Ein Ansatz wäre, dass die Wiener Austria perfekt vorbereitet in diese Partie ging. FAK-Coach Stephan Helm gab nach Spielende zu, die bisherigen Pflichtspiele der "Bullen" bis ins letzte Detail analysiert zu haben, um nicht die gleichen Fehler wie ihre bisherigen Gegner zu machen.
Dass eine Mannschaft mit einer derart destruktiven Spielweise wie der FAK den Salzburgern entgegentritt, werde im Laufe des Frühjahrs "sicher noch das ein oder andere Mal passieren", weiß Letsch. Er fordert: "Es ist die Aufgabe von uns allen, noch klarer zu werden und noch bessere Lösungen gegen diese tiefstehenden Gegner zu finden."
Konkret bedarf es hierzu "einer gewissen Kreativität und vielen Tiefenläufen. Damit haben wir uns eigentlich im Trainingslager beschäftigt", knirscht Letsch. Zudem kritisiert er, seine Mannschaft habe "im Ballbesitz sehr behäbig und langsam gewirkt. Wenn du gegen tiefstehende Gegner keine Bewegung und keine Geschwindigkeit drinnen hast, wird es schwer, Lücken zu reißen."
Letsch mit dem Kader "absolut zufrieden"
Der letzte Fehlerpunkt ist schließlich die mangelnde Konsequenz im letzten Drittel: "Wir haben es nicht geschafft, zu zwingenden Situationen zu kommen. Es waren viele Abschlüsse dabei, aber nur zwei aufs Tor."
Diese Problematik hängt sicher auch damit zusammen, dass sich aktuell kein klassischer Knipser, den man im Zweifelsfall einfach mal mit einem hohen Ball füttern, oder der nach einem Weitschuss abstauben könnte, im Kader befindet. Petar Ratkov, der sich im Herbst am ehesten zu einem solchen entwickelte, wurde im Jänner verkauft und in dieser Form nicht am Transfermarkt ersetzt.
Ratkovs Abgang war "eine Entscheidung von uns allen. Unser Weg wird immer sein, einen Spieler den nächsten Step machen zu lassen, wenn es wirtschaftlich spannend ist", äußert sich Letsch dazu. Es sei eben "nicht so einfach, im Winter Ersatz zu finden".
Im gleichen Atemzug betont er: "Ich bin mit dem Kader absolut zufrieden, ich vermisse nichts."
So wird man nicht Meister
Dass die Salzburger Kaderqualität grundsätzlich hoch genug wäre, um endlich wieder Titel zurück in die Mozartstadt zu holen, ist wohl unbestreitbar. Leistungen wie am Freitag werden dafür aber mit Sicherheit nicht ausreichen.
"Wir haben nach den letzten Spielen gesagt, dass wir auf einem guten Weg sind. Aber das bedeutet nichts, wenn du so einen Spiel wie heute machst", bringt es ein angefressener Mads Bidstrup auf den Punkt.