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Ramiz Harakate
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Ramiz Harakate
"Wahnsinns-Entscheidung": Feldhofer mit scharfer Schiri-Kritik
Für den GAK bedeutet das Remis gegen zehn Wolfsberger zwei verlorene Punkte. Cheftrainer Ferdinand Feldhofer ärgert sich besonders über ein aberkanntes Tor seines Winterneuzugangs Leon Klassen.
Zwei Mal kommt der WAC zurück, obwohl sie den Großteil des Spiels mit zehn Spielern auskommen müssen. Vor dem Spiel hätten sich die Kärntner einen Sieg gewünscht, unter diesen Bedingungen fühlt sich das Remis fast genauso gut an. (>>> Spielbericht)
79 Minuten plus Nachspielzeiten ist der GAK in der Überzahl, fast eine ganze Spieldauer lang. Zehn zu drei Torschüsse sprechen auch eine klare Sprache. Trotz alldem bleibt am Ende wieder nur ein Punkt für die Rotjacken aus Graz übrig.
Doppeltorschütze Ramiz Harakate spricht im Interview nach dem Spiel kaum über seine Leistung, es dominiert der Frust: "Es ist ein bitteres Unentschieden. Wir hätten gewinnen können, das hängt aber von einigen Details, von Freistößen und Standards ab.“
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Gerade heute, mit einer weiteren Niederlage von Tabellenschlusslicht Blau-Weiß Linz, hätte sich der GAK von der "Roten Laterne“ absetzen können.
"Nicht alles umsonst"
Harakate ist jedenfalls bemüht, trotz dieser vergebenen Chance das Positive zu sehen. "Es ist nicht alles umsonst, wir haben schon ein ordentliches Spiel gemacht“, zeigt sich der Franzose zweckoptimistisch.
Immerhin für ihn selbst hat der Doppelpack etwas gebracht: Mit mittlerweile sechs Treffern zieht er an seinem Kapitän Daniel Maderner vorbei und ist der beste Torschütze der Rotjacken, bester Vorlagengeber ist er sowieso.
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Ärger über den Schiedsrichter beim GAK
Der Platzverweis für Marco Sulzner nach knapp elf Minuten ist dabei nicht der große der Aufreger. WAC-Coach Ismail Atalan hat nach Ansicht der Videobilder nichts daran auszusetzen: "Da kann man die rote Karte geben. Ist okay."
Sein Gegenüber auf der Trainerbank der Grazer ist nach dem Spiel wütend auf Referee Safak Barmaksiz. Ihm geht es hauptsächlich um das aberkannte Tor seiner Grazer in Minute 41.
Winterneuzugang Leon Klassen hatte bereits drei Minuten zuvor mit einem direkten Eckball die Stange getroffen, diesmal versenkt er den Ball von der Eckfahne aus im Tor. Aber der Treffer zählt nicht.
"Wo war das ein Foul“
Murat Satin hatte WAC-Keeper Polster einen leichten Rempler versetzt, Barmaksiz genügt das für den Pfiff. Er wertet Satins Aktion als Foul und gibt den Treffer nicht, auch nach Intervention des VAR und langem Videostudium bleibt Barmaksiz bei seiner Entscheidung.
Schon in der Pause meldet sich GAK-Sportdirektor Tino Wawra zu Wort. Er ist empört über die Entscheidung. "Für mich ganz klar ein reguläres Tor. Wo war das Foul?“, fragt Wawra im Gespräch mit Sky. "Wenn wir das nicht mehr geben, in Österreich, dann…“
Feldhofer sofort in die Kabine - "Reiner Selbstschutz"
Dem GAK-Sportdirektor fehlen die Worte. Trainer Ferdinand Feldhofer ist nach dem Schlusspfiff noch auf 180 und stürmt sofort in die Katakomben der Lavanttal-Arena.
"Es kommt auch nicht oft vor, dass ich gleich in die Kabine gehe nach dem Schlusspfiff. Das war heute reiner Selbstschutz“, offenbart der Steirer nach einer kurzen Abkühlphase im Sky-Interview, "weil heute ein paar Protagonisten Wahnsinns-Entscheidungen getroffen haben.“
Gemeint ist damit der Schiedsrichter. "Auch ich hab eine Gelbe bekommen. Wofür weiß ich auch nicht ganz sicher. Ich muss dann nachschauen, was sie reingeschrieben haben“, will er sich im Spielberichtsblatt über seinen eigenen Fehltritt informieren.
Der GAK-Coach ist dabei auch über die Reaktionen auf der Bank der Wolfsberger Gastgeber nicht glücklich: "Wenn jede Situation so übertrieben gefordert wird und der Schiedsrichter sich dann auch beeinflussen lässt, dann war nicht immer alles für uns ganz glücklich.“
Feldhofer im verbalen Fernduell mit Polster
WAC-Tormann Nikolas Polster kann die Aufregung der Grazer nicht nachvollziehen. "Für mich ein ganz klares Foul. Ein ganz klarer Rempler von hinten.“
Klassens Tor hat Referee Barmaksiz laut Polster "zu Recht nicht gegeben. Ich bin in der Bewegung, er kommt von hinten und gibt mir einen Rempler. Das heißt, er ist ganz klar in meiner Laufbahn und das ist ein Foul.“
Feldhofer will von dieser Einschätzung der Situation nichts wissen. "Wir reden immer, Österreich, verschlechtert sich international. Wenn man sieht, wie die Tormänner, und wie solche Situationen international behandelt werden, ist das beschämend. Fertig.“
Dazu der Kommentar des WAC-Keepers: "Kann ich nicht nachvollziehen. Wenn’s in die andere Richtung gegangen wär, hätten sie alle gesagt, es war ein ganz klares Foul. Das ist immer eine Ansichtssache.“
Eine Aussage, die wiederum Feldhofer auf die Palme bringt. "Er ist ja auch hoch gesprungen, hab ich gesehen“, gibt der GAK-Coach Polster selbst die Schuld an dem Zusammenprall. Und wenn GAK-Schlussmann Franz Stolz an Polsters Stelle gewesen wäre? "Das war kein Foul, meine Meinung ändert sich nicht“, beharrt Feldhofer auf seinem Standpunkt