Endstand
2:5
1:2 , 1:3
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Ingolitsch: Böse Miene zum guten Resultat

Der SK Sturm feiert einen deutlichen Sieg bei seinem Angstgegner. Doch das ist nur die halbe Geschichte. Deshalb ärgert sich der Coach:

Ingolitsch: Böse Miene zum guten Resultat Foto: © GEPA

Ein Fußballspiel ist am Ende des Tages oft viel mehr als nur das nackte Ergebnis.

Wäre dem nämlich so, wäre es sehr unverständlich, dass Fabio Ingolitsch nach einem 5:2-Auswärtssieg des SK Sturm bei der Wiener Austria mit seiner Grazer Mannschaft so hart ins Gericht geht.

Nach zuletzt sieben sieglosen Begegnungen hat der Titelverteidiger seinen Austria-Fluch beendet. Aber es hätte auch ganz anders kommen können.

"Das Resultat täuscht!"

"Das Resultat täuscht", gibt Verteidiger Albert Vallci zu. Sein Coach findet es "paradox, dass wir ein so hohes Ergebnis einfahren konnten."

Trotz eines 0:1-Rückstands nach nur 31 Sekunden gingen die Grazer mit einer 2:1-Führung in die Pause. Sie hätten aber gut und gerne auch deutlich in Rückstand liegen können.

Die Austria ließ Großchance um Großchance liegen, die Steirer verwerteten indes ihre einzigen beiden echten Möglichkeiten eiskalt.

Keine Kontrolle, nicht ready

"Wir hatten keine Kontrolle über das Spiel, waren in der Defensive nicht stabil", moniert Otar Kiteishvili.

Für Ingolitsch extrem ärgerlich: "Wir waren klar in der Struktur, hatten gute Zuteilungen gegen den Ball, aber wir waren überhaupt nicht ready. Viele Spieler haben in gewissen Phasen einen Sicherheitsabstand gewählt, sich in den Duellen nicht durchgesetzt."

"Wir haben nichts gelernt, sondern sind wieder rückfällig geworden"

Sturm-Coach Fabio Ingolitsch

In der zweiten Hälfte kippte die Partie. In der 55. Minute sah Austrias Tin Plavotic nach einem Elferfoul Gelb-Rot, Kiteishvili verwandelte zum 3:1.

"Dann ist es einfacher geworden. Wir hatten viel Raum und viele Chancen", sagt der Georgier.

Eine gute Viertelstunde

Sturm präsentierte sich eiskalt, ließ der Austria in den folgenden Minuten nicht den Hauch einer Chance, legte bis zur 66. Minute zwei weitere Tore nach.

Ingolitsch: "Der Elfer war die spielentscheidende Szene. In numerischer Überzahl hatten wir eine gute Ruhe und haben den Hunger, weiter nach vorne zu spielen, bewiesen."

"Sehr komfortabel", beschreibt der Sturm-Trainer den Vier-Tore-Vorsprung. Doch was danach folgte, gefiel ihm so überhaupt nicht.

Der Rückfall

"Es ist unverständlich, dass wir dann das Fußballspielen wieder eingestellt haben und in denselben Trott der ersten Hälfte verfallen sind. Das ärgert mich sehr. Wir haben nichts gelernt, sondern sind wieder rückfällig geworden", sagt der Coach.

Er gibt zu: "Viele Phasen des Spiels waren nicht gut von uns." Ein Sturm-Spiel der Kontraste, in dem letztlich eine Szene und die darauffolgenden Minuten für den Dreier gereicht haben.

Und weil am Ende dann doch das nackte Ergebnis zählt, kann Ingolitsch auch versöhnlich resümieren: "Wir haben das Motto '10 Finalspiele' ausgegeben, das erste Finalspiel haben wir gewonnen."

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