"Wir hatten da schon ähnliche Probleme bei diesem Team (jenem aus Halbzeit zwei, Anm.) gehabt und diese auch thematisiert. Dass wir daran anknüpfen, hat mich doch überrascht"
Bereits im Training habe man mit exakt diesen beiden Mannschaften gespielt, "da sah es ähnlich aus. Wir hatten da schon ähnliche Probleme bei diesem Team (jenem aus Halbzeit zwei, Anm.) gehabt und diese auch thematisiert. Dass wir daran anknüpfen, hat mich doch überrascht", verdeutlicht Letsch seine Kritik.
Während das Team aus Halbzeit eins noch proaktiv und frech gegen die Münchener Stars auftrat, "haben wir in Halbzeit zwei nur mehr reagiert und sind dem Gegner immer hinterhergelaufen. Wenn man Spieler wie Karl, Bischof, Diaz usw. spielen lässt, kann es böse enden", analysiert er weiters.
Auffällig dabei war, dass in der Startelf des zweiten Durchgangs tendenziell sogar mehr potenzielle Stammspieler, vor allem aber mehr routiniertere Salzburger zu finden waren.
Startelf Halbzeit eins: Schlager (29); Trummer (20), Gadou (18), Schuster (19), Krätzig (22); Kitano (21), Bidstrup (24), Diabate (21), Bischoff (20); Konate (21), Baidoo (19)
Durchschnittsalter: 21,27
Startelf Halbzeit zwei: Zawieschitzky (18); Lainer (33), Mendes (21), Rasmussen (28), Aguilar (18); Yeo (21), Sulzbacher (20), Kjaergaard (22), Alajbegovic (18); Vertessen (24), Onisiwo (33)
Durchschnittsalter: 23,27
"Ziehen schon Dinge raus"
Zwar sei das erste Pflichtspiel (am 22. Jänner gegen den FC Basel, Anm.) noch in zu weiter Ferne, um aus den bisherigen Erkenntnissen 2026 Rückschlüsse für eine mögliche Stammelf abzuleiten, "aber wir ziehen schon Dinge raus. Der ein oder andere, der in Halbzeit eins gespielt hat, hat schon aufgezeigt", so Letsch.
Zunächst freut sich der Deutsche aber auf das Trainingslager in Belek (TUR) von 8. bis 16. Jänner und damit auf eine endlich richtige Vorbereitung, nachdem diese im Sommer aufgrund der Teilnahme an der FIFA Klub-WM nur verkürzt stattfand.
An der türkischen Riviera gehe es vor allem darum, "an den Dingen, die 2025 nicht optimal liefen, zu arbeiten", erklärt Letsch.
Konkret meint er damit, nach hohen Ballgewinnen eine bessere Entscheidungsfindung im letzten Drittel zustande zu bekommen, noch gemeinschaftlicher zu verteidigen und auch an den Offensiv-Standards zu schrauben.
Auch Letsch findet den Kader zu groß
Außerdem soll die Wintervorbereitung dazu genutzt werden, einen fixen, durchaus verkleinerten Kader zu finden. Das forderte nicht zuletzt Neo-Sportchef Marcus Mann.
Gegen die Bayern setzte Letsch, der in Halbzeit zwei noch Oliver Lukic und Debütant Anrie Chase einwechselte, insgesamt 22 Feldspieler ein, obwohl mit Aleksa Terzic und Petar Ratkov zwei potenzielle Stammspieler erkrankt fehlten. Mamady Diambou und Lucas Gourna-Douath blieben zusätzlich nur auf der Bank.
"Stand jetzt ist der Kader zu groß", weiß Letsch. Er hofft auf eine diesbezüglich ergiebige Zusammenarbeit mit Mann und in diesem Zusammenhang wohl auch auf den ein oder anderen externen Neuzugang.
Letsch freut sich auf den Austausch mit Mann
"Es wäre das erste Transferfenster in Salzburg seit 15 Jahren, wo nichts passieren würde", schiebt Letsch seinem neuen Chef gleich ein wenig Druck zu.
Die Belek-Reise will der 57-Jährige auch dazu nutzen, um viele Gespräche mit Mann zu führen: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit, freue mich, dass endlich wieder jemand da ist. Im Trainingslager werden wir genügend Möglichkeiten haben, uns intensiver auszutauschen: Über unseren Kader, über unsere Mannschaft, über unsere Ausrichtung."
Es ist davon auszugehen, dass Letsch die ein oder andere Erkenntnis aus dem Bayern-Testspiel in diese Gespräche einfließen lassen wird.