Janko über Salzburg: "Habe kein Offensivkonzept gesehen"
In ihrem Podcast gehen die beiden Ex-Nationalspieler Marc Janko und Andi Herzog hart mit dem FC Red Bull Salzburg ins Gericht.
Mit der Niederlage gegen den LASK hat sich der FC Red Bull Salzburg wohl endgültig aus dem Titelrennen verabschiedet.
Im Podcast "HERZERL mit JANKO" lassen die ehemaligen Nationalspieler Andreas Herzog und Marc Janko das Topspiel der ADMIRAL Bundesliga noch einmal Revue passieren.
Janko: "Bis auf die Linzer Fans hast du niemanden gehört"
Die Stimmung nach Schlusspfiff war laut Janko bezeichnend für die aktuelle Gemütslage der "Bullen": "Das war ein richtiger Schockmoment im Stadion. Ich war vor Ort, bis auf die Linzer Fans hast du niemanden gehört. Es sind die Leute nachhause gegangen, haben abgewunken und du hast gesehen, wie geschockt die Salzburger Spieler, aber auch die Betreuer gewesen sind. Weil damit ist der Meisterschaftszug so gut wie abgefahren."
Janko hat vor allem die Einsatzbereitschaft der Salzburger vermisst. "Ich hatte das Gefühl, dass da Männer gegen Jungs gespielt haben und die Männer waren beim LASK zu finden. Das Salzburger Offensivkonzept kann man nicht als solches benennen. Ich habe keines gesehen. Sie haben wahnsinnige Mühe gehabt, Ideen zu finden, wie sie die oftmals tiefstehenden Linzer bespielen konnten", so das vernichtende Urteil des ehemaligen Salzburg-Stürmers.
Die Defensive der Mozartstädter habe sich vom Linzer Offensivtrio komplett die Schneid abkaufen lassen.
Herzog vermisst klaren "Leader"
Herzog ordnet die Situation beim österreichischen Vizemeister ähnlich ein. "Es war augenscheinlich für die Situation von Salzburg, dass sie immer halbwegs bemüht sind, aber dass einfach die Qualität fehlt. Wir dürfen nicht den Fehler machen, diese Mannschaft mit den Mannschaften vor vier bis zehn Jahren zu vergleichen", mahnt der 103-fache Nationalspieler.
"Die Mannschaft ist nicht gefestigt, sie haben keine Leader im Team. Bidstrup als Kapitän ist immer bemüht, rennt immer 13, 14 Kilometer, aber er rennt so viel herum, dass er dort, wo ihn die Defensivspieler brauchen würden, um den halben Schritt nicht hinkommt."
Laut Herzog müsse auch in der Kaderplanung ein "Umdenken" stattfinden: "Nur mit jungen Spielern wird sich das so leicht in den nächsten Jahren nicht mehr ausgehen". Er selbst rechnet mit einem großen Umbruch im Sommer. Die Zeit, wo Salzburg "die besten jungen Talente bekommen hat", ist nach der Einschätzung des 57-jährigen Wieners vorbei.
"Das wird die Riesenchallenge sein: Junge Spieler zu verpflichten gepaart mit vier, fünf gestandenen Spielern, so wie Ulmer, Junuzovic oder Wöber. Die haben schon als österreichische Führungsspieler alles in die richtige Richtung lenken können." Im Vergleich zu früher fehlen der Mannschaft laut Herzog mit "Lockerheit und Qualität" zwei wichtige Attribute.
Auch die Champions League und der restliche Bundesliga-Spieltag wurde im Zuge der 12. Podcast-Folge von den Ex-Profis unter die Lupe genommen.