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Silberberger: "Vielleicht muss ich unpopuläre Maßnahmen setzen"

Der Wolfsberger Trainer geht vor allem mit der Offensivabteilung hart ins Gericht. Es ist viel zu tun, immerhin wartet der Cupsieger des Vorjahrs noch immer auf den ersten Sieg 2026.

Silberberger: "Vielleicht muss ich unpopuläre Maßnahmen setzen" Foto: © GEPA

Und wieder hat es nicht für einen Sieg gereicht.

Seit dem 7. Dezember wartet der WAC in der Liga auf einen vollen Erfolg. Mit dem 0:0 zuhause gegen Blau-Weiß Linz konnte man das Zurückfallen auf den Abstiegsrang vorerst zwar verhindern, muss nun aber in Linz am Dienstag bestehen.

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Vor allem die Offensivdarbietung machte Thomas Silberberger in seinem zweiten Spiel als WAC-Trainer Sorgen, wie er am "Sky"-Mikro zugab. Auch wenn ein starker Nikolas Polster mehrmals einen Gegentreffer verhinderte und die Verteidigung eine ordentliche Leistung brachte: "Wenn du kaum für Entlastung sorgst oder die Entlastung grob 'Laissez-faire' ist, dann schaut es so aus, wie es ausschaut."

Der WAC spiele nicht in der Meisterrunde, sondern in der Qualirunde, betont Silberberger:

"Und da geht es halt übers Körperliche. Mir kommt vor, wenn wir anlaufen, dann bringen wir uns schon in Position, aber hinten sollen sie für mich die Arbeit machen und vorne werde ich es schon machen. Und das spielt es in der Qualirunde nicht, das kannst du in der Meistergruppe machen, aber in der Qualirunde musst du den Spielstil der Qualirunde annehmen."

Unpopuläre Maßnahmen?

Vorne brauche es viel giftigere Spieler, man müsse Entlastung schaffen. "Ich weiß nicht, ob die Mannschaft weiß, was am Dienstag auf uns zukommt. Ich weiß es: Definitiv eine andere Intensität von Blau-Weiß als heute, mit vielen Bällen in die Box."

"Ich bin jetzt zehn Tage da, ich habe verdammt viel beobachtet, es ist verdammt viel zu tun. Vielleicht muss ich auch die eine oder andere unpopuläre Maßnahme setzen in den nächsten Tagen und Wochen", so der WAC-Coach.

Denn für den Tiroler ist klar: "Wir haben uns das alles anders vorgestellt, aber wenn wir nicht als Mannschaft agieren, wird es so weitergehen, definitiv. Ich werde mir die Spieler zur Brust holen, weil da war heute schon einiges im Argen, ganz ehrlich."

Dank Polster nicht verloren

Tatsächlich brachten die Wolfsberger nach vorne kaum etwas zustande, bester Mann war klar Schlussmann Nikolas Polster: "Einerseits bin ich froh, dass ich mich zeigen kann, aber in erster Linie geht es natürlich ums Team, dass wir gemeinsam den Klassenerhalt schaffen, und das war heute zu wenig."

Jeder müsse sich nun klar machen, was auf dem Spiel stehe, so der 23-Jährige, kämpferisch sei das an diesem Tag zu wenig gewesen.

"Wir wissen, was sie wollen, wir wissen eigentlich auch, was wir zu tun haben. Und das heißt, es umzusetzen", gab er die Devise für das "Rückspiel" aus, steht doch schon in drei Tagen wieder das Duell mit den Linzern auf dem Programm.

Angespannte Situation und "Kinderfußball"

Seine Teamkollegen schlossen sich dieser Botschaft an.

"Wir sind vorne einfach viel zu harmlos, das ist Kinderfußball. Sie schieben uns weg vorne, wir sichern keine Bälle, spielen es schlampig fertig, und das ist einfach viel zu wenig. So kannst du keine Tore schießen und Spiele gewinnen", ärgerte sich Verteidiger Nicolas Wimmer.

Simon Piesinger mahnte: "Wir haben uns mehr vorgenommen, jeder weiß, dass wir schön langsam mit dem Gewinnen anfangen müssen, sonst wird es schwierig. Es ist sehr beunruhigend, da brauchen wir nichts beschönigen. Wir warten schon seit sehr langer Zeit auf einen Sieg."

Immerhin: Pink wieder zurück

Ein kleiner Lichtblick an diesem Tag war immerhin das Comeback von Routiner Markus Pink, der nach seiner Knieverletzung erstmals in diesem Jahr wieder zum Einsatz kam: "Persönlich freut es mich, dass ich wieder fit bin und am Spiel teilhaben kann."

Man habe eine seriöse Defensivleistung an den Tag gelegt, es nach vorne aber zu kompliziert gespielt. Dennoch meint der Stürmer: "Ich habe schon das Gefühl, dass die Mannschaft trotzdem lebt, das ist mal sehr wichtig."

Die nächste Chance, tatsächlich auch ein Lebenszeichen zu geben, bietet sich am Dienstag in Linz. Mit einem Sieg dort könnte der WAC den Vorsprung auf den Abstiegsplatz immerhin wieder auf fünf Punkte ausbauen.

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