Endstand
2:1
2:0 , 0:1
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RBS historisch schlecht platziert - "Müssen uns hinterfragen"

Die Salzburger landen erstmals in der Red-Bull-Ära jenseits der ersten beiden Plätze. Übrig bleibt eine Mischung aus Ratlosigkeit und Zweckoptimismus.

RBS historisch schlecht platziert - "Müssen uns hinterfragen" Foto: © GEPA

Drei Jahre in Folge kein Titel, diesmal sogar nicht einmal Vizemeister - die schlechteste Saison in der Geschichte des FC Red Bull Salzburg ist Tatsache.

Zum allerersten Mal seit Einstieg von Red Bull in der Mozartstadt wird man in der Endtabelle nicht auf einem der ersten beiden Plätze landen. Noch viel schlimmer: Am letzten Spieltag könnten die "Bullen" sogar noch auf Rang fünf zurückrasseln.

"Wir holen drei Jahre in Folge nicht das, wofür der Klub steht. Wir sind alle gut beraten, wenn wir uns selbst hinterfragen", so ein leerer Alexander Schlager.

Ausgerechnet bei seinem Ex-Klub musste der Torwart mit seinen "Bullen" die bereits neunte Saisonpleite einstecken. Einzig in der ersten Red-Bull-Saison 2005/06 setzte es mehr Niederlagen.

Beichler: "Total unverdient, dass wir dieses Spiel verlieren"

Das 1:2 beim LASK am vorletzten Spieltag der ADMIRAL Bundesliga (Spielbericht>>>) sei einmal mehr "ein Sinnbild" für die ganze Saison, findet Coach Daniel Beichler.

"Es war aus meiner Sicht total unverdient, dass wir dieses Spiel verlieren", so der Jungtrainer.

Er könne seiner Mannschaft "überhaupt keinen Vorwurf machen. Wir waren speziell in den ersten 30 Minuten drückend überlegen, haben zwei, drei richtig gute Möglichkeiten gehabt, bei denen uns vielleicht die letzte Zielstrebigkeit gefehlt hat."

Vorne ineffizient, hinten anfällig - also eh alles beim Alten

Speziell in Halbzeit zwei ließen die Salzburger nicht zuletzt in Person von Edmund Baidoo, der freistehend vor dem leeren Tor nur die Latte traf, erneut große Chancen aus. Im Gegenzug zeigte man sich bei gegnerischen Standards, konkret bei weiten Einwürfen, wie so oft, extrem anfällig.

"Wir machen ein richtig gutes Spiel heute, vor allem mit dem Ball, nutzen unsere Chancen nicht und kriegen dann innerhalb von fünf Minuten zwei Einwurf-Gegentore. Dafür habe ich keine Worte", schüttelt Innenverteidiger Tim Drexler den Kopf.

Immerhin waren die "Bullen" diesmal ebenfalls nach einem weiten Einwurf, den der aufgerückte Drexler zur Mitte brachte, erfolgreich: Karim Konate nickte nach einer Kopfballverlängerung durch Jannik Schuster ein.

Betont positive Aufarbeitung

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Beichler wird die Saison mit Salzburg nicht besser als auf Rang drei abschließen
Foto: ©GEPA

Insgesamt sei aber offensichtlich gewesen, "dass wir in puncto Körpergröße mit dem LASK nicht mithalten können. Die bringen gefühlt sieben oder acht Türme rein. Trotzdem haben wir in den vergangenen Spielen trotz - wenn man so will - körperlicher Unterlegenheit einen richtig guten Job gemacht", meint Beichler.

Was ob dieser Wortwahl des Trainers auffällt: Trotz einer bis dato negativen Meistergruppen-Bilanz von nur drei Siegen bei zwei Remis und vier Niederlagen versuchen die Salzburger Akteure, die vergangenen Wochen und Monate betont positiv aufzuarbeiten.

"Ich finde, dass wir eine gute Truppe haben. Wir haben heute wieder gesehen, dass wir ein richtig gutes Spiel gegen den Tabellenführer gemacht haben, das wir auch gewinnen hätten können", so Drexler. Schlechte Phasen gehören eben zum Fußball dazu: "Ich hatte in meinem Leben noch nie eine Situation, nicht mal in der Jugend, wo ich jedes Spiel gewonnen habe."

Am Ende einfach nicht mehr verdient

"Am Ende des Tages haben wir alle zusammen, nicht nur wir Spieler, es nicht hingebracht."

Alexander Schlager

Schlager kann seiner Mannschaft "keinen Vorwurf machen, wir haben heute alles auf dem Feld liegen gelassen. Jeder Einzelne", so der ÖFB-Goalie. "Ich habe über die ganze Saison das Gefühl gehabt, dass die Jungs hungrig sind und es wollen."

Es gehe aus seiner Sicht vor allem um die für den Erfolg notwendigen "Zahnrädchen, die nicht ineinander greifen".

Gleichzeitig betont der 30-Jährige: "Am Ende des Tages haben wir alle zusammen, nicht nur wir Spieler, es nicht hingebracht. Deshalb haben wir es uns auch nicht verdient."

Das sieht Beichler gleich: "Nach der absoluten Crunchtime, in der du aus den letzten drei Spielen eigentlich sieben Punkte holen musst, stehst du mit nur einem da. Dann hast du am Ende auch keinen Anspruch, am letzten Spieltag um den Meistertitel mitzureden."

Beichler: "Müssen ein paar Sachen in Zukunft anders machen"

Dass sein Name nun unter der schlechtesten Salzburger Saison seit 2005 steht, könne der Steirer verkraften.

"Da bin ich nicht eitel. Es tut zwar richtig weh, aber am Ende soll es uns langfristig gut tun, weil es kein Herumeiern mehr gibt. Wir müssen ein paar Dinge in Zukunft anders machen, damit wir nächste Saison wieder angreifen können", so Beichler gegenüber "Sky".

Es sind Worte, die in ähnlicher Formulierung bereits nach den letzten beiden titellosen Saisonen aus den Salzburger Mündern zu hören waren.

Ob diesmal tatsächlich an den richtigen Stellschrauben gedreht werden kann, wird sich frühestens in einigen Monaten weisen.

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