Herzog trotz Sieg überraschend selbstkritisch

 

Die Admira hat wohl offiziell die Kurve gekratzt!

Nach einem starken Saisonstart rutschten die Südstädter rasch in einen kleinen Negativstrudel, nach einem Punktgewinn gegen Sturm Graz und einem Sieg gegen Rapid Wien am Samstag (Spielbericht >>>) kann man aber wohl getrost sagen, dass die Formkurve der Admira wieder stark nach oben zeigt - zumindest ergebnistechnisch.

"Wir haben gewusst, dass wir eine super Leistung bieten müssen, wenn wir hier was holen wollen. Das ist uns nicht gelungen", gibt sich Admira-Cheftrainer Andreas Herzog nach dem sensationellen Sieg in Hütteldorf überraschend selbstkritsch.

"Wir haben mit extrem viel Einsatz und Leidenschaft gespielt, hatten aber viel zu viele Phasen im Spiel, wo wir den Ball viel zu leicht herschenken. Da müssen wir noch mehr laufen, das haben die Burschen heute aber gemacht", erklärt Herzog gegenüber "Sky", wie man Rapid trotz durchwachsener Leistung doch noch schlagen konnte

"Mit einem 2:1-Sieg gegen Rapid ist aber natürlich jeder glücklich", so Herzog.

Kerschbaum: "Spielerisch war es nicht besonders von uns"

Andreas Hezog ist mit seiner Ansichtsweise aber nicht alleine. Auch Roman Kerschbaum hat nicht gerade einen mittelprächtigen Auftritt seiner Mannschaft erlebt.

"Spielerisch war es heute nicht so besonders von uns, dafür war es vom Kämpferischen, vom Läuferischen und vom Einsatz her wirklich top. Hut ab vor der ganzen Mannschaft, dass wir das Spiel auswärts noch gedreht haben. Das spricht für die Moral der Mannschaft", sagt Kerschbaum.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

Dabei rannte, wie von Roman Kerschbaum bereits erwähnt, die Admira sogar einem Rückstand nach, nachdem Srdjan Grahovac Rapid mit einem Traum-Freistoß in Führung brachte. Wie reagierten die Südstädter in Halbzeit zwei? Mit einem Traum-Freistoß von Roman Kerschbaum.

"Wenn der Gegner kurz vor der Pause den Ball genau ins Kreuzeck schießt, musst du zeigen, dass du das gleiche kannst", sagt Andreas Herzog mit einem Augenzwinkern.

Herzog: "Glaubt nicht, dass ich deppert bin..."

Generell sei die Admira nach der Halbzeit etwas besser aus der Kabine gekommen, was vielleicht auch an einer etwas unkonventionellen Ansprache des Cheftrainers lag.

"Glaubt nicht, dass ich deppert bin, aber ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir nichts mehr zu verlieren haben", so Herzog. Der Hintergrund: Er wollte seiner Mannschaft mehr Ruhe am Ball verleihen. "Das ist uns auch besser gelungen."

Dennoch lief spielerisch noch lange nicht alles wie am Schnürchen. Dafür weiß die Admira aber, wie man nach Standards trifft. Auftritt Stephan Zwierschitz, der aus vermeintlicher Abseitsposition zum 2:1 einnetzte, eine VAR-Unterbrechung später durfte er dann auch über seinen Treffer jubeln.

Herzog: "Erst dann bin ich glücklich"

"Vom Gefühl her habe ich schon geglaubt, dass ich im Abseits bin. Der Schiedsrichter hat gleich Abseits gepfiffen, ich habe gedacht, dass es glasklar war, aber für das gibt es den VAR", war sich Zwierschitz lange gar nicht sicher, in welche Richtung es gehen würde.

"Ich bin immer noch der Meinung, dass wir im Ballbesitz nicht gut sind. Deshalb müssen wir unsere Tore aus Standardsituationen schießen", findet Herzog. "Wenn wir mit dem Ball noch besser kombinieren, dann bin ich auch glücklich."

Und wie soll es nun weitergehen für die Admira? "Wir müssen einfach weiter von Spiel zu Spiel die gleiche Leidenschaft wie heute abrufen. Wenn wir noch ruhiger am Ball werden und bessere Entscheidungen treffen, werden wir noch eine richtig coole Mannschaft werden", so der Cheftrainer der Südstädter.

Rapid? "Ähnlich wie mit Israel"

Dass es eine besondere Partie für den frischgebackenen 53-Jährigen würde, war bereits vor Anpfiff klar. Immerhin traf Herzog das erste Mal in seiner Trainer-Karriere auf seinen ehemaligen Klub aus Hütteldorf.

"Jeder weiß, dass ich Jahre lange gerne bei Rapid gespielt habe. Jetzt ist es für mich eine ähnliche Situation, wie ich damals israelischer Teamchef war gegen die Ex-Mannschaft. Du musst aber einfach Profi genug sein, dass du das alles ausblendest."

Ex-Klubs dürften Herzog wohl liegen. Denn auch als Israel-Teamchef gelang dem Wiener ja bekanntlich ein 4:2-Sieg gegen sein Heimatland Österreich.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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