"Wir machen das zusammen" - Ried-Coach stärkt VAR den Rücken
Rhodes und Eghosa jubeln zu früh. Mehr als fünf Minuten lang wird die vermeintliche Führung der Innviertler gegen Lustenau am ÖFB-Campus analysiert und schließlich aberkannt.
Austria Lustenau ist in der Bundesliga zurück.
Zwei Jahre nach dem Abstieg im Sommer 2024 spielen die Vorarlberger wieder in der höchsten Spielklasse des Landes. Gegen die SV Ried konnte man mit einem 1:1-Remis auch gleich den ersten Punkt der neuen Spielzeit sichern. Dass es sich mit dem ersten Bundesliga-Zähler seit zwei Jahren ausgegangen ist, lag auch an einer langen VAR-Intervention bei einer hauchdünnen Abseitsstellung (zum Spielbericht>>>).
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Die SV Ried war dem Sieg allerdings deutlich näher als der euphorisierte Aufsteiger aus Vorarlberg. "Wir nehmen den Punkt mit, auch wenn wir uns mehr erwartet hätten", trauert Ried-Torschütze Jussef Nasrawe dem verfehlten Sieg nach.
Mit der Leistung der Mannschaft ist der Ex-Bayern-Junior trotzdem höchst zufrieden: "Wir hatten das Spiel mit dem Ball gut im Griff, hatten viel Ballbesitz und haben uns viele Chancen erarbeitet." Was fehlt den Innviertlern also noch? "Wir müssen die Chancen noch besser nutzen und im Pressing eine Schaufel drauflegen, gegen den Ball", analysiert der erst 19-jährige.
Große Freude in Lustenau bei der Bundesliga-Rückkehr
Lustenau-Trainer Markus Mader ist die Freude über die Rückkehr in die oberste Spielklasse anzusehen. Sein erstes Bundesligaspiel als Coach der Lustenauer Austria seit dem 11. November 2023 nennt Mader im Sky-Interview ein "cooles Erlebnis".
Und weiter: "Das war echt richtig stark, das ganze Rundherum. Die Stimmung im Stadion ist übergesprungen, die Leute waren dabei, es war wunderbar."
Auch das Verbesserungspotential seiner Mannschaft schätzt der neuerliche Aufstiegs-Trainer der Lustenauer als gut ein: "Wir haben schon noch viel, viel Arbeit vor uns. Aber das macht ja Spaß, die Jungs sind so wissbegierig, die wollen sich immer verbessern. Und deshalb freue ich mich auch auf die nächste Trainingswoche", genießt Mader seine Arbeit in Lustenau. Und setzt nach: "Mit einem Punkt in der Tasche noch mehr."
Fünfminütiger VAR-Check
Ein Grund für die Punkteteilung fand zwischen Minute 56 und 61 statt. Jaedin Rhodes brachte das Spielgerät zwar im Tor unter, der VAR meldete aber Bedenken an.
Mehr als fünf Minuten lang wurde eine mögliche Abseitsstellung analysiert und der Treffer schließlich aberkannt. Auch nach dem Spiel gab es lange kein Bildmaterial mit der kalibrierten Linie, die das VAR-Team für seine Entscheidung genutzt hatte.
Neo-Ried-Coach Mario Despotovic macht den Offiziellen trotzdem keinen Vorwurf. "Es ist schwierig, das von außen zu sehen", will Despotovic keine eigene Einschätzung über die knappe Abseitsstellung von Doch-nicht-Assistgeber Evan Eghosa abgeben.
"Die Schiedsrichter sind ultra professionell"
Der Einschätzung der Schiedsrichter vertraut er aber.
"Wir waren auch bei der Fortbildung der Schiedsrichter und haben gesehen, wie sie das machen. Die sind ultra professionell. Ich gehe davon aus, dass die alle immer das beste geben", lobt Despotovic die Arbeit der Unparteiischen.
Nachsatz: "Wir sind alle Sportler und machen das zusammen."
Weixelbraun: "Dann höre ich öfter auf den Trainer"
Ein Trend von der Weltmeisterschaft in Nordamerika zeigt sich auch beim Bundesliga-Kick in Lustenau. In den Trinkpausen haben die Trainer eine ganz neue Möglichkeit, auf die Mannschaft einzuwirken.
Aus einer solchen Anweisung entstand auch das 1:0 der Lustenauer Austria durch Rapid-Leihgabe Dominik Weixelbraun.
Schon in der Pause legte Seifedin Chabbi, seines Zeichens Stürmertrainer in Lustenau, die taktische Idee beim Sky-Interview offen: "Wir haben den Jungs mitgegeben, dass der rechte Außenspieler auch die Box bearbeiten soll. Man sieht in der Situation ganz klar: Geht Fabi Gmeiner nicht in die Box, wird wahrscheinlich das Tor nicht fallen. So hat der Spieler am langen Pfosten das Problem gehabt: Geh’ ich auf Fabi oder geh’ ich auf 'Weixi'?"
Der angesprochene Dominik Weixelbraun beschreibt sein erstes Bundesliga-Tor ganz locker: "Es war ein super Ball von Danilo, ich muss eigentlich nur noch einschieben", dankt er vor allem Vorlagengeber Danilo Soares. Und natürlich Stürmertrainer Chabbi. Denn "wenn es so weitergeht, dann höre ich öfter auf ihn", lacht der Flügelstürmer im Sky-Interview.