, pushen uns gegenseitig. Auf der anderen Seite wird bei uns viel gelacht, wir gehen mit Spaß und Freude ins Training."
Hedl blickt mit lachendem und weinenden Auge auf Vaduz zurück
Als Nummer eins ging der 21-Jährige in die neue Saison ging, in der sich allerdings schnell Ernüchterung breit machte. Der Grund ist schnell gefunden: das blamable Aus in den Playoffs zur UEFA Europa Conference League gegen den FC Vaduz.
"Sportlich war das extrem bitter für uns", weiß Hedl. "Was mich aber noch mehr als die Niederlage an sich überrascht hat, war die mediale Welle, die auf uns zugerollt ist. Für mich als junger Spieler war das etwas, was ich so noch nicht kannte", sagt der Keeper, der mit dieser Kritik nur schwer umgehen konnte.
Heute gehe er mit einer solchen Kritik "differenzierter um, weil die Kritik eigentlich noch einmal verdeutlicht, welch großen Stellenwert Rapid in Österreich hat. Und dies wiederum etwas sehr Schönes ist, weil Rapid die Menschen bewegt", erklärt der Nationalteam-Spieler, der in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung nahm.
Als Wunderkind, wie einst Ex-Teamkollege Yusuf Demir, wurde Hedl nie angesehen. Darüber ist er auch "extrem froh. So konnte ich mich peu à peu an den Profifußball gewöhnen. Insbesondere an den Druck, der mit dem Profifußball einhergeht."