Endstand
3:0
0:0 , 3:0
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"Grundlagen zahlen sich aus": Fitte Linzer bleiben im Aufwind

Blau-Weiß Linz führt den gegenwärtigen Lauf beeindruckend fort und distanziert sich etwas von den Abstiegsrängen. Für die Linzer aber kein Grund abzuheben.

"Grundlagen zahlen sich aus": Fitte Linzer bleiben im Aufwind Foto: © GEPA

Vier Spiele, zehn Punkte, ein Torverhältnis von 11:0. So spielt eigentlich kein Abstiegskandidat.

Beim 3:0 über Altach konnte Blau-Weiß Linz wieder beweisen, dass ihnen der Turnaround gelungen zu sein scheint.

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In der Tabelle hat man vorerst vier Punkte Vorsprung auf den WAC, der erst morgen spielt, und liegt punktegleich sogar vor dem GAK. Für Trainer Michael Köllner ein erfreulicher Zwischenschritt, der aber auch ein bisschen trügerisch sei, wie er im "Sky"-Interview nach der Partie angab:

"Wir haben uns eine gute Ausgangsposition verschafft. Morgen spielt der WAC zuhause, wenn die gewinnen, sind wir weiterhin nur einen Punkt voraus. Ich glaube, dass wir gut beraten sind, in den nächsten drei Spielen auch nochmal kräftig zu punkten, dann haben wir mit dem Abstieg sicher nichts zu tun."

Lohn für harte Arbeit

Die Grundlage für den jetzigen Erfolg sei im Februar in der Vorbereitung gelegt worden, als man im Trainingslager hart gearbeitet habe und in jedem Training über den Punkt gegangen sei. "Wir sind am Ende einer englischen Woche, aber hätten glaube ich noch eine Viertelstunde spielen können und hätten nicht nachgelassen. Das ist das Entscheidende gewesen heute", so Köllner.

Die erste Hälfte war noch ein eher biederes Spiel von beiden Mannschaften, das Credo in der Pause sei gewesen, ruhiger zu bleiben. "In der ersten Halbzeit wollten wir ein bisschen zu viel, da war auch ein wenig Enttäuschung da, weil wir nicht das frühe Tor gemacht haben. Ich habe gesagt, wir können das Spiel auch in der Schlussphase entscheiden, wir dürfen nicht überdrehen und Unsicherheit aufkommen lassen, sondern müssen aufs Gas steigen in der zweiten Halbzeit."

Weil die Mannschaft das umgesetzt habe, seien die Tore dann eine logische Folge gewesen. "Da sieht man dann auch, wenn die Beine bei anderen schwer werden, zahlt es sich aus, was du die Grundlagen gelegt hast", bekräftigte Köllner.

Plan-Soll erfüllt

Einen weiteren Grund für den Erfolg nun sah er darin, dass man im Verein ruhig geblieben sei, als es schwierig war. "Weil sich wahrscheinlich jeder gedacht hat, ich werde jetzt eine Riesenserie hinlegen, was ich bei 1860 (München, Anm.) und Ingolstadt geschafft habe, und dann verlieren wir das erste Spiel gegen Altach."

Aber es sei die Leistung über die Ergebnisse gestellt worden, diese seien immer gut gewesen, und jetzt zahle sich das aus. Letztlich funktioniere es nur übers Training: "Wir trainieren sieben Mal pro Woche, das ist ein immenses Pensum, was wir fahren."

Die Erfolge zuletzt seien aber letztlich auch der Plan gewesen: "In der englischen Woche war das Minimum sieben Punkte, das hört sich jetzt überheblich an, aber uns war klar, wenn du hinten bist, kannst du da nicht mit vier, fünf Punkten rausgehen. Weil sonst bist du da hinten nicht weg. Und wir sind jetzt auch nicht wirklich weg, weil wir beim WAC nur 0:0 gespielt haben", meinte der Blau-Weiß-Trainer.

Zusammengeschweißte Mannschaft und fanatische Fans

Die Tore fielen an diesem Abend mindestens in die Kategorie "sehenswert", ein perfekter Kopfball aus dem Lauf sowie zwei Weitschuss-Tore trugen zum Endstand bei. Dominik Reiter, Schütze der dritten Tores, sagte dazu: "Dass ich schießen kann, weiß ich, ich habe es in der Bundesliga nur bisher zu wenig gezeigt und bin froh, dass das heute gelungen ist."

Der Trainer habe die Mannschaft zusammengeschweißt, "wir haben auch unser Spielsystem jetzt mal verinnerlicht, setzen das Woche für Woche um und nun kommen auch die Ergebnisse dazu."

Ein Faktor für das zustande gekommene Ergebnis seien schließlich auch die Fans gewesen, welche die Mannschaft besonders in den Heimspielen zu Topleistungen treiben. "Hier hat man einfach unglaubliche Fans, die tragen dich, da ist es viel leichter zu laufen", meinte Simon Seidl.

Und auch Gästetrainer Ognjen Zaric zollte den Anhängern Respekt: "Die Wucht von Blau-Weiß von den Tribünen war auch stark, muss man fairerweise sagen. Sie haben nicht umsonst jetzt die letzten Spiele 11:0 daheim gewonnen, das kommt nicht von ungefähr."

Altach bemängelt Grundlagen

Der Altacher Betreuer zeigte sich mit der ersten Halbzeit nicht unzufrieden, aber "die zweite Halbzeit war nicht gut genug von uns, wir waren nicht intensiv genug, und am Ende muss auch ganz klar sagen, dass Blau-Weiß heute verdient gewonnen hat. Wenn wir die Intensität bringen, die wir heute gebracht haben, hast du es auch nicht verdient zu gewinnen."

Dass das Cup-Finale in einer Woche schon eine Rolle im Hinterkopf gespielt haben könnte, wollte keiner der Altacher bestätigen. "Für uns ist es gerade noch wichtig, dass wir die Liga halten und Punkte sammeln, deswegen glaube ich, dass der Fokus schon voll auf dem Spiel war", erklärte Moritz Oswald.

Für Lukas Jäger mangelte es schlichtweg an den Basics: "Es hat überall ein wenig gefehlt, egal ob es die Zweikämpfe waren, ob es im spielerischen Bereich war, ob wir vom Kopf her nicht ganz da waren - es war heute einfach in allen Belangen ein bisschen zu wenig."

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