Endstand
3:1
0:1 , 3:0
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"Wenn der WAC mit einem anderen Trainer mehr Erfolg hat..."

Ismail Atalan scheint im ersten Spiel nach der Länderspielpause so angezählt wie nie zuvor. "Scheißegal, wer draußen steht", meint Torhüter Polster dazu.

"Wenn der WAC mit einem anderen Trainer mehr Erfolg hat..." Foto: © GEPA

Für den Wolfsberger AC geht es langsam aber sicher nur mehr um den Klassenerhalt in der ADMIRAL Bundesliga.

Die "Wölfe" kassierten am 25. Spieltag eine 1:3-Niederlage bei der WSG Tirol (Spielbericht>>>) und sind nur deswegen noch nicht Letzter, weil Blau-Weiß Linz sich momentan in noch schwächerer Form befindet.

"Es geht absolut gegen den Abstieg, wir brauchen über nichts anderes mehr reden", weiß Kapitän Dominik Baumgartner, der momentan außen vor ist, gegenüber "Sky".

"Haben nach dem 1:0 aufgehört"

Neun Spiele in Folge warten die Lavanttaler, die um diese Zeit vor einem Jahr noch um das österreichische Double mitspielten und dieses auch fast gewannen, nun auf einen Dreier. Dabei sah es am Samstag nach einem frühen Führungstreffer durch Jessic Ngankam zunächst gut aus.

"Ich habe das Gefühl gehabt, dass wir nach dem 1:0 komplett aufgehört haben, die Energie hochzuhalten und einfach bereit zu sein für die Zweikämpfe, im Kopf waren wir einfach nicht schnell genug", bemängelt Goalie Nikolas Polster. Er schüttelt den Kopf: "Auf einer 1:0-Führung kann man sich in keinem Fußballspiel ausruhen."

Coach Ismail Atalan stört indes viel mehr, wie seine Mannschaft mit der Situation nach dem Ausgleich, welcher erneut aus einem unnötigen Elfmeter resultierte, umging.

Zu viele Standard-Gegentore! "Mentale Sache"

"Nach dem 1:1 haben wir im Mentalbereich Schwäche gezeigt, da muss man besser dagegenhalten", so der Deutsche.

Der mit dem spielerischen Auftritt seiner Mannschaft diesmal gar nicht unzufrieden war. Umso mehr ärgert ihn die Art und Weise, in welcher der WAC momentan seine Spiele verliert.

"Das war der sechste Elfmeter, denn wir seit meiner Amtszeit kassiert haben, danach wieder ein Standardtor...", seufzt Atalan. Er weiß: "Wir müssen in der Box besser verteidigen und konzentrierter sein, um zumindest keine Elfmeter zuzulassen. Das ist ja auch eine mentale Sache."

"Wenn wir das abstellen, kriegen wir es zu 100 Prozent hin", meint Atalan bezugnehmend auf den Klassenerhalt, er sei voll und ganz von seiner Mannschaft überzeugt: "Deshalb bin ich hier."

Wie geht es mit Atalan weiter?

"Wenn der WAC mit anderen Trainern mehr Erfolg hat, ist es so."

Ismail Atalan

Nach der nächsten dermaßen großen Enttäuschung stellt sich freilich die Frage, wie lange Atalan, der schon vor der Länderspielpause als angezählt galt, noch "hier" sein wird.

"Wenn sie (die WAC-Verantwortlichen, Anm.) es wollen, bleibe ich hier. Aber darum geht es nicht, es geht um den WAC. Wenn der WAC mit anderen Trainern mehr Erfolg hat, ist es so", erklärt der 46-Jährige.

Goalie Polster plädiert indes dafür, dass der nächste Trainerwechsel im Lavanttal - es wäre der dritte in der laufenden Saison - nur wenig Sinn machen würde:

"Ich weiß nicht, was der Trainer jetzt noch viel ändern kann. Wir wissen ja selber, um was es geht. Wir müssen jetzt einfach punkten, es hilft nichts. Da ist scheißegal, wer draußen steht."

Big Points für die WSG

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Philipp Semlic darf am Samstag endlich wieder Gewinner-Selfies schießen
Foto: ©GEPA

Etwas Luft im Abstiegskampf hat sich indes die WSG Tirol verschaffen können.

Nachdem es unmittelbar vor der Länderspielpause zwei Niederlagen setzte, beträgt der Wattener Vorsprung auf das Tabellenende nun komfortable acht Punkte.

"Ich habe schon gemerkt, dass bei den Spielern und im ganzen Verein eine gewisse Erleichterung da ist. Es war keine einfache Situation, zwei Niederlagen zum Start im Playoff, eine lange Länderspielpause, hier gerätst du in Rückstand - dann so eine Leistung abzurufen, spricht für die Mannschaft. Ich bin schon stolz auf die Jungs, dass sie einen ruhigen Kopf behalten haben", schwärmt WSG-Coach Philipp Semlic.

Der Klassenerhalt ist freilich noch lange nicht fixiert. Mit einem Sieg bei Blau-Weiß kommende Woche könnten die Tiroler dem aber schon recht nahe kommen.

Semlic winkt ab: "Im unteren Playoff ist jedes Spiel ein direktes Duell, bei dieser Enge. Daher werden wir uns heute freuen, das Spiel gut aufarbeiten und dann nach Linz fahren, um auch dort eine gute Energieleistung zu liefern und mit etwas Zählbarem nachhause zu fahren."

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