"Nach neun Runden habe ich mir gedacht: Oida, ich weiß nicht, wie das weitergehen soll", gibt Horvath zu. Der LASK stand auf dem vorletzten Tabellenplatz, drei Punkte Rückstand auf den späteren Absteiger Blau-Weiß.
Kalajdzics Ahnung
Einer hat damals aber anscheinend schon geahnt, dass es schon bald steil nach oben gehen kann: Sasa Kalajdzic.
Er erzählt: "Ich habe mit einem Freund, zwei Wochen nachdem ich zum LASK gekommen bin, gesprochen. Darauf redet er mich jedes Mal an: 'Sasa, kannst du dich erinnern, als du zu mir gesagt hast, dass ihr Meister werden könnt. Ich hab‘ dir damals gesagt: Was für Meister? Ihr seid Vorletzter!'"
"Nach der ersten Woche habe ich mir gedacht: Haben die eine Leder-Allergie?"
Und dann kam Didi Kühbauer. Wobei selbst der Erfolgscoach anfangs so seine Zweifel gehabt haben dürfte. Er gesteht: "Nach der ersten Woche habe ich mir gedacht: Haben die eine Leder-Allergie? Sie waren total verunsichert. Aber das habe ich noch bei jedem Klub erlebt, wenn ein Trainer während der Saison kommt."
Der LASK setzte unter seiner Anleitung zu einem unglaublichen Erfolgslauf an, blieb zehn Partien in Folge ungeschlagen, holte in dieser Phase acht Siege. Und schaffte es letztlich noch in die Meisterrunde.
Im Finish geliefert
Kalajdzic trocken: "Die Mannschaft musste einfach nur die richtigen Schlüsse ziehen. Ein paar Entscheidungen haben richtig gewirkt."
In der Meisterrunde kassierte der LASK in zehn Spielen nur eine Niederlage, holte sechs Siege, vier davon en suite zum Ende der Saison.
"Wie die Mannschaft in den letzten Monaten performt hat, ist unglaublich. Ich bin unglaublich stolz auf diese Mannschaft. Sie musste immer auf hohem Niveau spielen, sonst wirst du nicht Meister. Sie haben Woche für Woche abgeliefert, jeden Gegner aus dem Rennen genommen. Ich würde sie alle adoptieren", sagt Kühbauer.
Mit dem Einzug in die Meisterrunde, sei ihm klar gewesen, "dass alles passieren kann", sagt der Burgenländer.
Doch das, was passiert ist, ist immer noch unglaublich. Der LASK holte erstmals seit 1965 einen Titel, und dann auch gleich das Double.
LASK-Party: "Heute heißt's saufen!"
"Es ist unbeschreiblich. Ich bin immer noch nicht ganz da, es fühlt sich immer noch so an, als ob das nicht echt wäre", braucht Goalie Lukas Jungwirth noch ein wenig, um in der Realität anzukommen.
"Werde wahrscheinlich nur weinen"
Horvath geht es ähnlich: "Das ist immer noch so weit weg, nicht zu greifen."
"Utopisch", nennt es Kühbauer. Und Sportdirektor Dino Buric "könnte die ganze Welt umarmen".
Zuerst die Party, dann alles sacken lassen. Das ist zumindest Jungpapa Horvaths Motto: "Wahrscheinlich werde ich morgen und übermorgen nur weinen. Die letzten Monate waren die besten meines Lebens!"
Kein Wunder, diese Entwicklung hat nun wirklich niemand kommen sehen. Oder wie es Jungwirth ausdrückt: "Das hätte der ärgste LASK-Fan und Optimist nicht geglaubt. Es ist unglaublich!"