Durchatmen beim FK Austria Wien.
Zum Abschluss einer ereignisreichen Woche steht ein 1:0-Sieg gegen den SCR Altach. Der erste Dreier in der laufenden Meisterschaft.
Und dieser Schlusspunkt hat wohl zur Folge, dass es in der Länderspielpause einigermaßen ruhig zugeht. So gut das am Verteilerkreis freilich möglich ist.
Es sieht sehr gut aus für Helm
Es war von einem Endspiel für Trainer Stephan Helm die Rede. Einige stellten infrage, ob es überhaupt ein solches wäre, oder sein Schicksal sowieso schon entschieden sei.
Die Gemengelage in Wien-Favoriten gibt es aber her, dass der Burgenländer voraussichtlich auch weiterhin auf der Bank der Violetten sitzen wird.
Da ist einerseits der Umstand, dass nach dem Abgang von Jürgen Werner als Sportvorstand die Positionen erst neu bezogen, die Zuständigkeiten erst neu ausverhandelt werden müssen. Dementsprechend gibt es Stand jetzt auch keinen konkreten Plan, wie eine Zeit nach Helm aussehen könnte.
Zwei 19-Jährige sorgen für das Siegtor
Andererseits waren die Personalsituation und der Verlauf des Spiels eine denkbar glückliche Fügung. Die wiedererstarkte Fraktion "Jugendförderung" nahm wohlwollend zur Kenntnis, dass mit Sanel Saljic und Dejan Radonjic zwei 19-Jährige in der Startelf standen.

Blinder Aktionismus war das keineswegs. Aufgrund der Verletzungen von Johannes Handl, Tin Plavotic und Kang Hee Lee blieb Helm wenig anderes übrig, als Radonjic in der Dreierkette spielen zu lassen.
Und Saljic hat sich bei den jüngsten Kurzeinsätzen empfohlen, Konkurrent Manprit Sarkaria indes mit einer Formkrise zu kämpfen.
"Bei uns gilt das Leistungsprinzip. Sie haben sich über das Leistungsprinzip empfohlen", sagt Helm.
Fischer und die Chemie im Team
Kapitän Manfred Fischer freut sich: "Wie die Jungen mit der Situation umgehen, ist sehr gut. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie in dieser Phase so performen. Eine Phase, in der eigentlich wir Führungsspieler auf Anschlag sein sollten. Wie sie ihre Rolle annehmen, ist hervorragend. Wenn sich zwei Junge so wohl fühlen, spricht das für die Chemie im Team."
Und just entschieden die beiden dann auch das Spiel – Eckball Saljic, Kopfball Radonjic, Tor.
Helms Plan geht auf
Zudem ließ Helm die Veilchen viel abwartender auftreten als zuletzt. Die Altacher wurden über weite Strecken erst ab der Mittellinie attackiert.
"Ich will im Idealfall dominanten Fußball spielen lassen, aber wir waren zuletzt fast immer dominant und haben zu wenig Punkte mitgenommen. Da muss man als Trainer kritisch genug bleiben und schauen, welche Schubladen man noch aufmachen kann", erklärt der Trainer.
Der Plan ging auf. "Wir sind tiefer gestanden, wollten kompakt sein, haben ihnen bewusst mehr Platz gelassen im Aufbau – das hat sie aus dem Konzept gebracht", sagt Philipp Wiesinger.
Keine Einzelkämpfer mehr
Die Spieler ließen über die gesamte Partie hinweg keine Zweifel aufkommen, dass sie als Mannschaft intakt sind. Dabei hatte Kapitän Fischer in der Vorwoche noch von "elf Einzelkämpfern" gesprochen.
Eine Woche später stellt er fest: "Mit dieser Einstellung, dieser Leidenschaft, dieser Mentalität kommen wir da wieder raus. Jeder, der im Stadion war, hat gespürt, dass wir uns in der Situation nicht hängen lassen."