"Man merkt jetzt einfach, dass viele Spieler wieder frischer im Kopf und schneller sind. Das hängt natürlich damit zusammen, dass wir nicht mehr alle drei, vier Tage Spiele haben und alle anderen Nebengeräusche. Das ist klar ersichtlich."
Was auf jeden Fall gelingen muss, ist das Dranbleiben und das Abrufen konstanter Leistungen, was in der Vergangenheit nicht der Fall war. Nach zwei guten Spielen komplett nachzulassen oder 20 bis 30 Minuten zu verschlafen, "sollte uns in den nächsten Spielen nicht mehr passieren. Wir müssen daran ansetzen, Punkte sammeln, besser spielen und uns weiterentwickeln", so Feldhofer.
Was nicht einfach wird, da WSG Tirol ein Gegner sei, der an guten Tagen jedem Bundesligisten wehtun könne. Das musste zuletzt auch der LASK am eigenen Leib verspüren. Der Fokus soll aber auch in Tirol auf der eigenen Leistung liegen.
Daran arbeitete Rapid in der Länderspielpause
Deshalb wurden in der spielfreien Zeit Schwerpunkte gesetzt, um sich bestmöglich zu verbessern. Schließlich kam der Trainer bis zum Ausscheiden im Conference-League-Playoff gegen den FC Vaduz im Drei- bis Viertagesryhmus mit zehn neuen Spielern nach dem Umbruch kaum dazu, große inhaltliche Sprünge zu machen.
"Natürlich haben wir im technisch-taktischen Bereich gearbeitet, beide Varianten mit Dreier- und Viererkette trainiert. Wir haben viel in den Torabschluss investiert und natürlich auch in den physischen Bereich, weil sich das einfach anbietet", verrät Feldhofer Details.
Werden Länderspielpausen oftmals dafür genützt, um körperliches Aufbautraining für die restliche Herbstsaison zu sammeln, sollten die Spieler diesmal "nicht übertrainiert werden", da die Saison bereits in sechs Wochen aufgrund der Fußball-WM frühzeitig pausiert.
Auch an der eigenen Ungefährlichkeit bei Standardsituationen wurde gefeilt. "Ich glaube, wir haben drei Standardtore erzielt. Das ist natürlich viel zu wenig. Und ich zähle Einwürfe im letzten Angriffsdrittel zu Standards dazu. So gut wir das in der Defensive machen, so wenig gefährlich sind wir in der Offensive, um uns einfacher zu belohnen."
Mit Grüll ist wieder zu rechnen
Im Fokus stehen dabei auch einige Spieler, die in den vergangenen Wochen und Monaten nicht jene Leistungen abrufen konnten, die man von ihnen gewöhnt war. Feldhofer ist sich aber sicher, dass der eine oder andere nun wieder auf der Höhe ist - so etwa Marco Grüll.
"Er hat einen überragenden Herbst und Anfang des Frühjahrs gespielt. Mit der hohen Anzahl der Spiele ist er nicht mehr so in der Spur gewesen, das hat sich über den Sommer gezogen", gibt der Trainer ein Update zum grün-weißen Hoffnungsträger der vergangenen zwei Jahre.
"Man merkt jetzt einfach, dass viele Spieler wieder frischer im Kopf und schneller sind. Das hängt natürlich damit zusammen, dass wir nicht mehr alle drei, vier Tage Spiele haben und alle anderen Nebengeräusche. Das ist klar ersichtlich", macht sich der 42-Jährige große Hoffnungen.
Zimmermann? "Da muss man sich halt auch durchsetzen"
Auch Bernhard Zimmermann, der Shootingstar des Frühjahrs, kam zuletzt selten zum Einsatz, blühte aber gegen Salzburg und mit seinem Tor beim ÖFB-U21-Sieg gegen Wales wieder auf und kündigte bei LAOLA1 an, dass er "richtig gut in Form" sei.
Wegen der Gründe, warum der 20-jährige Youngster zuletzt keine große Rolle mehr in seinen Plänen spielte, hält sich Feldhofer auf Nachfrage eher bedeckt. "Er hat schon immer wieder seine Spiele gekriegt, vielleicht nicht nur in der Liga, sondern auch im Europacup. Wir haben da jetzt einfach mehrere Typen, da muss man sich halt auch durchsetzen. Mit Toren kann er sich am besten präsentieren, das kann man sich nur wünschen als Trainer."
Was Zimmermann zuletzt gefehlt habe? "Dass es nicht immer nur steil bergauf geht, musst du als Fußball-Profi auch einmal kennenlernen, gerade in jungen Jahren. Er gibt jeden Tag alles, er arbeitet hart. Manchmal geht es halt etwas leichter von der Hand, manchmal nicht."
Für den Stürmer gilt selbiges wie für Rapid allgemein: Step by Step die Formkurve nach oben zu schrauben. Denn Feldhofer weiß: "Ich erhoffe mir natürlich einen Riesensprung und dass alles perfekt ist. Aber das ist ein Wunschkonzert, davon ist nicht auszugehen. Mit der Besinnung auf die Grundtugenden soll auswärts bei WSG Tirol ein Anfang gemacht werden, um nicht schon vor dem Wiener Derby kommende Woche gegen die Wiener Austria unter Druck zu geraten.