Salzburgs neuer "Mann" will alte Tugenden zurückbringen
Der neue Sport-Geschäftsführer will wieder mehr auf junge Kräfte setzen.
Red Bull Salzburg blickt dem am Freitag (20.30 Uhr im LIVE-Ticker) mit dem Heimspiel gegen die Wiener Austria beginnenden Frühjahr in der Fußball-Bundesliga recht optimistisch entgegen.
Nicht zuletzt dem neuen Sport-Geschäftsführer Marcus Mann dürfen die Leistungen in den ersten drei Pflichtspielen 2026 Mut machen. "Das gilt es zu bestätigen", betonte der Deutsche, der die Personalpolitik nachhaltig beeinflussen will.
Nach acht höchst erfolgreichen Jahren mit Christoph Freund brachten die Intermezzi von Bernhard Seonbuchner (September 2023 bis Dezember 2024) und Rouven Schröder (2025) eher Unruhe und Unklarheit in die sportlichen Agenden der Bullen. Mann beabsichtigt, der Sache wieder Konstanz zu verleihen. "Ich trete hier an, um lange zu bleiben", betonte der 41-jährige Schwabe.
"Mutig und aktiv"
Mann, zuletzt bei Hannover 96 als sportlich Verantwortlicher und davor Leiter der Nachwuchsabteilung bei der TSG Hoffenheim tätig, sieht die jüngsten Salzburger Leistungen als Benchmark.
"Wir wollen mutig und aktiv sein", stellte er klar. "Maßstab und Grundausrichtung" müsse etwa die erste Hälfte des Spiels gegen den FC Basel sein, in dem man in alter Manier dominierte.
Und auch wenn die Partie bei Aston Villa mit 2:3 verloren ging, zeigte die Truppe von Trainer Thomas Letsch bis zum 2:0 alte Tugenden, die nach zwei titellosen Saisonen die Zuversicht gestärkt haben.
Zwei Neuzugänge
Seit seiner Ankunft im Jänner hat Mann stets betont, im Wintertransferfenster äußerst zurückhaltend agieren zu wollen. Gekommen ist der deutsche Innenverteidiger Tim Drexler.
Während der 28-jährige Däne Jacob Rasmussen nach nur einem halben Jahr wieder abgegeben wurde, kam für ihn ein 20-jähriger DFB-Nachwuchsteamkicker - Jugend steht nach dem Schröder-Abgang offenbar wieder höher im Kurs.
Der erst Dienstag verpflichtete ungarische Offensivmann Damir Redzic ist mit 22 Jahren ebenfalls noch entwicklungsfähig.
"Man muss früher dran sein"
Schauen will Mann auch auf die eigenen Talente. "Ich habe bei Liefering klar kommuniziert, dass für jeden, der Leistung bringt, die Tür nach oben offen ist. Durchgehen müssen die Jungen aber selbst. Geschenkt bekommt keiner etwas", stellte Mann klar.
Erstes Signal war ein bis 2030 anberaumter Vertrag für Lieferings U17-Vizeweltmeister Johannes Moser, der bei der Endrunde als Torschützenkönig in Erscheinung trat.
"So viele Spieler wie möglich" sollen den Sprung schaffen, sagte Mann. "Ich werde auch dahinter sein, das umzusetzen."
Größere Konkurrenz
Die Transferpolitik, die Salzburg in den vergangenen Jahren auch im europaweiten Vergleich beachtliche Erlöse bescherte, sei allerdings nicht mehr genauso umsetzbar.
"Die Konkurrenz auf dem Markt ist deutlich größer geworden. Es gibt mittlerweile genug andere Clubs, die junge Spieler ausbilden wollen. Dazu kommt, dass die Preise mittlerweile innerhalb von wenigen Monaten durch die Decke gehen. Wenn einer zehn gute Spiele gemacht hat, dann ist er plötzlich mehrere Millionen wert. Deswegen ist es schon anspruchsvoller geworden, und man muss auch früher dran sein."