Reiter: "Teilschließung nicht auszuschließen"

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Geschäftsführer Stephan Reiter spricht bei einer Pressekonferenz über das Zuschauer-Interesse am FC Red Bull Salzburg.

"Im Bereich der Zuschauer haben wir nach der ersten Meisterschaftshälfte – als einer von nur drei Bundesliga-Klubs – ein leichtes Zuschauerplus erreichen können. Damit sind wir zwar nicht zufrieden, aber es bestätigt, dass wir den Umkehrschwung schaffen konnten und wir wieder mehr Menschen in der Red Bull Arena begrüßen konnten. Man sieht, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht", so Reiter, der seit rund einem Jahr im Amt ist.

"Wir unternehmen alles, um wieder mehr Fans ins Stadion zu bringen. Das Erlebnis "Spieltag" soll noch mehr forciert werden", betonte Reiter, der auf eine Studie der österreichischen Bundesliga verwies, wonach österreichweit 2,4 Millionen Österreicher Interesse an Red Bull Salzburg zeigten.

Oberrang ist ein Thema

"Damit sind wir klar die Nummer eins. Bei Jugendlichen zwischen elf und 20 Jahren sind wir der sympathischste Verein in Österreich - und das ist die Zielgruppe, die wir auch zukünftig ansprechen wollen", erläuterte der Geschäftsführer, der "sehr zuversichtlich" ist, dass sich die Zuschauerzahlen entsprechend entwickeln. So hat der Bullidikidz-Club für die Fans bis 13 Jahre bereits 9.000 Mitglieder.

"Wir wollen ohne Wenn und Aber eine kultivierte Fanszene, aufrechterhalten, wo sich Familien, Frauen und Kinder wohlfühlen", sprach Reiter Klartext und ergänzte mit Blick auf den nach wie vor offenen Oberrang im Stadion Wals-Siezenheim: "Eine Teilschließung des Stadions ist nicht auszuschließen."

Damit würden die Zuschauer nicht mehr so weit verstreut in der Red Bull Arena sitzen, allerdings deutlich zulasten der Kapazität, die aktuell bei internationalen Spielen knapp 30.000 Zuschauer beträgt.

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Rekordgewinn beim Meister

Reiter über sein erstes Jahr: "Es war ein sehr spannendes und arbeitsintensives erstes Jahr für mich. Wir haben uns in dieser Zeit sehr intensiv mit unserem Weg sowie dem Leitbild auseinandergesetzt und auch den spannenden Prozess mit der UEFA zum Thema Wettbewerbsintegrität erfolgreich zu Ende gebracht."

Positiv strich der Geschäftsführer die Transfereinnahmen hervor: "Im Sommer haben wir dann aufgrund der außerordentlichen Transfers, die uns gelungen sind, knapp 108 Millionen Euro an Erträgen erzielt, was für einen österreichischen Klub eine außerordentliche Benchmark darstellt."

Der Geschäftsbericht für 2016/17 wirft laut Reiter einen stattlichen Rekordgewinn von 20,7 Millionen Euro aus. "Und wenn man das negative Eigenkapital von vier Millionen abzieht, dann verbleiben auf der hohen Kante für das nächste Jahr 16 Millionen", so Reiter. "Für 2018 steht ein Ausgabenbudget von 40 Millionen zur Verfügung" - ohne mögliche Transfereinnahmen, die "eine entscheidende Säule" für den Klub bleiben.

Vor einem Jahr sah die finanzielle Welt übrigens noch anders aus, da schrieb man erstmals ein Minus von 1,7 Millionen Euro. Davor stand beim Serienmeister aus Salzburg bedingt durch die Zuschüsse von Red Bull, das nun "nur" noch Hauptsponsor ist, stets ein Gewinn von exakt einer Million zu Buche.

Sportlich positive Bilanz

Vor dem abschließenden Heimspiel 2017 am Samstagnachmittag (16 Uhr) gegen Aufsteiger LASK wurde auch sportlich eine positive Bilanz gezogen. "Ich blicke sehr stolz auf dieses Jahr zurück. Von 53 Pflichtspielen wurden 38 gewonnen und bei 13 Unentschieden nur zwei verloren", betonte Sportdirektor Christoph Freund.

"Das zeigt einfach, wie stabil die Mannschaft ist. Sie ist unter Trainer Marco Rose noch unberechenbarer geworden", erklärte der 40-Jährige. Zuletzt musste sich der Serien-Double-Gewinner am 27. August beim Bundesliga-Tabellenführer Sturm Graz 0:1 geschlagen geben, das ist bisher die einzige Pflichtspiel-Niederlage unter Rose. Daneben verlor Salzburg nur noch das Heimspiel am 6. Mai gegen Mattersburg 1:2, als noch der Spanier Oscar Garcia Chefcoach war.

Freund glaubt, dass das Titelrennen - aktuell liegt Sturm Graz zwei Zähler vor Salzburg - "bis zum Schluss spannend bleiben" wird, und ist "durchaus zuversichtlich, das die Titelverteidigung gelingt". Sollte die fünfte Meisterschaft en suite verpasst werden, "dann würde die Welt für uns nicht untergehen, denn wir werden wahrscheinlich nicht jedes Jahr Meister", stellte der Sportdirektor klar. "Der Punkteschnitt von Sturm ist außergewöhnlich, deshalb Respekt nach Graz. Auch wirtschaftlich hätte es keine Auswirkungen. Wichtig ist, dass wir die Europa League schaffen."


Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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