"Es ist definitiv keine Selbstverständlichkeit, dass wir als SV Ried, als Aufsteiger, frühzeitig den Klassenerhalt fixieren können. Das war unser großes Ziel, das haben wir mit heute erreicht. Jetzt werden wir nicht länger drum herum reden und uns ärgern, dass wir es nicht früher gemacht haben, weil wir wissen schon, wo wir herkommen", erklärte der Schlussmann, der die Null dank einiger guter Paraden hielt.
Besonders die erste Spielhälfte sorgte am Samstag für Spektakel, es gab zahlreiche Torraumszenen auf beiden Seiten. Senft war aber auch mit dem zweiten Spielabschnitt hochzufrieden. Seine Mannschaft habe die Führung "staubig heruntergespielt".
"Verdient in der ersten Liga"
Vielleicht der beste Mann am Platz war an diesem Nachmittag Ante Bajic, der zunächst die Stange traf, dann in einer Aktion im Mittelpunkt stand, als der Video-Schiedsrichter ein Foul an ihm im Strafraum sah. Der Unparteiische Arnes Talic entschied sich nach Ansicht der TV-Bilder aber gegen einen Strafstoß.
Bajic gab auf die Situation am Platz aber die beste Antwort, traf wenig später zum 1:0. Vor allem, dass er ruhig geblieben sei in der Situation, nachdem die erste Chance mit dem Stangenschuss beinahe eine Kopie des Tores war, allerdings mit dem schlechteren Ende, gefiel dem 30-Jährigen.
"Beim zweiten Mal habe ich es einfach besser gemacht, platzierter, und er hat perfekt gepasst", so Bajic.
Der Elfmeter in der Schlussphase sei schließlich eine große Erleichterung gewesen, wodurch man den Klassenerhalt eintüten konnte. "Wir haben gewusst, es wird nicht einfach, aber wenn man sich die ganze Saison so anschaut, war es glaub ich dann auch verdient, dass wir in der ersten Liga bleiben."
Blau-Weiß bricht nicht in Panik aus
Auf der Gegenseite war man bei Blau-Weiß Linz mit der Leistung zwar gar nicht unzufrieden, die Effizienz vor dem Tor ließ allerdings zu wünschen übrig.
"Ich glaube, wir haben kein schlechtes Auswärtsspiel gemacht, waren sehr aktiv, haben vor allem auch versucht, uns Chancen herauszuarbeiten und sind am Ende auch zu vielen Abschlüssen gekommen. Leider haben wir es verpasst, ein Tor zu machen, und dann wird dich wahrscheinlich mal ein Fehler umbringen, das war dann so", so Blau-Weiß-Trainer Michael Köllner.
Mit dem Elfmeter sei das Spiel dann entschieden gewesen. "Schade, weil wir kein so schlechtes Auswärtsspiel gemacht haben, heute hätten wir hier mindestens einen Punkt mitnehmen können."
Trotzdem sah Köllner keinen Grund für Panik, man werde sich schütteln und weitermachen. "Dass du mal einen Dämpfer kriegst, musst du einkalkulieren. Wir haben jetzt eine tolle Serie gespielt, wussten aber seit ich im Januar hierhergekommen bin, dass das wahrscheinlich bis zum Schluss gehen wird."
Selbstbewusst in die letzten zwei Spiele
"Wir wussten, dass wir aus den letzten drei Partien sechs Punkte brauchen, das hat sich nicht verändert. Wir haben die Qualität, um in Tirol zu gewinnen, und wir haben die Qualität, am Ende daheim den GAK zu schlagen." Man sei mental stark genug für diese Situation, jetzt gelte es, nächste Woche auswärts die nächsten Punkte zu holen.
Damit sprach der BW-Coach einen wunden Punkt an. Zwar holte man zuletzt viele Punkte, auswärts wartet man aber seit Anfang Oktober des letzten Jahres auf einen Dreier.
Trotzdem blickte Verteidiger Manuel Maranda zuversichtlich auf den Endspurt: "Jetzt wird es in den letzten zwei Runden nochmal darauf ankommen, ob wir unsere Qualität wieder auf den Platz bringen, und wenn wir das machen, werden wir die Klasse halten."
Und Köllner ist sogar überzeugt: "Wir brauchen nächste Woche wieder die Schärfe und Genauigkeit, und dann sind wir auch in der Lage, den Klassenerhalt am Ende der Saison zu feiern."