Kraetschmer: Darum musste Wohlfahrt gehen

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Was sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet hat, ist seit heute Realität: Franz Wohlfahrt ist nicht mehr Sportdirektor der Wiener Austria (Hier nachlesen!).

"Es ist einfach ein notwendiger Schritt, wenn wir die Austria wieder nach vorne bringen wollen", sagt FAK-Vorstand Markus Kraetschmer im LAOLA1-Interview.

Der 46-Jährige berichtet über das Gespräch mit Wohlfahrt, die Gründe für das Aus und erklärt, wie es in Zukunft mit dem Posten des Sportdirektors weitergehen soll.

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(Artikel wird unter dem Video fortgesetzt)


LAOLA1: Was waren die ausschlaggebenden Gründe, die zur Trennung von Franz Wohlfahrt geführt haben?

Markus Kraetschmer: Wir haben die Entwicklung der letzten Wochen und Monate analysiert, ich habe viele Gespräche mit den Vertretern unserer Gremien geführt und wir sind letztendlich zu dem Entschluss gekommen, dass es im Zuge unserer Neustrukturierung notwendig ist, Franz Wohlfahrt von seinen Aufgaben zu entbinden. Ich hatte am Dienstag-Nachmittag das persönliche Gespräch mit ihm, das nicht einfach war. Aber es ist einfach ein notwendiger Schritt, wenn wir die Austria wieder nach vorne bringen wollen.

LAOLA1: Wie hat Franz Wohlfahrt darauf reagiert?

Kraetschmer: Eigentlich sehr gefasst und sehr professionell. Es war ein offenes und ehrliches Gespräch. Natürlich war er überrascht, aber er hat es zur Kenntnis genommen. Wir gehen sehr fair auseinander. Aber klar, steht für ihn in erster Linie die negative Überraschung im Vordergrund. Man muss aber einfach sagen, dass die Entwicklung in den letzten Monaten – auch nach der Vertragsverlängerung – nicht den Lauf genommen hat, den wir uns alle erhofft und erwartet haben.

LAOLA1: Von wem ist dieser Schritt ausgegangen? Es gab seit Wochen Gerüchte, dass einige Sponsoren und Mitglieder des Aufsichtsrats für eine Trennung von Franz Wohlfahrt sind.

Kraetschmer: Es gibt nicht eine Person, von der es spezifisch ausgegangen ist. Ich habe immer gesagt, dass wir nach Ablauf der Saison eine sehr tiefgreifende Analyse machen werden. Ich habe viele Gespräche geführt, meine Eindrücke geschildert, mir aber auch von anderen Personen Eindrücke mitgeben lassen.

"Auch wenn du einen längerfristigen Vertrag unterschreibst, ist das auf der einen Seite Vertrauen, das du bekommst, auf der anderen Seite musst du aber dennoch weiterarbeiten, gewisse Entwicklungen einleiten"

LAOLA1: Erst im Jänner wurde – ohne allzu große Zeitnot – Wohlfahrts Vertrag verlängert.

Kraetschmer: Wir kennen das Fußballgeschäft und hatten uns diese Deadline gesetzt. Zum damaligen Zeitpunkt haben wir den Vertrag verlängert – auch mit einer klaren Aufgabe, wie in Zukunft Bereiche außerhalb der direkten Mannschaft weiterentwickelt werden sollen, ich erinnere an das Scouting, aber auch medizinische Themen. Aber es ist einfach so: Auch wenn du einen längerfristigen Vertrag unterschreibst, ist das auf der einen Seite Vertrauen, das du bekommst, auf der anderen Seite musst du aber dennoch weiterarbeiten, gewisse Entwicklungen einleiten.

LAOLA1: Kommt ein neuer Sportdirektor?

Kraetschmer: In der kurzen Frist werden ich als Vorstand, Ralf Muhr als technischer Direktor und Thomas Letsch als Trainer die Agenden in der Kaderzusammenstellung übernehmen. Wir geben uns die notwendige Ruhe und Zeit, um die Analyse weiter voranzutreiben. Grundsätzlich trachten wir aber schon danach, die Position wieder zu besetzen. Ob das eine externe Lösung sein muss? Dazu ist es noch zu frisch, dazu gibt es auch Gremien, wo man sich noch berät. Wir haben keinen großen Zeitdruck.

LAOLA1: Wer sucht den neuen Mann?

Kraetschmer: Es ist zu früh, das zu sagen. Ende Juni haben wir turnusmäßig unsere nächsten Sitzungen, dort werde ich als Vorstand einen Bericht abzuliefern haben, um die nächsten Schritte zu skizzieren. Ob das Einzelpersonen sind oder eine Task-Force eingerichtet wird, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantworten.

LAOLA1: Ich nehme an, Franz Wohlfahrt war bis zuletzt mittendrin in Verhandlungen mit potenziellen Neuzugängen.

Kraetschmer: Wir haben das in unserem Gespräch sehr fair abgearbeitet. Es hat eine Übergabe stattgefunden, er hat mir ganz genau berichtet, wo er in welchen Gesprächen war. Diese Liste werde ich gemeinsam mit Muhr und Letsch in den nächsten Tagen abarbeiten. Da gibt es kein Problem.

Textquelle: © LAOLA1.at

FK Austria Wien trennt sich von Franz Wohlfahrt

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