Jeggo: "Ich habe meine Zeit bei Sturm geliebt"

 

"Ihr könnt es weiter probieren, doch Sturm Graz kann man nicht kopieren!", richteten die Fans der Steirer per Spruchband den Machern der Wiener Austria aus.

Nach dem Kräftemessen im Cup duellierten sich die "Veilchen" und Sturm Graz am Wochenende bereits zum zweiten Mal seit dem viel diskutierten Transfer-Sommer. Dass Normalität eingekehrt ist, kann man wohl noch nicht ganz behaupten.

James Jeggo, Christian Schoissengeyr und Bright Edomwonyi übersiedelten direkt vom Cupsieger an den Verteilerkreis, Uros Matic auf Umwegen. Die Sturm-Spieler fanden einen unterschiedlichen Umgang für das Wiedersehen mit den Ex-Kollegen.

"Mit Schoissengeyr verstehe ich mich ein bisschen besser, mit ihm habe ich auch privat Kontakt. Mit allen anderen war es ein Hallo und ein Tschüss - am Spielfeld gibt es für mich keine Freunde, das sind für mich Gegner", betont Peter Zulj, der nach dem 1:1 im Schlager generell ein wenig frustriert war (Zulj: Ich check's selber net!).

Spendhofer: "Das sind alles meine Freunde"

Mit offeneren Armen begegnete Lukas Spendlhofer den früheren Mitspielern: "Mich freut es immer wieder, sie zu sehen. Mir ist egal, was rundherum geschrieben worden ist. Da wird immer schnell ein Krieg daraus gemacht. Das sind alles meine Freunde! Und das wird auch immer so bleiben. Ich habe auch sonst Freunde bei der Austria, mit denen ich bereits zusammengespielt habe. Das ist im Fußball ganz normal."

Ein besonders enger Freund des Sturm-Innenverteidigers ist James Jeggo, für dessen Hochzeit er in der vergangenen Winterpause sogar die Reise nach Australien auf sich nahm: "Immer wenn ich Jimmy sehe, ist das eine Riesen-Freude. Für mich ist er einer der sympathischten Menschen der Welt, auch wenn er vom anderen Ende der Welt ist."

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Um den Transfer von Jeggo wurde im Sommer besonders viel Wirbel gemacht, auch bei ehemaligen Mitspielern stieß dieser ablösefreie Wechsel teilweise auf Unverständnis.

Jeggo: "Zeit bei Sturm geliebt"

Inzwischen sind einige Monate vergangen und die beiden bisherigen Aufeinandertreffen von Violett und Schwarz-Weiß fanden praktischerweise in Wien statt, die erste Reise an die alte Wirkungsstätte steht erst zum spätestmöglichen Zeitpunkt, in der 22. Runde Mitte März 2019, an. Jeggo betont, dass er das Thema inzwischen abgeschlossen habe, auch wenn Graz natürlich weiterhin nicht aus seiner Welt sei:

"Für mich war klar, dass es nicht ruhig sein würde und ich für diesen Wechsel Kritik bekommen werde. Aber das war kein Problem für mich, denn ich hatte meine Gründe."

James Jeggo

"Die Kontakte sind immer noch da, es ist auch eine super Truppe in Graz: Ich bin auch mit keinem schlechten Gefühl, was die Spieler und Trainer betrifft, weggegangen. Ich habe meine Zeit dort geliebt, die zweieinhalb Jahre waren richtig toll, daran werde ich mich immer positiv zurückerinnern."

Natürlich sei es im Falle eines Abschieds immer der Wunsch, dass dieser ruhig über die Bühne gehen würde: "Aber für mich war klar, dass es nicht ruhig sein würde und ich für diesen Wechsel Kritik bekommen werde. Aber das war kein Problem für mich, denn ich hatte meine Gründe."

Überzeugt von dem, was bei Austria passiert

"Ich wollte zu diesem Zeitpunkt meiner Karriere irgendetwas anderes machen. Das ist eine persönliche Geschichte und eine Entscheidung, die ich für mich treffen musste. So ist das Leben und deshalb habe ich immer gesagt, dass die Kritik für mich überhaupt kein Problem ist. Aber ich habe versucht, es bis zum Ende immer fair, ganz ehrlich und ganz offen dem Verein und meinen Mitspielern gegenüber zu machen", so der Australier weiter.

Vor allem daran, wie offen er dem Verein gegenüber seine Pläne kommuniziert hat, schieden sich bekanntlich die Geister. Für Jeggo steht jedenfalls fest, dass er mit seiner Unterschrift unter einen Dreijahres-Vertrag bei der Austria die richtige Entscheidung getroffen hat: "Ich fühle mich richtig wohl hier und bin völlig überzeugt von dem, was hier passiert."

Was nicht heißen soll, dass ihn die aktuelle sportliche Performance der "Veilchen" zufriedenstellt. Seit der Rückkehr von seinem Syndesmosebandriss erlebte er die komplette Bandbreite an Ergebnissen mit, was sinnbildlich für die bislang wechselhafte Spielzeit der Austria steht.

Gegen Sturm zu wenig gebrannt

"Wir wissen, dass wir schwer zu stoppen sind, wenn wir alles, was wir können, auf den Platz bringen. Wir müssen jedoch Tag für Tag daran arbeiten, dass wir Lösungen finden."

James Jeggo

Auch mit dem 1:1 gegen den ehemaligen Arbeitgeber hatte er keine Freude, speziell der schwache Auftritt in der ersten Halbzeit enttäuschte ihn maßlos. Dabei hatten die Wiener lange genug Zeit, um sich für die Wiedergutmachung für die Pleite in Altach heiß zu machen.

"Nach einer Länderspielpause willst du ja wieder spielen. Deswegen ist es so enttäuschend, wie wir angefangen haben. Denn eigentlich musst du in so ein Spiel reingehen und es muss von Anfang an brennen. Das hat uns gefehlt. Wir haben überhaupt keinen Zugriff gehabt, waren zu passiv, nicht aggressiv genug."

Angesichts des Spielverlaufs sei letztlich "viel, viel mehr drinnen gewesen" als der Punkt, da Sturm in der letzten halben Stunde nur noch zu zehnt war, andererseits müsse man zufrieden sein, nicht mit einem größeren Rückstand als mit 0:1 in die Pause zu gehen. Mit einem Mann mehr habe man auch nicht die richtigen Lösungen gefunden, kaum Torchancen kreiert.

Dinge, die sich ändern müssen, wie Jeggo mahnt: "Wir wissen, dass wir schwer zu stoppen sind, wenn wir alles, was wir können, auf den Platz bringen. Wir müssen jedoch Tag für Tag daran arbeiten, dass wir Lösungen finden, denn in dieser Liga kommen wir öfter in die Situation, dass wir das Spiel voll im Griff und mehr Ballbesitz haben. Dann muss uns mehr aus dem Spiel heraus gelingen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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