Michael Wagner verlässt die Austria
Der Sportdirektor der Veilchen schmeißt nach einem halben Jahr wieder hin.
von Harald Prantl
Michael Wagner und die Wiener Austria gehen getrennte Wege.
Der Sportdirektor der Veilchen hat den Verein am Montag von seiner Kündigung unterrichtet, offiziell ist er noch bis Monatsende im Amt.
Ortlechners Nachfolger
Der FAK präsentierte den 50-Jährigen am 11. November 2025 als Nachfolger von Manuel Ortlechner, installierte gleichzeitig eine Sportdirektion, der auch Akademie-Leiter Manuel Takacs und der Technische Direktor Robert Urbanek angehören.
Dieser Schritt wurde in jener Zeit gesetzt, in der es nach dem Rücktritt von Anteils-Eigner Jürgen Werner als Sportvorstand ein Machtvakuum in den sportlichen Entscheidungsgremien gab. Gleichzeitig riefen die Violetten eine neue Strategie aus, setzten zunehmend auf junge Eigenbauspieler.
Mit Zorns Bestellung wurde es kompliziert
Mit der Installation von Tomas Zorn als neuem Sportvorstand im Jänner verkomplizierte sich die Situation.
Während Zorn auf Vorschlag der WTF-Gruppe rund um Werner - letztlich einstimmig - als zweiter Vorstand neben Harald Zagiczek durchgewunken wurde, galt Wagner stets als Mann jener Gruppe im Verein, die die WTF-Anteile lieber heute als morgen zurückkaufen möchte - das bis dato aber nicht schafft.
Keinen Draht zueinander
Zorn und der Wiener fanden in den vergangenen Monaten nie wirklich einen Draht zueinander, die Vorstellungen die Kaderzusammenstellung betreffend klafften mitunter weit auseinander.
Nun zieht Wagner die Konsequenzen daraus und verabschiedet sich von seinem Herzensverein.
In die kurze Ära Wagners als Sportdirektor fallen unter anderem der Millionen-Verkauf von Ifeanyi Ndukwe nach Liverpool sowie die Förderung und Vertragsverlängerung von Shootingstar Vasilije Markovic.
Wagner: "Rahmenbedingungen haben sich geändert"
"Als ich im November gefragt wurde, ob ich die Austria in einer schwierigen Phase unterstützen kann, habe ich diese Aufgabe gerne übernommen. Innerhalb kurzer Zeit ist es uns gelungen, wichtige Strukturen zu schaffen und erste entscheidende Schritte zu setzen. Gemeinsam mit der gesamten sportlichen Führung konnten in den vergangenen Wochen und Monaten wichtige Weichen für die Zukunft des Vereins gestellt werden. (...) Da sich die Rahmenbedingungen seit meiner Bestellung zum Sportdirektor geändert haben, habe ich mich dazu entschlossen, meine Tätigkeit als Sportdirektor zu beenden", sagt Wagner, der der Austria "weiterhin eng verbunden bleiben" will.
Sportvorstand Zorn respektiert Wagners Entscheidung: "In den vergangenen Monaten haben wir die sportliche Organisation weiterentwickelt und klare Verantwortlichkeiten innerhalb unserer sportlichen Führung geschaffen. Robert Urbanek verantwortet den Übergangsbereich von der Akademie über die Young Violets bis hin zur Kampfmannschaft, während Manuel Takacs die Leitung unserer Akademie innehat. Die bisherigen Aufgaben von Michi Wagner werden künftig innerhalb dieser Struktur übernommen. Unser Fokus bleibt unverändert: Wir werden den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen und weiterhin gezielt auf die Förderung und Entwicklung junger Talente setzen."
Gollowitzer bedauert Wagners Entscheidung
Präsident Kurt Gollowitzer sagt: "Wir bedauern die Entscheidung von Michi Wagner sehr, da er die Austria sowohl fachlich als auch menschlich bereichert hat. Mit seiner Bestellung zum Sportdirektor im November 2025 haben wir bewusst unseren strategischen Weg gestärkt, der einen klaren Fokus auf die Förderung und Entwicklung junger Spieler legt. In den vergangenen Monaten konnten dabei bereits zahlreiche positive Impulse gesetzt werden. Diesen eingeschlagenen Kurs werden wir konsequent weiterverfolgen."