Endstand
2:3
1:1 , 1:2
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Historischer LASK-Sieg! "Alles andere wäre enttäuschend gewesen"

Die "Athletiker" siegen erstmals seit Meistergruppen-Einführung in Salzburg - dank einer neu gefundenen Stärke und dem etwas längeren Atem.

Historischer LASK-Sieg! "Alles andere wäre enttäuschend gewesen" Foto: © GEPA

Momentan vergeht in Fußball-Österreich kein Monat ohne einen historischen Auswärtssieg in der Salzburger Red Bull Arena.

Im Februar gelang es der Wiener Austria, zum ersten Mal seit 2014 in Wals-Siezenheim zu siegen, im März zog der SK Rapid mit dem ersten Auswärtserfolg bei den "Bullen" seit über zehn Jahren nach.

Und am Freitag war der LASK dran. Zum Auftakt der 26. Runde der ADMIRAL Bundesliga konnten die "Athletiker" einen so späten wie verdienten Sieg beim FC Red Bull Salzburg feiern (Spielbericht>>>) und die Salzburger damit erstmals überhaupt in einem Meistergruppen-Spiel auswärts schlagen.

Kalajdzic: "...dann ist Salzburg absolut schlagbar"

"Der viel größere Unterschied ist, dass du damals gegen Soriano, und wie sie auch alle heißen, gespielt hast. Die haben alle überrumpelt."

Sasa Kalajdzic

Auch LASK-Stürmer Sasa Kalajdzic machte bisher, damals noch im Admira-Trikot, einzig und allein negative Erfahrungen in der Red Bull Arena.

"Es ist ein Unterschied, ob du mit der Admira oder dem LASK herfährst", scherzt der Wiener. Fügt dann aber mit ernster Miene an: "Aber der viel größere Unterschied ist, dass du damals gegen Soriano, und wie sie auch alle heißen, gespielt hast. Die haben alle überrumpelt."

Die aktuellen Salzburger Spieler seien freilich "alles Riesentalente und werden ihren Weg machen", so Kalajdzic, "aber wenn man es clever macht und seine Stärken ausnutzt, sind sie absolut schlagbar".

Der LASK kann plötzlich Standards

Genau dies ist dem LASK gelungen. Eine dieser ausgenutzten Stärken war dabei eine neu gefundene: Die Standards.

Bereits nach acht Minuten schlugen die Linzer in Form von Keba Cisse nach einer einstudierten Eckball-Variante erstmals zu. Chefcoach Dietmar Kühbauer drückte Standard-Trainer Maximilian Ritscher daraufhin ein "Busserl" auf die Wange.

"Man muss auch die Assistenztrainer immer wieder loben, weil sie auch eine gute Arbeit leisten. Ohne die ist es zwar schön, aber mit ihnen noch schöner", gibt es danach bei "Sky" ein Kompliment in klassischer Kühbauer-Manier.

Auffällig ist dabei, dass der LASK bereits beim 4:1 gegen die Wiener Austria in der Vorwoche zwei Tore nach ruhenden Bällen schoss, auch der 3:2-Siegtreffer durch Xavier Mbuyamba am Freitag fiel infolge eines solchen - und das, nachdem die Standards zuvor eigentlich als ein schwarz-weißer Schwachpunkt galten.

Kühbauer: "Hätten auch ohne Standards scoren können"

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Daumen hoch für die Linzer-Standards seit der Länderspielpause
Foto: ©GEPA

"Wir haben in den letzten Monaten zu viel nach Standards zugelassen und zu wenig rausgeholt. Jetzt habe ich das Gefühl, alle sind 100 Prozent scharf - und das sieht man auch", sagt Kalajdzic dazu.

Dabei habe man gar keinen allzu großen Fokus darauf im Training gelegt - sogar im Gegenteil.

"Wir haben es in der Phase, in der wir zu viele Standard-Tore gekriegt haben, nicht allzu groß zum Thema werden lassen. Wenn man Dinge zu oft herzeigt, nistet sich das im Kopf ein. Die Jungs haben anscheinend mitgenommen, dass man auch vorne scoren kann", erklärt Kühbauer auf der Pressekonferenz.

Gleichzeitig betont der Burgenländer: "Aber wir hätten heute auch ohne Standards scoren können."

"Alles andere als ein Sieg wäre enttäuschend gewesen"

Und zwar nach den zahlreichen Umschaltsituationen, die der LASK gegen die extrem fehleranfälligen Salzburger vorfand. Kalajdzic nutzte eine solche zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung, welche beinahe nicht zum Sieg gereicht hätte.

Maurits Kjaergaards Weitschuss war die Ouvertüre zu einer turbulenten Nachspielzeit, Mbuyambas Tor nach einem Krätzig-Blackout in wortwörtlich letzter Sekunde der Schlussakt.

"Es wäre wirklich bitter gewesen, wenn das heute noch ein X geworden wäre. Aber unsere Spieler sind draufgeblieben, Salzburg hat glücklicherweise noch den Fehler gemacht, den hat 'Xavi' (Mbuyamba, Anm.) genutzt und uns zum verdienten Sieg geschossen", so Kühbauer.

Nachsatz: "Alles andere wäre enttäuschend gewesen."

Jetzt wartet zwei Mal Sturm

Mit solch heroisch erkämpften Siegen wird man normalerweise Meister, oder?

"Irgendwann muss ich sagen, dass wir Meister werden wollen, gell? Aber das werde ich nicht", winkt Kühbauer ab.

Konkreter wird da schon Kalajdzic: "Das ist eine gefährliche Frage. Ja und Nein. Weil solche Siege einerseits gut tun und am Ende entscheiden können. Aber wenn man denkt, es geht jetzt von alleine, und man in den letzten Spielen die letzten Meter nicht mehr geht, kann es auch gefährlich werden."

Darüber, wie groß die schwarz-weißen Meisterchancen tatsächlich sind, wird man spätestens nach dem anstehenden Doppel gegen Tabellenführer Sturm Graz Konkreteres wissen.

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