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Sacramento: "Ich habe den LASK für meine Familie verlassen"

Der Ex-LASK-Coach spricht erstmals über den wahren Grund seines Rücktritts in Linz. Der Portugiese wurde kurz vor Amtsantritt Vater.

Sacramento: "Ich habe den LASK für meine Familie verlassen" Foto: © GEPA

Die abgelaufene Saison beendete der LASK sensationell als Doublesieger unter Didi Kühbauer. Nach neun Spielen unter Joao Sacramento lag der Klub an vorletzter Stelle. Der Portugiese trat dann zurück.

Offiziell verließ Sacramento den Klub, weil ein Mitarbeiter aus disziplinären Gründen gekündigt wurde. Der 37-Jährige sei aus "Loyalität" gegangen.

Der wahre Grund

Jetzt spricht der ehemalige LASK-Coach gegenüber der portugiesischen "Record" und nennt einen ganz anderen Grund.

"Was ich jetzt erzähle, ist öffentlich nicht bekannt, aber ich denke, es ist an der Zeit und ich kann es den Leuten erzählen. Ich hatte zwei extrem wichtige Punkte in meinem Leben, die gleichzeitig passiert sind. Eine davon war die Möglichkeit, Cheftrainer zu werden, doch sie fiel genau mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem ich Vater wurde."

"Was ist also passiert? Ich wurde Vater, und nur fünf Tage später musste ich meine Familie verlassen, um Trainer zu werden. Mir war bewusst, dass so etwas passieren könnte", offenbart Sacramento.

Sacramento zögerte bei LASK-Job

Der Portugiese habe damals gezögert, die Rolle in Linz anzunehmen. "Gemeinsam mit meiner Frau habe ich beschlossen, das Angebot anzunehmen, weil der Verein mich unbedingt wollte. Fünf Tage nach der Geburt meines Sohnes musste ich ihn verlassen, um nach Österreich zu gehen. Zwei Monate lang habe ich ihn nicht gesehen. Das war sehr schwer, wirklich sehr schwer", gesteht der Ex-LASK-Coach.

Erschwerend war die Situation gerade für seine Frau und seinen Sohn. Sie waren auf sich allein gestellt. "Die Familie konnte aufgrund logistischer Schwierigkeiten nicht helfen", verrät Sacramento.

LASK-Aus für Familie

Entsprechend ist dann eine Entscheidung gefallen. "Ich habe den LASK für meine Familie verlassen. Ich wollte später nicht bereuen, die Entwicklung und das Aufwachsen meines Kindes in diesem frühen Lebensabschnitt verpasst zu haben. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass meine Frau mich in dieser Zeit sehr brauchte", erklärt der Portugiese.

Die Geschichte mit der Kündigung eines Mitarbeiters sei aber nicht erfunden. Der Hauptgrund für das Aus war aber ein anderer: "Es stimmt, es gab ein Problem mit einem Mitglied meines Trainerstabs, das vom Verein entlassen wurde, aus Gründen, die ich für nicht ausreichend hielt."

"Das hat mir letztlich geholfen, den letzten Schritt zu meiner Entscheidung zu machen. Aber der Hauptgrund für meine Entscheidung war der andere."

Klausel für Cheftrainerposten

Mittlerweile betreut Sacramento das Nationalteam Marokkos als Co, erreichte mit den Nordafrikanern das WM-Viertelfinale. Die Karriere als Cheftrainer könnte aber wieder anlaufen.

"Ich habe einen Vertrag mit Marokko, aber von Anfang an war ich ihnen gegenüber sehr ehrlich. Ich habe eine Klausel, die es mir erlaubt, jederzeit zu gehen, wenn ich Cheftrainer werden möchte. Das ist die Vereinbarung, die wir getroffen haben, und das ist das zukünftige Projekt, das ich im Kopf habe", so der Ex-LASK-Coach.

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