Sturm: Ilzer gerät ins Schwärmen

 

Der SK Sturm Graz meldete sich am Sonntag nach dem verpatzten Saisonauftakt gegen Red Bull Salzburg bärenstark zurück und zeigte im Pack-Duell gegen den Wolfsberger AC, warum in dieser Saison mit den "Blackies" zu rechnen ist.

Dabei ging die Partie eigentlich alles andere als nach Wunsch los. Bereits nach 15 Minuten rannte man einem Rückstand hinterher. Was folgte, war jedoch Offensivfußball vom Feinsten, gekrönt mit vier Toren in zwölf Spielminuten - der Grundstein für den eindrucksvollen 4:1-Sieg im Lavanttal (Spielbericht >>>).

"Ich bin sehr zufrieden. Es war vor allem in der ersten Halbzeit eine grandiose Leistung. Wir haben uns auch durch den Rückstand nicht aus dem Konzept bringen lassen", erklärt Sturm-Cheftrainer Christian Ilzer nach dem Spiel im Interview mit "Sky".

"Wir waren wirklich sehr gut im Pressing, gut im Kombinieren, haben uns eine Fülle von Torchancen herausgespielt - überragendes Fußballspiel in der ersten Halbzeit", gerät der Steirer wegen der Performance seines Teams in Halbzeit eins ins Schwärmen und geht dabei weiter ins Detail.

Ilzer: "Genauso stelle ich mir ein Fußballspiel vor"

"Es war einfach ein Ergebnis aus dem Dauerdruck, den wir erzeugen haben können. Dieses geschlossene Angriffsspiel hat mir extrem gut gefallen. Wir waren mit dem Ball extrem handlungsschnell in den engen Räumen, waren auch bei Ballverlusten sehr griffig. Genauso stelle ich mir ein Fußballspiel vor", so Ilzer.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)



So stark die Grazer aus dem Spiel heraus waren, die Tore fielen größtenteils aus Standards. Aber auch das war ein Ergebnis einer akribischen Vorbereitung.

"Wir haben eine lange Trainingswoche gehabt. Wir haben uns ein paar Themen schwerpunktmäßig rausgepickt. Standards waren ein Haupttehma dabei. Wir haben das im Spiel dann auch gut umgesetzt. Man muss aber auch erstmal zu so vielen Standards kommen. Das wir es dann nützen, ist natürlich umso schöner", findet Ilzer.

Jantscher? "Seine Qualität ist überragend"

Mann der ersten Halbzeit war ganz klar Jakob Jantscher, der nicht nur ein Tor selbst erzielte, sondern auch drei vorbereitete. In der zweiten Hälfte musste er verletzt runter, nach Spielende gab es aber bereits leichte Entwarnung (Mehr dazu >>>).

Jantscher bewies am Sonntag ein weiteres Mal, was er für das Team bedeutet. "Seine Qualität, die letzten Bälle zu spielen, ist überragend. Wir brauchen ihn in so einer Form, dass wir solche schwierigen Spiele wie heute auch drehen und in die richtige Richtung lenken können", so Stefan Hierländer.

Beim Kapitän ist die Erleichterung groß, dass im zweiten Spiel der erste Saisonsieg gelang. "Wir sind nicht so in der Meierschaft gestartet, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben gegen Salzburg mehr vorgehabt. Natürlich ist es immer so: Wenn man in der ersten Runde nicht anschreibt, hat man schon Druck. Heute war der Sieg aber verdient."

Dutt: "Die Welt geht nicht unter"

Während Sturm über den ersten Sieg jubeln durfte, muss der WAC weiter auf einen solchen warten. So auch Neo-Coach Robin Dutt. "Wie müssen die Ruhe bewahren. Es ist nicht schön, das erste Heimspiel hier mit 1:4 zu verlieren, es geht jetzt aber nicht gleich die Welt unter. Wir stehen am 2. Spieltag und diese Liga zeigt schon, wie ausgeglichen sie ist", so der Deutsche.

Dabei ging die Partie aus Sicht des WAC mit der Führung durch Dominik Baumgartner eigentlich gut los. Danach fing sich Wolfsberg jedoch ein Tor nach dem anderen ein.

"Auch wenn man schon lange im Geschäft ist, sieht man nicht so oft, dass von den sechs, sieben Standards, die wir zulassen, fast jeder gefährlich ist - und dann liegst du nach kurzer Zeit hinten", so Dutt.

"Wenn man die Größe sieht von Wüthrich und Gorenc-Stankovic, dann brennt's nartürlich ganz schön. Wenn du die dann verteidigst, steht auf einmal der kleine Kiteishvili da. Heute drei Stück, das erlebt man auch nicht alle Tage", kann sich der WAC-Coach die Standard-Schwäche am Sonntag nicht erklären.

Vorsichtige Halbzeit-Umstellungen? "Möchten nicht 1:6, 1:7, 1:8 verlieren"

Zur Pause folgte dann bereits ein wenig Schadensbegrenzung. "Zur Halbzeit ändert sich dann die Perspektive für dich als Trainer. Du möchtest hier nicht zum Heimauftakt 1:6, 1:7, 1:8 verlieren. Deshalb wir dann das System umgestellt, eine Dreierkette und zwei Spitzen eingebaut und so den Gegner von unserem Tor weggehalten", erklärt Dutt.

Offensiv blieb das Spiel des WAC allerdings weiterhin farblos. "Die Durchschlagskraft vorne hat gefehlt. Ich bin aber schon froh, dass wir uns nicht ergeben haben, sondern uns wehren", legt der WAC-Coach nach.

Robin Dutt glaubt fest daran, dass man sich nicht zu sehr von dieser Partie beeinträchtigen lässt. Kommendes Wochenende heißt der Gegner Rapid. In diesem Spiel will man sich anders präsentieren.

"Wir werden mit positiven Gedanken in das Spiel gegen Rapid gehen. Sie spielen international, das sollte uns in die Karten spielen, was die Kräfte betrifft", gibt Dutt einen Ausblick.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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