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Die Suche nach dem Grazer Rezept

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Die aktuelle Bundesliga-Tabelle sagt: Der SK Sturm Graz ist Nummer zwei der Steiermark!

"Steirer-David" TSV Hartberg macht das vor der Saison nur schwer Denkbare möglich und überholt "Steirer-Goliath" Sturm mit einem 2:0 in der 12. Runde (Spielbericht).

Was für die Grazer noch schlimmer ist: Die eigene Krise verlängert sich auf mittlerweile fünf sieglose Liga-Spiele en suite. Der letzte Dreipunkter datiert vom 15. September, ein – auch mit etwas Hilfe des Gegners eingefahrenes – 3:2 bei der Admira am achten Spieltag.

Die Folge: Der Rückfall auf den siebten Tabellenplatz. Aktuell wäre Sturm nur Teilnehmer im unteren Playoff.

Die 14 Punkte nach zwölf Spielen sind ebenso schlechtester Sturm-Wert seit 2004/05 wie die lediglich drei Siege.

Viele kleine Sachen, die sich summieren

Rein nach Zahlen also genug Anlass für Besorgnis im Lager der Blackies. Bloß könnte sich die Suche nach den Lösungsansätzen etwas schwieriger gestalten.

Denn wie sich Trainer Heiko Vogel und Sportdirektor Günter Kreissl einig sind: Es ist nicht unbedingt die Leistung, die für Sorgenfalten verantwortlich zu machen ist.

Und es lässt sich kaum ein großer Kritikpunkt im Spiel Sturms ausmachen – eher viele kleine.

"Uns fehlt nicht viel, aber überall ein bisschen was. Und in der Summe ist es dann einfach zuviel", fasste Vogel auf "Sky" nach dem Spiel zusammen.

"Wir lassen das 1:0 einfach so zu, das ist schlecht verteidigt. Und es ist nicht so, als hätten wir uns keine Chancen herausgespielt. Dreimal Aluminium – da hätte mal einer reingehen können, ganz klar. Aber man muss sich Effizienz hart erarbeiten, und da sehe ich zu wenig Willen bei der Mannschaft", wollte der Coach von einer Diskussion um mangelndes Glück in Hartberg nichts wissen.

Kein Theater, trotzdem Dramatik am Platz

Eine Ansicht, in die Kreissl einstimmte.

Es liege sicher nicht an mangelndem Potenzial der Mannschaft, aber in einer Unserie, wie man sie momentan habe, würden Dinge wie drei Stangenschüsse "nicht interessieren. Da geht es nicht um Glück oder Pech, das ist mangelnde Genauigkeit, mangelnde Qualität im Abschluss."

Dementsprechend sei der fehlende Output auch nicht mehr "normal" zu beurteilen. Verschärfend kommt hinzu, dass man sich in den letzten Wochen – angesichts der passenden Leistungen und der Hoffnung, dies würde sich bald auf die Ergebnisse niederschlagen – um Ruhe rund um das Team bemühte.

Man hätte sich erhofft, dass sich der Schalter angesichts der gezeigten Auftritte bald mehr oder weniger von selbst umlegt, die Ergebnisse wieder stimmen würden.

"Es war sinnvoll, kein Theater zu machen, das haben wir zuletzt eigentlich gut gemacht. Aber wir müssen uns irgendwann erwarten, dass die Mannschaft das Glück erzwingt", verlangte der Sportdirektor.

"Jetzt ist Aktivität gefragt, das ist der erste Impuls, den ich in mir spüre. Man darf es so nicht akzeptieren. Sobald man anfängt, so eine Serie zu akzeptieren… dazu bin ich nicht bereit. Es wird eine kurze Nacht, eine Nacht mit sehr viel Nachdenken, wie wir die Sache wieder in die Spur bringen können", kündigte Kreissl an.

Lösungssuche auf allen Ebenen

Dabei werden sich mögliche Lösungsansätze nicht auf die Spieler beschränken. "Da sind alle in der Pflicht, Geschäftsführung, Trainerstab, das 'Wir' muss in der Gesamtheit aktiv werden", forderte der Sportdirektor eine allumfassende Reaktion.

Ob man das auch außen mitbekommen wird, bleibt noch fraglich: "Es ist nicht gefragt, groß populistisch zu poltern, sondern sehr klar und aktiv zu sein, gut zu überlegen und die richtigen Schlüsse zu ziehen, damit wir aus dieser Situation herauskommen – aber in erster Linie intern. Und nicht voreilig irgendwelche Dinge raushauen."

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