"Alt und Jung" als Erfolgsgeheimnis der Austria?

 

Zum alten Eisen gehört Austria-Angreifer Marco Djuricin zwar noch lange nicht - im Vergleich zu Sturm-Partner Muharem Huskovic geht der 28-Jährige aber durchaus als "Oldie" durch.

Knapp zehn Jahre jünger ist Huskovic, der die Wiener Austria beim 2:1-Sieg gegen Sturm Graz (Spielbericht >>) kurz nach der Pause in Führung schoss. Vorarbeit? Natürlich von seinem routinierten Sturmpartner.

Bei dem bedankte sich der Youngster nach Spielende im "Sky"-Interview artig, und zwar nicht nur für das Zuspiel, sondern auch den generellen Umgang am Rasen: "Marco hilft mir sehr viel. Er coacht mich und teilt mich viel ein, das macht mir das Spiel einfacher. Nach seinem Assist musste ich nicht mehr viel machen, großes Dankeschön dafür."

Sturm hatte mit den unterschiedlichen Spielertypen Djuricin und Huskovic die komplette Spielzeit Probleme. Schon im ersten Durchgang vergaben beide je eine gute Chance, nach der Pause belohnte sich der Jungspund für eine erneut couragierte Leistung. Dafür gibt es nicht nur Lob aus den eigenen Reihen, sondern auch vom gegnerischen Trainer Christian Ilzer: "Huskovic hat eine Topentwicklung genommen."

Djuricin blieb zwar ohne eigenen Treffer, rackerte aber unermüdlich und verdiente sich so zwar keine Extra-Erwähnung vom gegnerischen, aber immerhin vom eigenen Trainer: "Wenn er so wie heute arbeitet für die Mannschaft, Bälle sichert, seine Mitspieler einsetzt und vor allem wenn er die Mitspieler positiv pusht, dann ist er ganz wichtig für mich als Trainer und für Austria Wien. Er sagt auch immer wieder seine Meinung. Das brauche ich auch und das taugt mir."

"Sieg ist Goldes wert"

Manfred Schmid will im "Sky"-Interview aber keinesfalls nur die Leistung seiner Stürmer herausstreichen, verweist vielmehr auf die Performance der ganzen Mannschaft, die es nach der Roten Karte für Sturms Andreas Kuen aber unnötig spannend machte.

"Wir haben sehr gut gespielt, die Chancen auch verwertet, aber nach der Roten Karte musst du das Spiel frühzeitig entscheiden. Das ist ein Thema, an dem wir sicher arbeiten müssen."

Als logische Erklärung für den ein oder anderen Fehler muss natürlich das Alter einiger Akteure herhalten. Denn neben Djuricin sind mit Markus Suttner (mit Hüftprellung früh ausgewechselt), Georg Teigl und Lukas Mühl nur wenige routinierte Spieler mit dabei, die die jungen Eric Martel, Ziad El Sheiwi oder den Schützen des zweiten Treffers, Aleksandar Jukic, führen können.

Alles in allem war Schmid mit seiner Truppe aber ein weiteres Mal sehr zufrieden: "Ich finde es trotzdem gut von den Jungs, dass sie Fußball spielen wollen und bereit sind, ins Risiko zu gehen."

Ilzer: "Moderner Trainer muss guter Psychologe sein"

(Text wird unter VIDEO fortgesetzt)

Highlights der Partie FK Austria - SK Sturm:

Während sich die junge Schmid-Elf also langsam in einen Flow spielt, ist Sturm nach dem achten sieglosen Pflichtspiel in Serie ganz weit vpn einem solchen entfernt.

"Es ist eine sehr zähe Phase, wir schaffen keine Ergebnisse. Es tut weh, wenn ich in die Kabine gehe und die hängenden Köpfe der Jungs sehe. Wie ich sehe, dass sie versuchen, alles aus einem Spiel rauszuholen. Wie ich merke, dass im Detail gerade irgendwo ein Limit ist", erlaubt Ilzer nach Schlusspfiff einen Einblick in die Gefühlswelt der "Blackies".

Der mittlerweile überstandene Corona-Cluster trug dementsprechend nicht dazu bei, dass die Länderspielpause zum Kraft tanken genützt werden konnte. Auch deshalb sehnt Ilzer die Winterpause frühzeitig herbei: "Wir hatten einen großen Vorsprung, den wir mittlerweile verspielt haben. Jetzt müssen wir aus dem Rest-Programm so viele Punkte wie möglich holen, alles rausschütteln und im Frühjahr wieder voll angreifen."

Eine wichtige Rolle komme in dieser schwierigen Episode nicht nur Team-Entwickler und Ex-ÖSV-Herren-Trainer Mathias Berthold, sondern jedem Mitglied des Sturm-Trainerteams zu. "Ein moderner Trainer muss im heutigen Fußball sowieso ein super Psychologe sein."

Montag für Austria "Schlüsselspiel"

Der "Psychologe" Ilzer wird in den kommenden Tagen erneut sehr gefordert sein. Schon am Mittwoch folgt das Nachtragsspiel gegen Altach, wiederum drei Tage später wartet mit der Admira eine weitere auf dem Papier machbare Aufgabe.

Etwas länger auf das nächste Spiel warten muss hingegen die Austria, die erst am Sonntag zum Derby nach Wien-Hütteldorf reist.

Zuvor steht für die "Veilchen" allerdings noch eine Art "Schlüsselspiel" am grünen Tisch bevor. Am Montag soll in einer abschließenden Sitzung geklärt werden, mit welchem Investor die Austria in Verhandlungen geht. Laut Sport-Vorstand Gerhard Krisch ist es das Ziel, "schnell in eine finale Phase zu kommen, um dann das Thema Insolvenz ad acta zu legen."

Drei Angebote liegen auf dem Tisch (mehr Infos >>), eine Tendenz ließ sich Krisch vor der Partie gegen Sturm nicht entlocken. Die Entscheidung wird die Öffentlichkeit aber ohnehin schon am Montagabend oder spätestestens am Dienstag erfahren.

Djuricin und Huskovic werden sich damit wohl eher am Rande beschäftigen. Der Fokus des Teams liegt laut Trainer Schmid ab Montag am kommendes Wochende anstehenden Wiener Derby, für das "wir alles unternehmen werden, um zu gewinnen."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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