Endstand
4:2
2:1 , 2:1
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Elfer-Eigensinn! Da handelte sich Antiste ein Extra-Meeting ein

Der Streit um den Ball beim Rapid-Elfmeter gefiel Johannes Hoff Thorup gar nicht. Der Franzose bekommt ein ernstes Wörtchen zu hören.

Elfer-Eigensinn! Da handelte sich Antiste ein Extra-Meeting ein Foto: © GEPA

Das Stimmungsbarometer zeigt nach oben in Hütteldorf. Das 4:2 gegen den LASK war der nächste Schritt nach vorn und bot deutlich mehr Grund zur Freude als zur Verstimmung.

Aber nicht ausschließlich. Eine Angelegenheit brachte Gesprächsbedarf mit sich: Das Verhalten von Janis Antiste vor dem Elfmeter zum 3:1.

Der Franzose stellte sich dem späteren Schützen und Doppelpacker Bendegúz Bolla in den Weg, bestand darauf, selbst antreten zu dürfen. Erst nach Intervention von Routinier Jannes Horn und Kapitän Matthias Seidl stapfte Antiste angerührt davon, ließ auch den Torjubel aus.

Danach wurde der 23-Jährige vom Platz genommen, seine Auswechslung von den eigenen Fans mit einem Pfeifkonzert bedacht. Auch von Johannes Hoff Thorup kassierte er an Ort und Stelle eine Standpauke. Nicht die letzte des Abends.

"Ich habe in zehn Minuten ein Meeting mit ihm", kündigte der Däne an. Ein Inhaltsverzeichnis der Unterredung musste nicht konkret ausgesprochen werden.

"In allem, was wir tun, ist alles ins kleinste Detail geplant und vorbereitet. Davon rücken wir nicht ab. Wir haben auch eine klare Liste bei den Elfmeterschützen", ließ der Rapid-Trainer schon durchklingen, dass es keineswegs Antistes Aufgabe gewesen wäre, sich den Ball zu schnappen.

Das verriet Andreas Weimann später bei "Talk und Tore" auf "Sky": Demnach wären Seidl, Bolla und Weimann selbst auf der Schützenliste gestanden, Antiste nicht.

Horn: "Besser, wenn einer hingeht und schießen will"

"Es war ein bisschen chaotisch, aber wir werden noch darüber sprechen. Damit ist es erledigt", zeigte sich auch Bolla verwundert, will aber nicht nachtragend sein.

Ein Moment des Übermuts seitens eines Spielers, der unter Druck steht? Nach seinem Tor im Heimspiel gegen Salzburg, das die Meistergruppe ermöglichte, blieb Antiste in der Woche darauf wieder bei einem Kurzeinsatz.

Mit unklarer Vertragssituation am Ende der Leihe von Sassuolo im Sommer muss er sich weiter beweisen - als Offensivspieler klarerweise mit Scorerpunkten. Das 2:1 gegen den LASK zusammen mit Horn eingeleitet zu haben, war ein guter Moment, zählte aber nicht als Statistik.

Der Deutsche nahm seinen jungen Kollegen auch in Schutz: "Als Stürmer willst du natürlich Tore schießen. Ich finde es besser, wenn einer mal hingeht und schießen will. Deswegen alles gut, es wird kein böses Blut geben."

Der hoffthorupschen Kopfwäsche entgeht Antiste aber nicht. Dafür strich der Coach die Bedeutung des Mannschaftsgefüges in seinen Bemühungen, Rapid wieder in bessere Zeiten zu führen, auch nach dem Antiste-Thema zu deutlich hervor.

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