Endstand
1:0
0:0 , 1:0
NEWS

Sturm und die Suche nach seinem Herzen

Nach der bereits achten Niederlage wächst der Druck in Graz. Verletzungen, taktische Fragen und eine klare Forderung nach mehr Herz prägen die Analyse.

Sturm und die Suche nach seinem Herzen Foto: © GEPA

Der SK Sturm muss den nächsten Rückschlag hinnehmen. Bei der WSG Tirol geht der amtierende Meister mit 0:1 baden (Zum Spielbericht>>>).

Dass sich die Grazer mitten im Umbruch befinden, ist längst kein Geheimnis mehr. Dass ein amtierender Meister innerhalb einer Saison jedoch derart abbaut, war nicht abzusehen.

Die Niederlage in Innsbruck ist nicht nur die zweite in Folge gegen die Wattener, sondern bereits die achte in dieser Spielzeit. Und das nach 19 Runden – eine mehr als in der gesamten Vorsaison.

Gazibegovic: "Müssen mit mehr Herz spielen"

Entsprechend geknickt zeigen sich die "Schwoazn" nach dem Schlusspfiff bei "Sky": "Ich habe grade keine Worte", sagt Heimkehrer Gazibegovic – und findet sie dann doch: "Wir müssen als Mannschaft einen gewaltigen Schritt nach vorne machen. Weil das, was wir heute gemacht haben, war wieder ein Schritt zurück."

Für den Bosnier endet der Abend vorzeitig. Nach einem falschen Schritt verspürt er einen Stich im hinteren Oberschenkel und lässt sich auswechseln. Nach der Partie erklärt der 25-Jährige, er habe keine schwerere Verletzung riskieren wollen.

Der Zusammenhalt in der Mannschaft sei gut, betont Gazibegovic. Auf dem Platz jedoch müsse man "einfach mit mehr Herz spielen und spielen wie ein Meister."

Großer Umbruch beim Meister

Auch Otar Kiteishvili wird frühzeitig vom Feld genommen. Eine Hamstring-Verletzung zwingt Sturms "Zehner" zur Aufgabe. Über die Schwere der Blessur möchte er nicht spekulieren, stellt aber klar: "Wir müssen auf Sieg spielen und diese Einstellung verinnerlichen."

Sturm müsse sich weiterentwickeln.

Albert Vallci sieht es ähnlich. Der Bundesliga-Rückkehrer steht nach seinem Winter-Transfer erstmals in der Startelf und soll der jungen Hintermannschaft Stabilität verleihen. Sein Debüt hat er sich freilich anders vorgestellt, er spricht von einem schwierigen Spiel.

Trotz aller Enttäuschung bleibt er kämpferisch: "Es ist noch nichts verloren. Man sieht, wie eng alles zusammen ist. Es zählt in den letzten zehn Spielen (...) Abgerechnet wird am Schluss!"

Enttäuschter Ingolitsch: "Hat wenig Spaß gemacht"

Für Fabio Ingolitsch ist es die dritte Niederlage im fünften Spiel als Sturm-Trainer. Wattens sei zu Beginn das bessere Team gewesen – eine Tatsache, die den 33-Jährigen "sehr enttäuscht".

Bereits vor seinem Engagement habe er gewusst, dass es Probleme gibt. "Die können wir nicht von heute auf morgen wegzaubern oder weglügen."

Nun müsse man "den Finger in die Wunde legen" und gut zusammenarbeiten.

Auch die Entscheidung, das System des Gegners mit einer Dreierkette zu spiegeln, sieht der Sturm-Coach nicht als gescheitert an: "Es ist das einfachste der Welt, so einen guten Zugriff zu gewähren."

Gleichzeitig räumt er ein: "Wir müssen anders auftreten. Es hat heute wenig Spaß gemacht, dem heute zuzuschauen."

Die Lage ist ernst, die Tabelle eng. Noch ist nichts entschieden – doch Sturm steht vor der Aufgabe, Anspruch und Wirklichkeit wieder in Einklang zu bringen.

Kommentare