Adeyemi sieht sich "nicht in Warteschlange"

Adeyemi sieht sich Foto: © GEPA
 

Karim Adeyemi könnte der nächste in RB Salzburgs Talenteschmiede sein, der sich nach geduldigem Herantasten zum Superstar mausern könnte.

Außergewöhnliches Potenzial wurde dem 19-jährigen Deutschen längst bescheinigt, noch ist der Zeitpunkt aber nicht gekommen, an dem der DFB-Nachwuchsteamspieler in der ersten Reihe tanzt.

Mit seinem späten Nachspielzeit-Doppelpack beim 3:0-Auswärtssieg bei Rapid (Spielbericht >>>) gab der Offensivspieler eine weitere Talentprobe ab und half den Bullen, eine Vorentscheidung im Titelkampf zu erzwingen.

Dabei machte Adeyemi keine einfache Phase durch, wurde von Trainer Jesse Marsch durch eine frühe Auswechslung bei der Niederlage gegen Sturm Graz früh auf den Boden zurückgeholt und musste sich erst wieder herantasten. Umso mehr freut beide Protagonisten der weitere Schritt nach vorne.

Wie aus Salzburg bekannt, könnte der mögliche Abgang von Patson Daka im Sommer die große Chance für Adeyemi werden, um nachzurücken, doch der Jungstar zeigt sich geduldig. "Ich glaube nicht, dass ich in der Warteschlange bin, sondern ich glaube, dass ich das ganze Vertrauen des Trainers habe – egal, ob ich von Anfang an spiele oder von der Bank komme. Deswegen sehe ich das nicht als Warteschlange, sondern einfach als Timing gerade. Ich bin zufrieden und darum geht's."

"Bestrafung" zeigte Wirkung

Der Auftritt seines Schützlings gegen Rapid begeisterte Marsch, auch wenn er ihn erst ab der 74. Minute beim Stand von 1:0 einwechselte. "Karim ist ein super Junge, hochtalentiert, mit einer guten Qualität und ein sehr starker Arbeiter. Die Situation mit den zwei Toren hat er sich vollkommen verdient. Ich freue mich sehr, das hat er sehr gut gemacht."

Für Adeyemi waren es die Saisontreffer drei und vier in der Bundesliga, nur zwei Mal kam er über 90 Minuten zum Einsatz. Doch auch der Youngster wird langsam aufgebaut und muss noch viel lernen.

So "bestrafte" ihn Marsch gegen Sturm Graz mit einer Auswechslung nach nur 37 Minuten und kritisierte den Jungspund danach auch noch öffentlich heftig. "Karim war nicht bereit, er hat nicht gekämpft, er hat jedes Duell und jeden Ball verloren", meinte der Chefbetreuer damals.

"Adeyemi hat ganz sicher eine große Zukunft"

Seitdem ist viel passiert. Marsch sieht die damalige Zurechtweisung sogar als entscheidenden Schuss vor den Bug, der Adeyemi zurück auf den richtigen Weg geführt hat.

"Das war eine schwierige Zeit für beide von uns. Aber wir hatten ein super Gespräch und ich habe ihm gesagt, dass man manchmal ein bisschen einen Schlag braucht. Er hat immer gut gearbeitet, aber jetzt ist die Zeit, alles zu zeigen. Diese Reaktion in dieser Situation zeigt alles über die Menschlichkeit und das Tun, das Karim ausmacht. Er hat ganz sicher eine große Zukunft."

Natürlich fällt es Marsch nicht leicht, Woche für Woche die richtige Entscheidung bezüglich seiner Startelf zu fällen, denn er wird nicht müde zu betonen, wie viele Akteure sich gerade aufdrängen und dass er immer das große Ganze - also alle 23 Mann - im Auge haben muss.

"Es ist so ein guter Kader und es sind so gute Spieler, es ist immer unser Ziel, diesen Jungen zu helfen, damit sie sich entwickeln können und ihre Qualität zeigen", bestätigt Marsch.

Adeyemis Zeit wird kommen

Adeyemi selbst stellt keine Ansprüche und weiß, wie das Werk'l bei Red Bull rennt.

"Klar möchte ich von Anfang an dabei sein, aber wenn der Trainer sich für diese Aufstellung entscheidet, respektiere ich das voll. Ich bin auf der Bank absolut bereit, meine Minuten zu kriegen. Deswegen ist das jetzt kein Vorwurf an den Trainer", hält sich die Zukunftshoffnung mit seinen Bestrebungen, schnell den Durchbruch zu schaffen, zurück.

Sein Doppelpack, ausgerechnet gegen den ersten Verfolger Rapid, machte ihn trotzdem extrem glücklich und stolz. Adeyemis Zeit wird kommen, daran zweifelt kaum jemand.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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