Rapid trotz Störgeräuschen auf Europa-Kurs

 

Der SK Rapid Wien hat eine turbulente Woche gut wegstecken können und sich mit einem 2:1-Auswärtssieg bei der WSG Tirol im Final-Hinspiel des Europacup-Playoffs eine gute Ausgangslage für einen europäischen Startplatz sichern können.

Dabei waren die Hütteldorfer doch einigen Nebengeräuschen ausgesetzt - beginnend mit der vermeidbaren 1:2-Pleite beim Wolfsberger AC, die überhaupt dazu führte, dass man den Umweg übers Playoff nehmen musste.

Aus eigenen Spielerkreisen wurde die Frage aufgerufen, ob Rapid überhaupt die Qualität besitze, um sich einen Europacup-Platz zu erspielen. Ironischerweise waren es die Spieler selbst, die die Qualität des Rapid-Kaders schwächten, indem sie erklärten "nicht mehr bereit" zu sein, für Grün-Weiß zu spielen.

"Es war so, dass sie teilweise nicht mehr am Training teilgenommen haben. Nicht aus taktischen Gründen, sie haben einfach gesagt, sie sind nicht mehr bereit, nicht mehr so matchfit. Da macht es auch wenig Sinn, sie bei uns zu behalten", erklärt Ferdinand Feldhofer bei "Sky".

Feldhofer: "Da ist mir lieber, dass die, die noch wollen..."

"Da ist mir schon lieber, dass die, die noch wollen, zusammenrücken und die Situation jetzt erst recht angehen", so der Rapid-Coach, der viele Spieler aus der zweiten Mannschaft hochziehen musste. So auch Pascal Fallmann, der ausgerechnet im Playoff sein Startelf-Debüt gab.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

"Heute zum Schluss hätte man schon gesagt, es wäre vielleicht eine verstärkte Rapid-II-Mannschaft gewesen, wenn man vom Herbst herangeht. Aber ich bin richtig stolz, wie wir die Situation gemeistert haben, als Einheit aufgetreten sind, wir alles weggelassen haben, was rundherum war", freut sich Feldhofer, wie sein Team die schwierige Situation meisterte.

Dass Rapid gewillt war, diesen Patzer gegen den WAC vom vergangenen Samstag auszubessern, sah man in Innsbruck von der ersten Minute an. "Ich denke, man sieht, wir haben die Situation angenommen. Wir waren bereit", erklärt der Rapid-Trainer.

Grüll kritisiert Schiedsrichter: "Da schalten sie auf stur"

Gleich nach zehn Minuten besorgte Marco Grüll die Führung, nur drei Minuten später legte Jonas Auer das zweite Tor nach. "Wir sind furios gestartet", weiß Feldhofer. "Es gibt so Tage, wo man mehr Chancen braucht. Heute haben wir sie zum Glück gleich genützt", ergänzt Grüll.

Genau der hätte auch beinahe einen Elfmeter herausgeholt. Zur Verwunderung vieler bliebt die Pfeife von Schiedsrichter Sebastian Gishamer nach der Attacke von WSG-Keeper Ferdinand Oswald auf den Rapid-Spieler aber stumm. Auch nach VAR-Check blieb den Grün-Weißen der Elfer verwehrt.

"Dass man da überhaupt noch einen VAR braucht? Das muss einfach der Schiri entscheiden auf dem Spielfeld", ärgert sich Feldhofer.

"Es schauen sich, glaube ich, gefühlt sieben Schiedsrichter diese Szene an. Wenn das kein Elfmeter ist, dann weiß ich nicht. Aber wenn du es ihnen sagst, dann schalten sie immer auf stur", kritisiert Grüll die Gesprächsbereitschaft des Referees.

Rapid auf der Suche nach der Konstanz

Dennoch muss man Rapid in weiterer Folge ankreiden, dass man das Tempo nicht bis zum Schluss durchziehen konnte. Das und der bittere Ausfall von Maximilian Hofmann (Mehr dazu >>>) sind zwei Dinge, die durchaus symptomatisch für die Rapid-Zeit unter Feldhofer stehen.

"Wir waren in Wolfsberg 75 Minuten sehr gut, heute waren es 30. Danach haben wir ein bisschen dem Tempo Tribut gezollt", so der Rapid-Trainer. "Das passt zu unserem Frühjahr. Aber wir nehmen es trotzdem immer an, probieren immer das beste rauszuholen."

Um tatsächlich auch einmal ein Spiel über die volle Distanz zu dominieren, brauche es einfach Zeit. "Ziel ist für mich auch Konstanz. Es ist erklärbar, wir haben einfach zu viele Ausfälle. Wir müssen zu viel neue Spieler bringen. So wird es schwierig, Abläufe, Automatismen, Konstanz zu bekommen", erklärt Feldhofer.

Feldhofer: "Haben eine tolle Ausgangssituation!"

Wichtig wäre es aber auch, Konstanz in die Ergebnisse zu bekommen. Das Spiel am Donnerstag war schon mal ein guter Anfang. "Wichtig ist, dass du die Partie gewonnen hast - das zählt am Ende", findet Grüll.

"Jetzt haben wir eine tolle Ausgangssituation - mit der Auswärtstorregel noch etwas besser", weiß Feldhofer, dass man in Innsbruck einen großen Schritt Richtung Europacup-Teilnahme machen konnte.

Durch sei man aber noch lange nicht. "Die ganze Mannschaft weiß, es warten noch harte 90 Minuten auf uns. Wir werden daheim alles geben, dass wir insgesamt gewinnen", erklärt Jonas Auer.

Mit der richtigen Einstellung ist sich Feldhofer jedoch sicher, dass man den Sack vor den heimischen Fans auch zumacht: "Wir brauchen wieder eine Mannschaft, die als Einheit auftritt, alles reinschmeißt und über die Grenzen geht - im physischen und im mentalen Bereich. Dann bin ich sehr positiv, dass wir das Spiel gewinnen."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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