Endstand
2:1
1:0 , 1:1
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"Schweinstore" und Herzen für die Gästefans beim GAK-Sieg

Der GAK macht einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt, Blau-Weiß taumelt Richtung LigaZwa. Und trotzdem: Beide Tore der Grazer sorgen für Kontroversen.

"Schweinstore" und Herzen für die Gästefans beim GAK-Sieg Foto: © GEPA

Am dritten Spieltag der Qualifikationsgruppe der ADMIRAL Bundesliga fuhr der GAK den dritten Sieg seit der Punkteteilung ein (Spielbericht>>>).

Die drei Punkte gegen Schlusslicht Blau-Weiß Linz waren aber alles andere als ein Selbstläufer, beide Tore der siegreichen Grazer sorgten nach dem Spiel für Diskussionen.

Zunächst zur Pause. War der Strafstoß vor dem 1:0 der Grazer gerechtfertigt?

Maderner gibt zu: "Das ist schon strittig"

Alem Pasic verlor im Zweikampf das Gleichgewicht und federte mit den Armen seinen Sturz ab, GAK-Torjäger Ramiz Harakaté traf die Hand des fallenden Linzers.

Ist das schon elferwürdig? Selbst der verletzt ausgefallene GAK-Kapitän Daniel Maderner ist sich im Pauseninterview bei "Sky" nicht ganz sicher.

"Das ist schon strittig, würde ich sagen", meinte der Stürmer der "Rotjacken", weil: "Der Pasic fliegt einfach hin. Auflösen kann er sich nicht, aber vom Regelwerk her wird es korrekt sein."

Pechvogel Alem Pasic selbst wird nach dem Spiel deutlicher: "Ich würde es nicht pfeifen."

Seine Argumentation ist dabei die gleiche: "Ich bin im Rasen hängen geblieben, stolpere dann und will mich abstützen, was eine natürliche Bewegung ist." Am Ende resigniert auch Pasic: "Der Schiedsrichter hat es gepfiffen, was soll ich machen?"

"Schweinstore" bringen Blau-Weiß in Abstiegsnot

Nach dem Spiel ist der Strafstoß gar nicht mehr so interessant, es gibt bei beiden Klubs Wichtigeres zu besprechen. Im Abstiegskampf wurden große Schritte gemacht, Fortschritte in Graz und Rückschritte für die Linzer.

GAK-Chefcoach Ferdinand Feldhofer will trotzdem noch nicht vom Klassenerhalt sprechen. "Wenn man da steht, da will man das natürlich fertig machen - bis es auch rechnerisch nicht mehr möglich ist." Am Ende muss jedoch auch Feldhofer zugeben: "Aber heute war ein größerer Schritt als zuvor."

Ganz anders bei Blau-Weiß Linz. In der zweiten Halbzeit konnten die Linzer mehr als nur mithalten, nach dem Ausgleich hatten sie Chancen auf die Führung.

Trotzdem ortet Blau-Weiß-Kicker Simon Pirkl die Probleme in der Defensive: "Wir haben heute zwei Schweinstore bekommen. Die müssen wir einfach verhindern. Und vorne können wir uns darauf verlassen, dass wir eh treffen."

Wenn das pro Spiel nur einmal gelingt, droht am Ende der Saison allerdings der Abstieg. "Jetzt sind wir in der Scheiße drinnen", bietet Pasic eine kurze und prägnante Einschätzung der Tabellensituation.

GAK-Torjäger Harakaté ging an die Grenzen

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Hier wird nicht gejubelt, Harakaté muss von den eigenen Kollegen zurückgehalten werden
Foto: ©GEPA

Harakaté hatte schon den umstrittenen Elfmeter herausgeholt, den Alexander Hofleitner zum 1:0 für den GAK nutzen konnte. In der zweiten Hälfte trat der Franzose auch als Torschütze in Erscheinung, sein Treffer zum 2:1 sicherte dem GAK drei immens wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Harakatés Saisontor Nummer zehn ist aber schon Sekunden später nicht mehr das Gesprächsthema Nummer eins. Denn der Stürmer legte sich danach mit allen an - auch seinen Mitspielern.

Bei seinem Torjubel lief Harakaté zum Block der Linzer Fans und zeigte ihnen eine Herz-Geste, neben der sofort folgenden Bierdusche sah er dafür auch noch die Gelbe Karte. Harakaté selbst will nur auf Provokationen von Seiten des Linzer Anhangs reagiert haben.

"Die Fans von Blau-Weiß haben mich provoziert, dann hab ich ihnen ein Herz gemacht", erklärt er lapidar die Szene. "Ich war zwei, drei Mal im Duell mit ihrem Innenverteidiger, dann haben sie provoziert. Ich habe etwas gehört, das ich nicht wiederholen will", setzt der Toptorschütze des GAK nach.

Die Teamkollegen mussten ihren Toptorjäger zurückhalten

Die Verwarnung für seinen Torjubel ließ Harakaté endgültig Rot sehen. Er wollte unbedingt zu Referee Markus Hameter und ihm seine Sicht der Dinge darlegen, packte den Referee sogar am Arm.

Drei seiner Teamkollegen mussten ihn von Hameter wegzerren, die beiden Innenverteidiger Donovan Pines und Beres Owusu nutzten ihren Größenvorteil gegen den wendigen Franzosen.

In den Augen des rasenden Angreifers ist die Rangelei keine große Angelegenheit: "Ich wollte das dem Schiedsrichter nur erklären, warum ich das gemacht habe. Ich liebe meine Teamkollegen, wir sind sehr glücklich in der Mannschaft."

GAK-Trainer Ferdinand Feldhofer will den Vorfall trotzdem nicht auf sich beruhen lassen. "Da müssen wir sicher noch ein Wörtchen drüber reden", kündigt der Chefcoach im "Sky"-Interview an und setzt nach: "Das taugt mir gar nicht."

Etwaige Provokationen der Fans will Feldhofer nicht als Entschuldigung durchgehen lassen: "Trotzdem braucht er sich das nicht leisten. Das hat er nicht nötig."

Speziell nicht jetzt, da es für den GAK endlich läuft.

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